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Von Tümmlern und Trump

Aus meinem Papierkorb Von Tümmlern und Trump

Niedersachsen-Redakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten. Heute: Große Tümmler in Kiel, der Gesundheitszustand von Donald Trump und die beliebtesten Bestattungen.

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Es gibt Sinnsprüche, mit denen man eigentlich ganz gut durchs Leben kommen sollte. Etwa: Staatsanwälte küsst man nicht. Oder: homo homini lupus est, was so viel heißt wie: Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf - woraus Philosophen den Schluss zogen, dass die innere Natur des Menschen so eine Art Wolfsnatur ist. (Also Vorsicht bei Gesprächen über den Gartenzaun.) Als Überlebensregel neueren Datums fügen wir an: Ein Grizzly gehört nicht auf die Streichelwiese – auch wenn er noch so niedlich guckt. Und auch die Knopfaugen einer Kegelrobbe können einen noch so tranig anschauen - streicheln sollte man das Raubtier nie. Und nahe an es heranschwimmen ohnehin nicht. Schließlich könnte die Robbe den Schwimmer mit einem Appetithappen verwechseln. Diesen langen, geradezu lehrhaften Einstieg habe ich nur gewählt, um auf die Tücken der Natur (nicht nur des Menschen) hinzuweisen. An die wurden wir diese Woche wieder erinnert, als wir Kinder trotz Warnungen der Polizei in Kiel um einen Großen Tümmler herumschwimmen sahen. Sie streichelten das wilde Tier, als wäre es die natürlichste Sache der Welt.

Dabei ist es gar nicht gut, Delfine zu streicheln, auch wenn sie gackern und gickern, dass einem warm ums Herz werden kann - wie Flipper, der Freund aller Kinder und treuer Begleiter in Jugendtagen. Aber der Große Tümmler gehört eigentlich nicht in unsere Breiten. Immerhin haben wir im Landtag einen Thümler sitzen, der zur Sparte Homo Sympathicus jedoch nicht zu den großen seiner Art zählt, die die Lateiner als Turpsios Truncatus tauften und die Engländer schnöde Bottlenose nannten. Was wohl mit Flaschennase zu übersetzen wäre...

Das leitet direkt zu Donald Trump über, der in unseren Breiten so selten ist, dass er gottlob nie in der Kieler Förde auftaucht, obwohl man ihn schon öfter in den Schottischen Highlands gesehen hat. Trump, der seiner Konkurrentin Clinton anlastet, den Wählern eine Lungenentzündung verschwiegen zu haben, will jetzt seinen eigenen Gesundheitszustand veröffentlichen. Und wir malen uns schon aus, was sein Hauspsychiater alles zu Protokoll geben könnte: Mangelndes Differenzierungs- und Orientierungsvermögen, Neigung zur Grobschlächtigkeit, diverse bemerkenswerte Ausfallerscheinungen bis hin zur Schüttellähmung beider Hirnhälften... 

Wir wollen mit dem Entsetzen nicht weiter Scherze treiben, sondern an den „Tag des Friedhofs“ diese Woche erinnern. Anlässlich dieses Datums schickte uns ein Institut, das sich rühmt, „der erste Onlineanbieter für komplette Bestattungen“ zu sein, eine Mitteilung über „die beliebtesten Urnen und Särge“ in Deutschland. Nur so viel: „Bei Urnen mögen es die meisten Deutschen klassisch: Die drei beliebtesten Urnen haben dunkle Farben, die klassischen Symbole Röschen und Betende Hände, die die Urnen auf Rang 1 und 2 zieren, gehören offenbar zu vielen Feuerbestattungen dazu. Im Mittelfeld wird es deutlich heller und formenreicher, helles Holz und sandfarbene Stoffe bestimmen die Plätze 4 bis 8.“

Wenn das kein Trost ist...

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