Der spielte einen Milliardär, der einem spielsüchtigen Architekten eine Million Dollar versprach, wenn der ihm für eine Nacht mal seine Frau ausleihen würde. Nun ja, der Architekt handelte, wie es Architekten häufig tun: Er hielt die Hand auf, kriegte dann aber Zweifel, spendete das Geld für einen guten Zweck, während sich die Gattin kurzzeitig in Robert Redford verliebte, was man eigentlich keiner Frau verübeln kann. Die verhängnisvolle Affäre indes geht gut aus – jedenfalls nach Kriterien der Freiwilligen Selbstkontrolle.
Ich erwähne den Hollywoodschinken nur, weil die Grünen jetzt eine Landtagsanfrage zum Verhalten von Landeswirtschaftsminister Jörg Bode auf Sylt eingereicht und sich über ein „unmoralisches Angebot“ an den Freidemokraten beschwert haben. Das unterbreitete in diesem Fall nicht Robert Redford dem guten Mann (was man sich in diesen spätrömisch-liberalen Zeiten auch vorstellen könnte), sondern die Glücksspiellobby. Die hatte Bode vor einer wichtigen Abstimmung zu Glücksspielfragen zu einem Vortrag nach Sylt eingeladen. Den hat er auch gehalten und durfte dann auf Einladung der Zeitschrift „Sponsor’s“ (ist das nicht komisch?) umsonst in einem Luxushotel übernachten. Weil Bode „dienstlich“ da war, gehe das in Ordnung, meinen die Fachkundigen zum Thema Ministergesetz. Warum er seine Hotelnacht nicht aus der Landeskasse bezahlt hat, wenn er denn schon dienstlich nach Sylt musste, ist indes eine ganz andere Frage. Aber wie sagte schon der Lateiner in uns: Über Geschmack soll man nicht streiten.
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Immerhin, und nun wollen wir den Liberalen loben, hat er nach eigenen Worten die Offerte zu einem „Schnupper-Kurs Golf“ mannhaft ausgeschlagen – ein für den biederen Bode denn doch zu unmoralisches Angebot.
Wie auch immer: Im Augenblick haben es die Liberalen auch verdammt schwer. Nichts will ihnen gelingen. Und wenn der neue designierte Parteiführer Philipp Rösler den Bundeswirtschaftsminister in die Wüste schicken will und sein „Brüderle, komm tanz mit mir, beide Hände reich’ ich Dir“ anstimmt, macht der verbockte Rest der Partei eben nicht „mit den Händen klapp, klapp, klapp, mit den Füßen trapp, trapp, trapp“. Dabei ist doch alles so einfach im deutschen Märchenwald vor dem Haus der bösen Zuckerhexe: „Einmal hin, und einmal her, rundherum, das ist nicht schwer.“
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