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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Nacktschnecken, Bratkartoffeln und Altkanzlern
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18:58 20.07.2018
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Sie sind gelblich grün, tragen Flecken am glitschigen Leib und haben blaue Fühler. Und selten sind sie, äußerst selten. In Oldenburg hat ein Exemplar von ihnen diese Woche einen Museumsmann so zum Juchzen gebracht, dass er sein Glück sogleich in eine Pressemitteilung presste, die überschrieben war: „Nachts nackt auf der Friedhofsmauer – erstmals Bierschnegel in Oldenburg nachgewiesen“.  Aber  bevor jetzt bei Ihnen, werte Leser und Bierschnegelfreunde, die Fantasien in die Höhe schießen, sei gleich die Information nachgeschoben, dass es sich beim Bierschniegel um eine Nacktschneckenart handelt, die einst aus dem Mittelmeerraum zu uns kam, am liebsten in dunklen Bierkellern lebt und vom Aussterben bedroht sein soll. Nunja, ziemlich schleimig sind sie schon, aber rar. Und streng nachtaktiv, was man von einer Nacktschnecke auch erwarten dürfte.

Nach dieser grausamen Woche mit einem derart infantilen, ordinären, durchgeknallten, stabilen, US-amerikanischen Genie habe ich einen bewusst unpolitischen Einstieg gewählt, der für die Vielfalt der Schöpfung sprechen soll, in der sich selbst Nacktschnecken, zu der wir persönlich ein eher feindliches Verhältnis haben, als erhaltenswertes Unikum fühlen können.  Denn in seiner unendlichen Langmut gelingt es dem Schöpfer immer wieder, selbst im Häßlichen das Göttliche zu entdecken. So gesehen könnte auch Donald Trump ein Wink der Schöpfung sein. Doch lassen wir den Gedanken, der uns eher in AfD-Gefilde abtreiben ließe...

Widmen wir uns lieber dem Sommerloch, das spätestens jetzt in Niedersachsen ausgebrochen ist, was man schon daran merkt, dass die Presseagenturen Reportagen über die „Kuh des kleinen Mennes“ versenden. Da soll die Ziege sein, die zumindestens von ihren Haltern ziemlich viel Hingabe und Enthusiasmus verlangt. Auch im Sommerloch, das ganze Regionen zu politikfreien Zonen verwandelt, sofern es sich nicht um Feriengebiete handelt, in die die Politiker ihre sogenannten Sommerreisen legen. Diese Woche war Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast unterwegs und besuchte Biogasablagen mit Nährstoffmessstationen in Visselhövede oder weihte „feierlich“ die Frischwasserleitung und den zentralen Abwasseranschluss im Osten der Insel Langeoog ein. Nun wissen wir auch, dass die Ministerin, selbst Landwirtin, ihre Kühe am Euter erkennt. „Mein Mann erkennt die Kühe eher am Kopf.“ Das ist er, der schon oft beschriebene „kleine Unterschied“ zwischen Mann und Frau.

Womit wir bei Gerhard Schröder wären. Dessen neue, fünfte Frau, Soyeon Kim hat jetzt der „Bunten“ berichtet, dass der Gerd ihr öfter Bratkartoffeln „kocht“. Dafür habe sich  Schröder sogar bei einem Spitzenkoch Rat geholt, berichtet das Blatt. Neben der Herdarbeit soll der Altkanzler sogar „Hamlet“ zitieren. So wird auch die Bratkartoffel, die bislang noch nicht den Weg in die Spitzengastronomie gefunden hat,, durch Altkanzlerhand und -pfanne veredelt. Gerhard Schröder brutzelt fürs neue Glück – ein Sommermärchen.

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