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Von Ministranten und Penetranten

Aus meinem Papierkorb Von Ministranten und Penetranten

Niedersachsen-Redakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten. Heute: Gutmenschen, ministrierende Senegalesen und CDU-Generalsekretär Andreas Scheuer .

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Das Bessere sei der Feind des Guten, sagt man. Und das Gute sei besser als das Böse. Dabei ist der Gutmensch ein Schimpfwort für jene, die es gut mit fremden Menschen meinen, welche andere lieber zum Teufel schicken wollen. Oder wenigstens dahin, wo der Pfeffer wächst, wie man früher sagte. Oder denen man, wenn Widerspruch auftauchte, früher ein beherztes „Geh doch noch nach drüben“ entgegenzischte. Hab’ ich oft gehört in meiner Jugendzeit. Heute, wo mit dem Zerfall der DDR gleichsam das transzendentale „Drüben“ abhandengekommen gekommen ist, mischt sich Alles munter mit Allem. Fußball mit Freimaurerei oder, was noch nachhaltiger sein kann, mit praktiziertem Katholizismus. Was manchen wiederum so übel aufstößt, dass die Merkelin schon ‘Deutschland bleibt Deutschland’ skandieren muss, damit ihr die Seinen beziehungsweise die I(h)ren nicht von der Stange gehen.

Aber wissen wir denn wirklich, was das Allerschlimmste ist? Na klar, wenn uns der Himmel auf den Kopf fällt und wir mit abgelaufenem Fahrschein im Vorhof der Hölle landen. Oder in Plasbergs „Hart,aber fair“. Nein, falsche Antwort. „Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese“, hat der CDU-Generalsekretär Andreas Scheuer gesagt, der Mann mit dem rollenden „R“  und der Cary-Grant-Brille. Und was an dem Senegalesen so schlimm ist, hat der CSU-Cary-Grant-Scheuer auch gesagt: „Der ist drei Jahre hier, als Wirtschaftsflüchtling, den kriegen wir nie wieder los.“

Also Freunde, die Integration ist nicht das Bessere als Feind des Guten, sondern das Böse. Weil man dann ja die Wirtschaftsflüchtlinge nicht mehr los wird, wenn sie hier den Boateng machen, den der Gauland nicht zum Nachbarn haben möchte. Und wenn zugereiste Senegalesen neben dem Fußballspiel auch noch einen auf Ministranten machen, kommt in der Parallelwelt der CSU einfach zu viel zusammen, was vielleicht noch zu Deutschland aber keinesfalls zu Bayern gehört. Noch Fragen? Nein, lieber nicht.

Aber es berührt schon merkwürdig, dass die Bundeskanzlerin jetzt vor der CSU geradezu zu Kreuze kriechen muss, weil es in Bayern nicht nur ministrierende Senegalesen, sondern offenbar auch eine Menge penetrierende Ingolsheimer vom Schlage eines Seehofer gibt. Wenn sich die Unionisten schon so penetrant in den Haaren liegen, müssen sie sich nicht wundern, wenn sich plötzlich merkwürdige Alternativen neben der Union aufbauen.

Dieses Jahr wird übrigens nicht nur als Jahr des schärfsten Bruderzwistes in der Union in die Annalen eingehen, sondern auch als eines der dicksten Kürbisse. Wobei es bei den Kürbissen nicht so ist wie mit den dicksten Kartoffeln, die angeblich von den dümmsten Bauern geerntet werden. Das hat die moderne Landwirtschaft längst hinter sich. Nein, die Wärme der letzten Tage hat die Kürbisse wesentlich fetter gemacht als der Intelligenzquotient ihrer Züchter. Das Spätsommerwetter habe ideale Reifebedingungen geschaffen, vermelden Landwirtschaftskammer und Landvolk. Wenn das in diesem ganzen Wirrwarr nicht mal wirklich was Positives ist.       

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