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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Politikerreisen und königlichen Chauffeurinnen
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Politikerreisen und königlichen Chauffeurinnen
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16:55 22.04.2016
Von Michael B. Berger
Quelle: HAZ
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An dieser Stelle und an diesem Wochenende, wo der unvergessliche Barack Obama vom besternten US-Himmel zu uns in die Leineniederungen herabsteigt, wollen wir einmal unsere Politiker loben. Etwa Niedersachsens Landtagspräsidenten Bernd Busemann, der die Flamme des Parlamentarismus auf entbehrungsreichen Reisen auch noch in die entfernsten Winkel dieser Erde trägt, wie gestern etwa nach Hongkong, wo er nicht nur den neuen Plenarsaal des Council of Hongkong pries, sondern in einer Pressemitteilung auf die Bedeutung der Beziehungen zwischen Niedersachsen und der Sieben-Millionen-Weltmetropole hinwies, wo man bei Arbeitsgesprächen stets auf hochkarätige Gesprächspartner stoße. Nicht unterschlagen wollen wir den Schlussappell des Landtagspräsidenten: „Hongkong benötigt neben den bestehenden Beziehungen zu China mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung.“ Also, Niedersachsen, schaut auf diese Stadt. Schaut auf die Sonderwirtschaftszone Hongkong. (Und nicht nur auf Obama, der laut einer Meldung der „Kressestelle“ der rot-grünen Regierung in Hannover weilt).

Apropos Weil: Unser hochlöblicher Landesvater Stephan Weil weilte diese Woche in Teheran, wo er sich endlich frei machen konnte vom Gerangel um Integrationskosten, Kormoranverordnungen und alldem, was die niedersächsische Landespolitik so unterhaltsam macht. Zum Abschluss der Tour gab es einen Bummel über den Basar, wie wir einer packenden dpa-Reportage entnahmen. „An jeder Ecke erwarten Weil neue Gerüche, mal ist es der Duft von Leder, mal der von Essen, mal Weihrauch“, berichtet dpa. Und wie reagiert Weil? Cool. Äußerst cool. „Das hat deutlich mehr Charme als die großen Einkaufszentren“, sagt er. In der Tat. Die sind in der Regel geruchs- und frei von Teppichhhändlern, die deutsche Ministerpräsidenten unter windigen Versprechungen in ihre Räume locken, wo sie doch nur eines wollen: Teppiche verkaufen. Mit auf dem Irantrip war übrigens auch Wirtschafts-Staatssekretärin Daniela Behrens, die im Lande der Mullahs stets mit Schleier auftreten musste, während die begleitenden männlichen Vollglatzen ganz ohne Schleier um die Wette strahlten. Beim Barte des Propheten: Das ist ungerecht. Wir fordern: Vollverschleierung für Alle!!

Aber das lässt sich vermutlich nicht mehr durchsetzen, weil auch die bürgerlichen Parteien hierzulande leider immer mehr Rücksicht auf die rechten Recken und die verqueren Gedanken der AfD nehmen, die nicht nur in Dunkeldeutschland alle muslimischen Symbole aus der Öffentlichkeit verbannen will, sich in Punkto Religionsfreiheit also an Saudi-Arabien orientiert, das immerhin den Vorteil bietet, dass Frauen hier nicht Auto fahren dürfen. Die einzige Frau, die jemals einen saudi-arabischen König chauffiert hat, war übrigens? Na, wer wohl? Ich sage nur eines und singe es hier laut: God save the Queen. Elisabeth II fuhr den Saudi durch Schottland.

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