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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Mondlandungen und Wolfshybriden
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Mondlandungen und Wolfshybriden
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00:22 11.02.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ

Die Bundes-SPD, so ist zu hören, will auf ihrer Klausur am Wochenende in Berlin eine grundlegende Reform des Sozialstaates beschließen. Den vollständigen Abbau von Hartz IV, Bürgergeld für alle, alkoholfreies Freibier bis zum Umfallen sowie die Respektrente auch für Respektlose. Ferner soll auf Vorschlag von Parteichefin Andrea Nahles beschlossen werden, den früheren Parteivorsitzenden Gerhard Schröder erst einmal in eine Umlaufbahn um die Erde zu schießen und dann endgültig auf den Mond. Nahles, so heißt es, sei der Interviews von Schröder im „Spiegel“ überdrüssig, in denen dieser höchst verständlich erläutert, woran es der SPD zur Zeit gebricht. Ob Schröders Mondlandung gelingen wird, ist noch strittig. An Aufstiegswillen hat es dem Hannoveraner noch nie gemangelt ...

Ein grundsolides Urvertrauen ist auch dem früheren Landeswirtschaftsminister Jörg Bode nicht abzusprechen. Der FDP-Mann nervt jetzt die Landesregierung mit einer detaillierten Landtagsanfrage. Bode will wissen, ob „jährlich 76 Milliarden Zigaretten, 3 Milliarden Zigarren und Zigarillos, 3245 Tonnen Pfeifentabak und 24.258 Tonnen Feinschnitttabak Auswirkungen auf die Luftqualität in Deutschland“ und auch in Hannover haben? Der Tabakrauch einer Zigarette enthalte schließlich 1,2 Milligramm Stickoxid, eine Schachtel dementsprechend 24 Milligramm. Da rund 1,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen durchschnittlich 20 Zigaretten am Tag rauchten, entstünden jährlich insgesamt 13 Tonnen Stickoxide. „Stellen Raucherbereiche an öffentlichen Aschenbechern, zum Beispiel in der Passerelle von Hannover, einen Hotspot für gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe dar?“ will er wissen – und wie die Landesregierung die gesundheitlichen Folgen von Tabakrauch für Passivraucher im Vergleich zu den Emissionen von Dieselwagen „auf in der Nähe befindlichen Passanten“ bewertet.

Spaßvögel hat auch die Fraktion der Grünen in ihren Reihen, dessen Abgeordneter Christian Meyer jetzt detailliert fragt: „Hat die Rote Armee nach Auffassung der Landesregierung Wolfshybride in Niedersachsen ausgewildert?“ Obwohl die Rote Armee trotz guter Grünkohlbestände nie bis Niedersachsen gekommen ist, will Meyer wissen, wann der Abzug der Roten Armee aus Deutschland geschah und ob die Landesregierung die Aussagen von Jäger-Präsident Helmut Dammann-Tamke teile. Der hatte behauptet, dass die Rote Armee im Ostblock Wolfshybriden gehalten habe, weil die schärfer als Hunde seien. Und bei ihrem Abzug habe sie vermutlich einige der Tiere einfach ausgewildert.

Von Michael B. Berger

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