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Mit dem Hackebeil

Podcast Mit dem Hackebeil

„Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt Haarmann auch zu Dir, mit dem kleinen Hackebeilchen, macht er Leberwurst aus Dir ...“ So haben wir in Kindertagen gesungen. Sie erinnern sich? Haarmann, ein unsympathischer Typ mit Hitlerbärtchen, der es in Hannover zu einiger Prominenz gebracht hat. Ziemlich unappetitliche Angelegenheit.

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24 Knaben hat er erschlagen, die er dann, nun ja, zu Leberwurst verarbeitet haben soll. Haarmanns Nachruhm war jedenfalls größer als das, was von seinen Opfern am Ende eines langen Tages übrigblieb – ein weiterer Beweis für die Ungerechtigkeit dieser Welt.

Immerhin: Haarmanns Hackebeilchen, auf das die Verringerungsform gar nicht passt, haben sie in Hannover in Ehren gehalten. Denn an diesem Freitag war in der niedersächsischen Landeshauptstadt, in der manchmal nicht sonderlich viel los ist, die Aufregung groß, dass Uwe Schünemann, das Sensibelchen unter Deutschlands Innenministern, das haarmannsche Tatwerkzeug womöglich nach Nienburg vergeben könnte. „Wer fährt denn nach Nienburg?“, fragte ein indignierter Kulturredakteur, der vermutlich noch nie die B 6 von Hannover Richtung Oldenburg genommen hat, eine wunderbare Strecke quer durch Niedersachsens wundersame Weiten und an Nienburg vorbei. Dabei soll dort bald Großes entstehen – ein neues Museum, bestückt mit Exponaten aus der Polizeigeschichtlichen Sammlung, die bislang in einer tristen Industriebrache Hannovers ein Schattendasein fristete, aber den Steuerzahler viel kostete, weil selbst trister Industrieraum in Hannover gut bezahlt sein will. Nienburg freut sich jedenfalls über das neue Museum, obwohl noch gar nicht klar ist, ob das Beilchen tatsächlich zu den Nienburgern kommt, die bislang nur mit einem Spargelmuseum aufwarten können. Schünemann erklärte, an dem Beil werde das Projekt nicht scheitern.

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Wo wir gerade bei Tatwerkzeugen sind: Nicht gerade mit dem Florett ist der Innenminister diese Tage mit der FDP umgegangen, die immerhin mit Schünemanns CDU eine – ja, wie soll man das nun nennen? – eine Art Koalition führt. Oder nennen wir es doch lieber Kohabitation. Jedenfalls treiben es Christ- und Freidemokraten in Niedersachsen miteinander, wenn auch auf höchst seltsame Weise. Dabei haben die Liberalen höchst bedenkenswerte und sachlich begründete Argumente zur Humanisierung der Flüchtlingspolitik vorgetragen.

Schünemann indes ließ sie mit ungeahnter Arroganz abblitzen. Die Vorschläge der FDP lege er auf seinem Stapel nach ganz unten.

So gehen sie in Krankenhäusern mit Patiententestamenten um.

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