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Von Plagiaten, Vergrämern und Beifall für Maas

Aus meinem Papierkorb Von Plagiaten, Vergrämern und Beifall für Maas

Niedersachsenredakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten. Heute: Von Plagiaten, Vergrämern und Beifall für Maas.

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Quelle: HAZ

Hui, das hat aber gesessen. „Teile meiner damaligen Arbeit entsprechen nicht den Ansprüchen, die ich selber an mich stelle“, hat Ursula von der Leyen befunden. Frau Doktor hat über sich selbst zu Gericht gesessen und ist zu diesem Urteil gekommen. Diese unbarmherzige Selbstkritik zählt doppelt. Denn wir wissen: Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche. Oder wären gerne selber welche. (Achtung, diese beiden Sätze sind Plagiate vom großen, ruhmreichen F. W. Bernstein). Aber was gibt es Schärferes als die Selbstkritik einer kritischen Bundesverteidigungsministerin, die wir hier in ihrer ganzen Zierlichkeit nicht mit einem Elch vergleichen wollen. Wir gratulieren Frau Doktor von der Leyen zur Verteidigung des Titels. Zumal jetzt sogar Linken-Chef Bernd Riexinger einräumen muss, „auch Frau von der Leyen ist nicht übermenschlich“. Wir fragen uns, wer in der Berliner Szene überhaupt noch als „Übermensch“ einen Platz in der Bundesratskantine bekommt. Horst Seehofer? Der ist in erster Linie lang, auch wenn viele ihn „über“ haben.

Dieser wüste Kalauer verdankt sich nur der Tatsache, dass ich nach einem passenden Übergang suchte, um von der elenden Plagiatsaffäre loszukommen. Anfangs waren uns diese Plagiatsjäger ja noch sympathisch, weil sie Angeber zu Fall brachten. Aber allmählich bekommt die Suche nach Plagiaten bei 30 Jahre alten Doktorarbeiten doch etwas Denunziatorisches, zumal es ganze Branchen gibt, die vom Plagiieren leben. Schließlich ist das Plagiat, wie Pastorentöchter rühmen, die Mutter des Predigteinfalls - und der Ursprung ganzer Städte in Chinas Wirtschaftssonderzonen.

Womöglich ist auch der liebestolle Wolf, der seit Monaten die Heide verunsichert, nachts an den Zäunen von Flüchtlingsunterkünften sein Nickerchen macht und schwedischen Wolfsvergrämern schon mehrmals begegnet ist, das Plagiat eines deutschen Schäferhundes, der sein Herrchen sucht. Bemerkenswert, wie ruhig der schwedische Vergrämer über sein Zielobjekt sprach. Könnte man zur Beilegung von Konflikten nicht auch einen solchen Vergrämer im niedersächsischen Landtag einsetzen? Er müsste ja nicht gleich zum Gummigeschoss greifen. Bei der eindrucksvollen Prallbauchdichte im Landtag wäre dies ein gefährliches Unterfangen und Querschläger wären nicht ausgeschlossen.

Heiko Maas fällt weder unter die Rubrik „Prallbauch“ noch unter „Plagiat“ oder „liebestoll“ - obwohl, naja. In jedem Fall ist eine ganz eigene Nummer. Jetzt konnten wir Zeuge werden, dass Maas nicht ohne „Anklatscher“ in eine TV-Talkshow geht. Obwohl die doch eigentlich als „Pressesprecher“ und nicht als Claqueure angestellt werden. Keinen Beifall gibt es für die Tatsache, dass diese Woche ein kranker Landtagsabgeordneter ins Parlament gekarrt werden musste, weil die Fairnessregeln gefährdet waren. Dass Atommüll „rückholbar“ sein soll, ist einzusehen. Aber verschnupfte Abgeordnete doch nicht.

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