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Von Gruselclowns und Impulslärm

Glosse "Aus meinem Papierkorb" Von Gruselclowns und Impulslärm

Niedersachsenredakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten. Diesmal: Von Gruselclowns und Impulslärm.

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Nur gut, dass das jetzt mal geklärt ist. Den dicksten Kürbis Europas hat ein Belgier gezüchtet. Jawohl, ein Belgier und kein Niedersachse, obwohl auch im „Agrarland Nummer Eins“ die gelben Dinger immer dicker werden. Aber auf 1190,5 Kilo wie der Kürbis des Belgiers Matthias Willemijns hat es hierzulande noch keiner gebracht. Aber die Belgier können ja nicht nur Kürbisse, sondern auch die EU zum Wahnsinn treiben – durch wallonische Einsprüche zum Handelspakt Ceta.  „Das ist Wahnsinn, ich bin positiv konsterniert“, überlieferte die dpa die letzten Worte des belgischen Züchters, der Mühe haben müsste, das Ding aus dem Ludwigsburger Schlossgarten wegzuschaffen, wo der Gemüseriese noch bis November residiert.

Angesichts von Riesenkürbissen die Sinnfrage zu stellen, empfiehlt sich ebenso wenig wie bei Donald Trump oder anderen Gruselclowns, die jetzt sogar norddeutsche Fußgängerzonen entvölkern. Allmählich wird man selbst als Transatlantiker zum Globalisierungskritiker, zumal immer mehr Verrückte nicht nur die Nachrichtenspalten, sondern auch das wirkliche Leben bevölkern, sodass der alltägliche Wahnsinn im Büro, in der Kantine oder vor der Ladenkasse einem schon gar nicht mehr auffällt.

Nur gut, dass die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley und Frank Oesterhelweg in dieser Wahnsinnswelt ein Problem aufgreifen, das die Damen und Herren von der Presse allzugern verschweigen. Genau, es geht um den sogenannten „Impulslärm“ und „Gehörschäden durch Jagdwaffen“, die die Aufnahmebereitschaft breiter Kreise der niedersächsischen Forstwirtschaft empfindlich einschränken. Doch hören wir die beiden Landtagsabgeordneten selbst: „Die meisten Jagdwaffen in jagdlich verwendeten Kalibern verursachen Impulslärm von 150 bis 165 dB. Aus Sicht von Medizinern und nach Angaben des Arbeitsschutzes kann Impulslärm oberhalb von 140 dB bereits irreversible Schäden verursachen.“ Genau. Das ist so, als wenn einem ein Riesenkürbis aufs Ohr fallen würde.Aber was tun? Ganz einfach: Schalldämpfer einsetzen, empfehlen die beiden wackeren Streiter für den Gehörschutz der Schützen, und wir stimmen unter kräftigem Klatschen der Hände (Impulslärm unter 140dB) ihrem Vorschlag zu. Aber auf uns hört ja keiner...

Es ist ohnehin viel humaner, wenn ein von bleifreier Kugel getroffenes Wild den Schuss gar nicht hört, der es erlegt. Ohnehin haben, auch ohne Schalldämpfer, viele den Schuss nicht gehört, die einfach so im Wald herumlaufen und Impulslärm ohne Ende verursachen. Aber das ist ein anderes Thema.

Jetzt den Übergang zur FDP-Landtagsfraktion zu finden, ist gar nicht einfach, obwohl sich der Fraktionsvorsitzende Christian Dürr für einen guten Impulslärm selten zu schade ist. Eigentlich ist diese Fraktion gedanklich gut sortiert und macht im Allgemeinen keinen bekifften Eindruck. Aber was führt die Damen und Herren Liberalen dazu, ständig die Einführung von Cannabis für Erwachsene zu fordern, damit der Jugendschutz verbessert und bessere Cannabisqualitäten auf den Markt kommen?

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