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Von Schwarzen, Negern, Liebesglück

Aus meinem Papierkorb Von Schwarzen, Negern, Liebesglück

Michael B. Berger mit 
einem satirischen Rückblick auf die Woche – heute: Über richtig Schwarze und wunderbare Neger sowie ein „Liebes-Comeback“, das Anlass zu schierer Lebensfreude gibt.

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Quelle: HAZ

Einseitiges Pochen oberhalb der Augen, warnt die Apothekerkammer, könne auf Migräne hinweisen. Betroffene verspürten vor dem Einsetzen eine „sogenannte Aura mit Wahrnehmungsstörungen“. Was dann folgt, ist nicht mehr feierlich; Übelkeit, Sehstörungen ...Hier brechen wir lieber ab, zumal der Hypochonder in uns allgegenwärtig ist. Aber die Frage stellt sich, ob Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gerade in der Aura wunderbarer Wahrnehmungsstörungen weilte, als er Roberto Blanco einen „wunderbaren Neger“ nannte. Der Begriff „wunderbar“ wäre uns ausgerechnet zu Blanco nicht eingefallen (was hätte alles aus dem alles Wunderbares werden können, wenn er sein Medizinstudium nicht nach zwei Semestern abgebrochen hätte ...), aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Wohl aber über „Neger“, die noch nicht einmal als Kombination mit ,,-kuss“ in unseren Kindergärten überlebt haben. Und auch der „Nickneger“, der manchmal in der Kirche manche gottgefällige Spende für die Schwestern und Brüder auf dem schwarzen Kontinent mit heftigem Nicken begleitete, kommt nur noch in abgelegenen Sakristeien zum Einsatz. Nur gut, dass die Sprachpolizei noch nicht bewaffnet ist ...

Der Herrmann hat sich später damit entschuldigt, er habe doch auf einen direkten „Einspieler“ geantwortet, also auf den Spruch eines Ureinwohners seines Freistaates, der vor der „Hart, aber fair“-Kamera meinte, in Bayern nennte man halt die Farbigen so. (Ich wiederhole jetzt nicht das N-Wort). Sapperlott. Ist er wohl hereingefallen, der Herr Innenminister. Der Roberto hat es nicht übelgenommen. Kein Wunder, schließlich wird dem Afro-Kubaner als CSU-Fan doch der legendäre Satz zugeschrieben, nach dem „wir Schwarzen zusammenhalten müssen“. Zur Vertiefung der N-Problematik empfehlen wir (und nicht die Apothekerkammer) übrigens das Ringelnatz-Gedicht: „Abendgebet einer erkälteten Negerin“, das auch recht einfühlsam die Nord-Süd-Problematik beleuchtet.

Wie jetzt die Überleitung finden zum „Liebes-Comeback“ des Jahres und der dpa-Meldung 1123 im Feld Vermischtes? Hat mit der Nord-Süd-Problematik nichts zu tun, gibt aber Anlass zu schierer Lebensfreude. Bettina Wulff vermeldet in der „Bunten“, dass sie und ihr Mann sich jetzt wieder bewusst auf sich konzentrieren wollten. Da kann man von dieser Stelle aus doch nur gratulieren. „Wir nehmen uns bewusst Zeit für gemeinsame Stunden als Familie und zu zweit“, sagt Frau Wulff. Vorbildlich, denn auch die Familie zählt, das halten wir fest, zu Deutschland. Wie der Islam, der Grünkohl, der schwäbische Pietismus, die „Bunte“ und die Bregenwurst.

Natürlich gehört auch das Backhandwerk dazu, das der Lüneburger Regionalbischof Dieter Rathing jetzt in einem Bäcker-Praktikum kennenlernte. Die Erfahrungen hätten „Spuren“ bei ihm hinterlassen, meinte der Geistliche hinterher. Hoffentlich keine klebrigen.

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