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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Waldelefanten und Autoliebe
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Waldelefanten und Autoliebe
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00:18 26.10.2015
Von Michael B. Berger
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Wer jetzt noch kein Haus hat, den Weltspartag vergessen und auch sonst von allen guten Geistern verlassen ist, der konvertiert mit der folgenden Meldung vollends zum Kulturpessimisten. „Das Bad um die Ecke gibt es nicht mehr“, vermeldet die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG). Eigentlich eine schöne Nachricht, denn wenn es weniger Bäder gibt, müsste doch die Zahl der Menschen steigen, die sich nicht dem Ertrinken hingeben. Falsch, das ist viel zu kurz gedacht. Denn das Bädersterben hat keineswegs eine steigende Populationskurve zur Folge, weil immer weniger Menschen das Schwimmen lernen können. So wird uns mulmig, wenn wir lesen, dass 291 Freibäder, 255 Hallenbäder, 51 Lehrschwimmbecken, 19 Spaß- und 20 Kombibäder von Schließung bedroht seien, wobei wir schon eine klare Vorstellung vom Wannenbad, aber noch keine vom „Kombibad“ haben (vermutlich ist nur ein wenig Spaß dabei). Der DLRG-Forderung, dass die „Ausdünnung der Bäderlandschaft“ endlich aufhören müsse, schließen wir uns deshalb vorbehaltlos an. Macht dafür doch lieber ein paar Museen dicht.

So, nun habe ich mit dieser achtlos hingeworfenen Bemerkung sicherlich den Verband der niedersächsischen Museumsleiter gegen mich aufgebracht, aber die allgegenwärtige Musealisierung der Landschaft scheint doch keineswegs zukunftsweisend. Immerhin wissen wir durch die Forscher des „Paläon“, eines Museums, das mit Millionensummen in die gottverlassene Gegend um Schöningen geschleudert wurde, dass die ansässigen Urmenschen dort bereits mächtige Waldelefanten gejagt und mit Erfolg aus jener Gegend vertrieben haben, die später nur durch den Braunkohletagebau glänzte. Wenn man in Niedersachsen jetzt Menschenaffen aus Zoos in Einrichtungen gibt, die auf die Resozialisierung von Primaten spezialisiert sind, warum denkt man nicht in Schöningen über die Wiedereinwilderung von Waldelefanten nach?

Wo wir grade bei den Primaten sind: Wir haben mal gelernt, dass man möglichst nicht mit Fahne aus dem Haus gehen sollte. Ein Thüringer AfD-Mensch kam mit Fahne jetzt zum Talk mit Jauch und drappierte das gute Stück auf der Sessellehne. Eine selten dämliche wie überflüssige Aktion. Und ein ziemlich unsensibler Umgang mit einem Nationalsymbol.

„Keep calm and love VW“

Der Mann zum Fremdschämen wollte vermutlich ein Zeichen setzen, weil Politiker und solche, die sich dafür halten, gerne Zeichen setzen. Auch unser Wirtschaftsminister Olaf Lies setzte diese Woche ein Zeichen – und sich in einen VW Multivan Highline, den er künftig als Dienstwagen benutzt. „Keep calm and love VW“, raunte der Minister aus der Tiefe seines TDI (150 kW, EU6). Was wohl so viel heißt, wie: „Bleibe gelassen und liebe VW.“ Denn nichts zeichnet (neben der Tier- und Affenliebe) den Niedersachsen so aus wie seine Liebe zum Dienstwagen.

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