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Macht Gorleben zur Grundwertedeponie!

Podcast Macht Gorleben zur Grundwertedeponie!

Da ist man nur noch baff. Wir erleben derzeit die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen in einer ungeheuren Geschwindigkeit – die Rückkehr des Hawai-Toasts und der Bohnen- und Dosenmaissalate sowie das Ende der Atomkraft. Himmel und Erde mögen vergehen, aber Angie bleibt, während der Wertewandel so flott daherkommt wie der Flotte Otto in den Zeiten der Cholera.

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Dass die Meiler jetzt langsam ihr radioaktives Leben aushauchen, scheint so sicher wie der Schlussgong der Tagesschau. Aber wir prophezeien, dass irgendwann selbst Gorleben umgerüstet sein wird – zur Grundwertedeponie, auf der man lagern kann, was einem einst viel wert war. Zur letzten Ruhestätte abgelegter Überzeugungen und Werke. Vom Ahlener Manifest bis hin zu „Winnetou II.“ Von der sozialen Marktwirtschaft bis hin zu Helmut Kohls spendablen Worten vom „schönen Bimbes“. Wird alles nach dem Abschluss der Gorleben-Erkundung auf der Grundwertedeponie abgelagert. Dann auch ist endlich Schluss mit den jährlichen Pastortransporten ins freie Wendland.

Nach diesem eher lyrischen Einstieg wollen wir zu dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach und den Kolibakterien kommen, die beide nerven, wenn auch der Lauterbach nicht eine so tödliche Wirkung hat wie die schrecklichen Ehec-Keime. Aber der Lauterbach, der nicht nur weiß, wie man gesund grillen kann, weiß natürlich auch, was letztlich gegen den Killerkeim aus Sprosse, Gurke, Matschtomate hilft – die „Seuchenpolizei“. Genau, eine mobile Eingreiftruppe müsste her, den flüchtigen Keim dingfest zu machen, eine Task-Force gegen den alltäglichen Darmwahnsinn.

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Aber selbst wenn Himmel und Erde vergehen mögen, eine Gewissheit bleibt: Der deutsche Föderalismus. Selbst in diesen total tomatisierten Zeiten. Nichts ist so beständig wie die Kleinstaaterei oder, wie es die Präsidentinnen und Präsidenten der deutschen und österreichischen Landesparlamente sowie des Südtiroler Landtags diese Woche feierlich in der sogenannten „Wolfsburger Erklärung“ festgehalten haben: „Starke Länder in einem starken Europa“. Die Wolfsburger Erklärung betone, „dass Europa um der Nähe zu den Menschen willen die Länder braucht und dass die Länder ebenso Europa brauchen, um die großen Herausforderungen der Zukunft meistern zu können“ – eine, wie wir finden, meisterhaft austarierte Erklärung. Deshalb sollten auch die Landesparlamente, formulieren deren Präsidenten von der Steiermark bis hin zu Südtirol, „im Rahmen des Systems des Multi-Level-Governance“ eingebunden werden.

Wann, Herrschaftszeiten, werden endlich abgestandene Erklärungen in Gorleben zwischengelagert?

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