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Von Krabben und Tortenwürfen

Aus meinem Papierkorb Von Krabben und Tortenwürfen

Niedersachsenredakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten. Diesmal: Von Krabben und Tortenwürfen.

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Quelle: HAZ

Endlich sagt es mal einer, spricht es einfach aus, ohne Rücksicht auf die politische Correctness zu nehmen. „Das ist Natur, da können wir nichts machen“, hat Dirk Sander, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer, der Deutschen Presseagentur gesagt - auf die Frage, warum derzeit eine ausgesprochene Krabben-Knappheit im Lande grassiert: Die großen Krabben vom vergangenen Winter seien nicht mehr da, die neuen müssten noch wachsen.

So kommt es in dieser Zeit zu einer beklemmenden Krabben-Knappheit, die Feinschmecker bereits zwinge, für ein Krabbenbrötchen bis zu 9,50 Euro hinzulegen. 9,50 Euro für ein Krabbenbrötchen, da möchte man kein Feinschmecker sein. Bei der Nordseekrabbe (Crangon crangon), so viel sei noch angemerkt, handelt es sich laut „Hamburger Abendblatt“ um einen „nahezu einjährigen Organismus“. Und wenn der Fischer kommt, geht alles noch sehr viel schneller, wird der kleine Organismus noch viel fixer verdaut und schnellen die Preise für die handgepulte Krabbe im Brötchen nach oben. So viel zur Mikroökonomie.

Nur gut, dass es noch keine Krabbentorten gibt, denn die Linken-Fraktionsvorsitzende Sarah Wagenknecht mit einer braunen Sahnetorte lassen wir uns ja noch gefallen. Aber so eine Krabbentorte wäre doch der blanke Hammer und selbst ein Krabben-Törtchen wäre als Wurfgeschoss eindeutig abzulehnen. Wobei wir uns schon ein wenig gewundert haben, wieso die Tortenschlacht - ein klassisches Element der Unterhaltungsindustrie der Zwanziger Jahre - jetzt auf einem Parteitag der Linken zu besichtigen war, als ein autonomes Ferkel die schöne Sarah mit einer Torte verunzierte. Früher ließ Hollywood für Dreharbeiten mit Stan Laurel und Oliver Hardy („Dick und Doof“) 3000 (!) Torten herstellen, entnehmen wir dem Netz. Und dass sich das „Puddingattentat“ gegenüber dem „Tortenattentat“ nicht durchgesetzt habe, lesen wir noch. Aber Freunde der Natur: Mit Lebensmitteln sollte man generell nicht werfen. Nicht mit Torten, nicht mit Krabben, ja selbst mit Tauben nicht (nur mit sogenannten Tontauben). Und wer Eulen nach Athen trägt, hat ohnehin einen an der Waffel.

Jetzt den Übergang zu Alexander Gauland finden, ist nicht ohne Risiko, zumal das Nachbarschaftsthema schon ziemlich ausgereizt ist. Wir fragen uns nur, warum der Herr Gauland selten ohne Tweedjacke zu sehen ist. Nichts gegen Tweedjacken, aber die ultimative Gauland-Frage bleibt: Gibt’s die auch als Nachthemd? Und warum heißt der Herr denn so, obwohl man ja mit Namen keine Scherze treiben sollte und mit dem Entsetzen ohnehin nicht. Und wenn wir schon bei absurden Fragen sind: Was trieb den ehrenwerten SPD-Europaabgeordneten Martin Schultz zu dem Satz, er unterstütze Sigmar Gabriel „mit Haut und Haaren“? Eine Formulierung, die der mittelalterlichen Folter entsprungen sein soll, wo der Delinquent geschoren und geschlagen wurde. Ist es schon so schlimm in der SPD?

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