Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Von Muezzin-Rufen und deutschem Spargel

Aus meinem Papierkorb Von Muezzin-Rufen und deutschem Spargel

Niedersachsenredakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten. Heute: Von Muezzin-Rufen und deutschem Spargel.

Voriger Artikel
Vom bösen Schein des Ekels
Nächster Artikel
Jedem sein persönliches Ferkel
Quelle: HAZ

Da sind wir aber beruhigt, dass der drohenden Islamisierung des Abendlandes sowie der gesamten Norddeutschen Tiefebene jetzt deutliche Grenzen gesetzt werden. Das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) beuge schon der angeblichen Gefahr vor, dass der Schrei der Muezzins allzu markerschütternd ausfallen könne. Das hat Innenminister Thomas de Maizière der AfD-Sprecherin Frauke Petry entgegen- gehalten und dabei so grimmig geschaut, dass jede Gefährderansprache bei Petry ins Leere laufen dürfte. Denn die kam schon so aufgedreht und überglücklich in die Schwafelrunde bei Anne Will, dass ernsthafte Einwände die Aktivistin im quietschgrünen Blazer kaum erreichen dürften. Endlich bei den Mächtigen mitreden dürfen, bei den Altparteien. Im Fernsehen! Das Glück strömte nur so aus der früheren Pfarrersfrau, dass einem schon beim Zugucken ganz schwiemelig wurde. Aber wenn schon das gute deutsche BImSchG gegen den Ruf vom Minarett eingesetzt werden kann, wie steht es denn mit dem Einsatz der Europäischen Feinstaubrichtlinie gegen katholische Gottesdienste? Nur eine kleine Idee zum Pfingstfest, denn die Weihrauchschwaden sind auch nicht ohne ...

Aber, um es klar zu sagen: Mit Weihrauch kommt man gegen die AfD und die ausgesprochen schlechte Stimmung, die die Herren und Damen in Deutschland verbreiten, auch nicht an. Da mag der neue EKD-Oberbischof Heinrich Bedford-Strohm, der zu jedem politischen Senf noch protestantischen Mostricht reicht, noch so warnen. Da versagt selbst der Gute-Laune-Bär von der SPD, ja, ich meine unseren „Siggi“ Gabriel aus Goslar, der jetzt mit einer Reinigungskraft aus NRW auf den Putz haut. Na, gegen die „Schwatten“. Aber die „Schwatten“ sind auch nicht mehr das, was sie früher mal waren, was man etwa bei unserem Military-Röschen Ursula von der Leyen gut sehen kann. Na, und die Roten? Driften politisch eher ins Magenta, wo sich die FDP rein designmäßig tummelt. Ist also alles ziemlich kompliziert, kurz vor Pfingsten, wo der Heilige Geist über uns niedergeht.

Wo bleibt das Gute? Na, auf dem Teller. Spargel, so vermeldet die Deutsche Presse-Agentur, werde immer mehr zum „Volksessen“, „und deutscher noch dazu“. Noch deutscher der Spargel, noch reiner, noch feiner, noch weißer. Das passt doch voll in den politischen Grundton, der jetzt allerorten zu hören ist. Wir packen das. Beim Spargel haben wir schon einen „Selbstversorgergrad“ von 84 Prozent. Das ist ja fast die reine Spargel-Autarkie. Endlich ist die Fremdherrschaft südeuropäischen Gemüses abgeschafft. „Bei wachsendem Spargelhunger bekommen die Deutschen immer mehr heimische Werte auf ihre Teller“, jubiliert die Presse-Agentur.

Und sonst? Wenig Neues unter der Sonne. „Femen packt die Brüste ein“, titelte eine Zeitung, die erst einmal ein paar Brüste auspackte, um den Streit bei den Nackten zu illustrieren. So spielt halt eins ins andere. Nur das Wetter bei Pfingsten nicht mit. Ein frohes Fest!

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb

Die Wahl ist entschieden: Donald Trump wird der 45. Präsident der USA. Auf unserer Themenseite finden Sie aktuelle Berichte, Analysen und Hintergrundinformationen zur Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. mehr

CDU-Parteitag in Hameln

Zum Landesparteitag der niedersächsischen CDU in Hameln haben sich rund 450 Delegierte versammelt, um über einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 zu entscheiden. Sie nominierten einstimmig Bernd Althusmann.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.