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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Ferkeln und Wildpinklern
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Ferkeln und Wildpinklern
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18:00 12.10.2018
Quelle: HAZ

Schafft sie das Unvermeidliche? Kann Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast den Exodus der deutschen Ferkelerzeugung aus Niedersachsen stoppen? Kann Sie verhindern, dass wir von dänischen Ferkelfleisch überschwemmt werden wie die Halligen zur Zeit der Herbststürme? Wird sie es schaffen, dass Niedersachsen noch eine geraume Zeit, das Land der unbegrenzten betäubungslosen Ferkelkastration bleiben wird, Deutschands Kastrationscluster Nummer Eins? Oder müssen sich Niedersachsens stolze Ferkelproduzenten selbst entmannen, wirtschaftlich gesehen? Fragen über Fragen, liebe Ferkelfreunde, im sonnigen Herbst des Schweinelandes Nummer Eins.

Aber es ist schon eigentümlich, dass unsere Zeitungsspalten merkwürdige Worte wie „betäubungslose Ferkelkastration“ oder „Katzenkastrationsregister“ prägen, wobei den Katzen, obwohl sie in der Regel nicht dem langfristigen Verzehr zugeführt werden, meist eine wunderbare Vollnarkose beim Tierarzt gegönnt wird. Und das ist gut so und auch Mindeststandard in einer ziemlich tierischen Angelegenheit. Aber es muss mit den flächenmäßigen Qualitäten dieses wunderbaren Bundeslandes zu tun haben, dass das Tierische derart unbetäubt die Landespolitik prägt...

Jetzt den Übergang zu Gerhard Schröder zu finden, ist nicht ohne Risiko. Aber als er noch im Amt war, nannte man ihn, den Sozialdemokraten mit dem charmanten Wolfslächeln, ein „political animal“. Man bezeichnete ihn also als Politiker mit animalischen Qualitäten, was als urwüchsig-kreatürlich übersetzt werden könnte. Gratulieren wollen wir ihm von dieser Stelle zur nunmehr fünften Hochzeit, die unter allerlei Getöse in einem etwas größeren Berliner Hotel gefeiert werden konnte. Immerhin hat er mit seinen fünf Ehen noch nicht Heinrich, den Achten, überboten, der es auf sechs Ehen brachte und zwei seiner Ehefrauen erst hinrichten lassen musste, um ein neues Liebesglück zu starten. Und im Gegensatz zu Heinrich, dem Achten, hat Schröder auch keine Kirchen oder Klöster von Staatswegen kassiert, sondern will der hannoverschen Marktkirche ein neues Fliegen-Fenster schenken. Das wirkt zwar etwas feudal, aber heißt es nicht, dass geben seliger sei als nehmen? Fragen über Fragen.

Zu den Absonderlichkeiten eines bäurisch geprägten Flächenstaates scheinen auch die sogenannten Wildpinkler zu gehören, die es wie die Wildschweine zunehmend in die Städte zu ziehen scheint, weshalb wir sie zu den sogenannten Kulturfolgern oder auch Hemerophilen rechnen wollen. Einer dieser Hemerophilen wurde kürzlich in Oldenburg, einer Stadt, die auf ihr urinfreies Äußeres setzt, von einem Messerstecher niedergestochen, was man auch einem Oldenburger nicht durchgehen lassen sollte. Dazu meinte ein von der Deutschen Presseagentur befragter Kriminalist, dass Wildpinkler ideale Opfer seien. Begründung: „Sie stehen da mit geöffneter Hose, urinieren und zeigen dabei wohl regelmäßig den Tätern ihren Rücken.“ Wehrt Euch, rufen wir den Wildpinklern zu: Naht der Messermann, dann dreht Euch um!

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