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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Niedersachsen – abgehängt von den Trojanern
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Niedersachsen – abgehängt von den Trojanern
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18:12 05.03.2018

Abgehängt. Alle Welt redet diese Woche wieder über Spionage, Trojaner und von den Russen gehackte Netze des Auswärtigen Amtes – und in Niedersachsen? Nichts. Keiner schleicht sich elektronisch in Stephan Weils Staatskanzlei ein, niemand schickt Trojaner in das Netz des Wirtschaftsministeriums, das Minister Bernd Althusmann gerade zur Gegenmacht der Staatskanzlei umbaut, von der er einst wie Captain Horatio Hornblower die Welt erobern will. Keine ausländische Macht beobachtet den internen email-Verkehr der Regierung, die derzeit die Stellen hin und her schickt wie zu Hochzeiten des Gefangenenaustauschs mit Nordkorea. Und warum interessiert sich keiner für Niedersachsen? Nun, weil wir eben abgehängt sind von der Digitalisierung, die uns bald per Milliardenschub Anschluss ermöglichen soll an die große, weite Welt der üblen Nachrede, der Spionage und der wunderbaren Welt der Globalisierung.

Wie ein Eiland in der Welt der Globalisierung ragt das frühere Herzogtum Oldenburg hervor, das einmal im Jahr zu einem höchst eigentümlichen Ritual lädt, bei der in der Regel 200 Kilo Grünkohl mit 60 Kilo Pinkel, 95 Kilo Kasseler, 50 Kilo Kochmettwurst und 38 Kilo Speck in 280 geladene Gäste gestopft werden, wie die Nachrichtenagenturen Jahr für Jahr berichten. Damit nicht genug wird beim deftigen Oldenburger Grünkohlessen auch noch ein sogenannter Grünkohlkönig gewählt, der viel Licht auf das von Rhodedendren verschattete Oldenburger Land werfen soll. Diesmal hatten die Oldenburger Mühe, ihren sogenannten König zu finden, da sich die Kabinettsbildung in Berlin noch hinzieht. Am Ende ist es dann David McAllister geworden, der sich eigentlich auf jeder Party gut macht. Aber allmählich könnten sich die Oldenburger mal was anderes ausdenken, wenn sie Meldungen vermeiden wollen über 200 Kilo Grünkohl mit 60 Kilo Pinkel….

Nicht nur der FDP-Abgeordneten Hillgriet Eilers ist aufgefallen, dass im Nachtragshaushalt der niedersächsischen Landesregierung nichts bezüglich des Emder Feuerschiffs „Amrumbank/Deutsche Bucht“ enthalten ist, obwohl führende Politiker den Emdern schon größte Versprechen zur „dringend nötigen Grundsanierung dieses eindrucksvollen und für Emden auch extrem wichtigen Schiffes“ gemacht haben. Deshalb holen wir die Mahnung hier aus dem Papierkorb. Das Ding kann nicht nur Licht spenden (was dem Grünkohl eher abgeht), sondern sogar noch aus eigener Kraft auslaufen, obwohl es die längste Zeit des Jahres im Hafen vertäut ist. Und wenn einer dem Klabautermann einen Schrecken einjagen kann, dann so ein Feuerschiff...

Das war jetzt natürlich arges Seemannslatein, aber wir wollten auch mal ein paar fake news in die Welt setzen, die jetzt weltweit so modern sind. Macht doch sogar die geschäftsführende Bundesregierung, wenn sie der EU im Dieselbetrugsskandal erklärt, in Deutschland für kostenlosen Personennahverkehr zu sorgen. Keine Nebelkerze scheint zu klein, um dem Reichtum an Stickstoffdioxid zu begegnen, der nur wirklich pulsierende Städte auszeichnet.

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