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Von Zahnlücken-Dichte und Räuchermännchen

Aus meinem Papierkorb Von Zahnlücken-Dichte und Räuchermännchen

Michael B. Berger mit einem satirischen Rückblick auf die Woche. Heute über Zahnlücken-Dichte und Räuchermännchen.

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Quelle: HAZ

Eigentlich sollte man meinen, dass seit Erfindung von Google Earth die Bedeutung der Atlanten rapide zurückgeht. Doch weit gefehlt. Deutschland berauscht sich seit Jahren am ominösen „Glücksatlas“. Doch die gute Laune nimmt ab, wenn man einen Blick auf den „Streitatlas“ wirft, der diese Woche veröffentlicht wurde. Er listet auf, wo die meisten Auseinandersetzungen pro hundert Einwohner geschehen. Demnach soll Berlin mit 29,3 Streitfällen die zänkischste aller deutschen Städte sein. Nicht, weil dort der Bundestag sitzt und die Herren und Damen Abgeordneten zu den bestbezahlten Streithanseln der Republik zählen (lässt man Staranwalte einmal außen vor). Nein, es geht nicht um hohe oder niedere Politik, sondern um Reisekostenerstattungen, Ärger bei der Kündigung eines Handyvertrags oder beschädigte Ware aus dem Onlinekauf. Um den alltäglichen Wahnsinn.

Der ist auch beim jüngsten Ranking zu beobachten, das gottlob nicht in Form eines Atlanten veröffentlicht wurde. Wir lesen: „Zahnlücken in Deutschland; Sachsen fehlen am häufigsten Zähne.“ Auch das noch, neben Pegida, dem schwierigen sächsischen Idiom auch noch die höchste Zahnlücken-Dichte - es gibt keine Gerechtigkeit auf der Welt!

Aber der Untergang des Abendlandes naht, da werden wir immer sicherer. Wie anders sind Meldungen zu erklären, die uns diese Woche in Niedersachsen erschütterten, etwa diese; „Penisring-Pannen halten Feuerwehr in Atem“. Auf so eine Alliteration muss man erst mal kommen; Penisring-Panne. Aber nichts ist komischer als die Realität in der Friedensstadt Osnabrück, wo die Feuerwehr in der Notaufnahme eines Krankenhauses anrücken musste, weil ein Mann große Not mit seinem „Intimring“ litt, der partout nicht mehr abging. „Da sollte der Trennschleifer nicht abrutschen“, erklärte ein Feuerwehrmann dem NDR - und wir haben volles Mitgefühl. Nicht indes für die Tatsache, dass die Osnabrücker Feuerwehr 24 Stunden noch einmal zu einem ähnlichen Fall ausrücken musste. Der soll elegant mit einer Ringsäge gelöst worden sein.

Wir kommen ohnehin aus dem Staunen nicht mehr heraus, an welchen Stellen bei einigen Menschen Metall hängt, obwohl die Eisenzeit doch lange her sein dürfte. Aber Spiel mit dem schlechten Geschmack kennt offenbar keine Grenzen. Bis die Feuerwehr kommt.

Die rückte diese Woche auch in der Fußgängerzone in Leer an, wo eine meiner Lieblingsschlagzeilen der Woche entstand. „Fünf-Meter-Räuchermännchen geht in Flammen auf.“ Da ist sie wieder: Die stille Komik der Vorweihnachtszeit.

Zu der zählen wir auch die Beschwerde des CDU-Landtagsabgeordneten Dammann-Tamke, der sich darüber erregte, dass zur Verleihung der „Goldenen Olga“ in Bad Zwischenahn nicht der Landwirtschaftsminister, sondern nur der Ministerpräsident erschien. Gottlob kommen Niedersachsens leistungsfähigste Euter noch ohne Beringung aus.

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