Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Nahbegegnung mit dem Schweinehund

Aus meinem Papierkorb Nahbegegnung mit dem Schweinehund

Niedersachsenredakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten. Heute: Nahbegegnung mit dem Schweinehund.

Voriger Artikel
Vom Kannibalismus und der SPD
Nächster Artikel
Von neuronalen Störungen und dem Blaubeerland
Quelle: HAZ

Wir haben es geahnt, und die angekündigte Sommerreise des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Christian Meyer macht die Vorahnung des Grauens noch größer. Meyer will auf seiner Sommerreise, zu der er in der nächsten Woche in die unendlichen Weiten Niedersachsens aufbricht, auch das Laves-Institut für Bedarfsgegenstände in Lüneburg heimsuchen. Dort würden „Alltagsgegenstände wie Kosmetika, Spielzeug und Haushaltsgeräte auf mögliche Gefahren untersucht“, erläutert das Landwirtschaftsministerium. Gut, dass sich Meyer endlich um den gesunden Verzehr von Kosmetika kümmert, der immer breitere Volksmassen weiblicher Provenienz in der Blüte ihrer Jahre dahinrafft. Doch das nur am Rande. „Aktuell prüft das Institut unter anderem Grillzubehör wie Grillbesteck und Fischbräter“, heißt es weiter. Das wurde aber auch Zeit. Denn über die „Gefahren durch Grillzangen“ wird in unseren Zeiten, wo alle Welt nur noch über den Terror redet, viel zu wenig gesprochen. Dabei ist die Gefahr am Grill am größten, wo der innere Schweinhund auf leicht entzündliche Materialien trifft und der Cholesterinspiegel so immens steigen kann, dass der Himmel herabfällt.

Für „Sicherheit beim Essen und Trinken“ ist laut Agrarministerium, das sei noch nachgereicht, übrigens das Laves-Lebensmittel-und-Veterinärinstitut in Braunschweig zuständig, das der Minister besucht, wenn er seine Visite beim Laves-Institut für Bedarfsgegenstände abgeschlossen hat. Laves heißt übrigens, wenn Sie es noch nicht auswendig gelernt haben sollten, Landesinstititut für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, und die Braunschweiger schwärmen kurz vor Weihnachten immer aus, um an den Glühweinständen zu schauen, ob die angegebenen Alkoholwerte auch stimmen. Denn am Glühweinstand ist die Gefahr ebenso groß wie am Grill, weil auch hier der innere Schweinhund lauert, der nicht unbedingt aus dem Nahen Osten kommen muss. So viel zur Sicherheitslage.

Da sich derzeit viele Minister und Politiker auf Sommerreisen begeben, kommt es gewiss zu sogenannten Nahbegegnungen mit dem Bürger, die nicht ohne Risiko sind, wie die Nahbegegnungen mit dem Wolf. Nur mit dem Unterschied, dass der sogenannte Problempolitiker nicht „besendert“ ist, wie etwa „Kurti“, der Problemwolf, den ein gezielter Fangschuss von weiteren Nahbegegnungen abhielt, was man in der Nahbegegnung-möglichst-vermeiden-Sprache als „letale Entnahme“ und in der Türkei vermutlich als „Säuberung“ bezeichnen würde. Bevor wir uns aber in weiteren wirren Gedanken verlieren (Achtung, Sie betreten jetzt den selbstironischen Abschnitt dieser Kolumne), greifen wir doch lieber zu einer Meldung der Apothekerkammer: „Behandlung von Akne erfordert Geduld.“ Bei der Behandlung der Akne sei es wichtig, schreibt die Kammer, nicht die Geduld zu verlieren, denn zunächst könnten einige Präparate das Hautbild verschlechtern, bevor sie Heilung brächten. Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch!

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb

Die Wahl ist entschieden: Donald Trump wird der 45. Präsident der USA. Auf unserer Themenseite finden Sie aktuelle Berichte, Analysen und Hintergrundinformationen zur Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. mehr

CDU-Parteitag in Hameln

Zum Landesparteitag der niedersächsischen CDU in Hameln haben sich rund 450 Delegierte versammelt, um über einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 zu entscheiden. Sie nominierten einstimmig Bernd Althusmann.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.