Warum flohen so viele DDR-Bürger über Ungarn in den Westen? Wann trafen sich die Leipziger erstmals zu einer Montagsdemo? Was unterschied das Neue Forum vom Demokratischen Aufbruch? Und wie reagierte die SED auf die Proteste? Wir haben einmal in der Woche auf das zurück geblickt, was vor 20 Jahren in der DDR geschah. [Stand: November 2009]
Der Grenzübergang Bornholmer Straße wurde am Abend des 9. November 1989 von Ostberlinern überflutet - kurioserweise stand ARD-Hauptstadtkorrespondent Robin Lautenbach, damals für den SFB tätig, allein an der Invalidenstraße.
Am Ende der Bornholmer Straße öffnete sich vor 20 Jahren die Mauer. Es war der erste geöffnete Grenzübergang von Ost- nach West-Berlin. Heute jubelt nicht jeder darüber.
Viele Revolutionäre, die 1989 zum Ende der DDR beigetragen haben, halten inzwischen auch Distanz zur politischen Klasse der Bundesrepublik.
4. November 1989: die erste legale Massendemonstration der DDR, die nicht von der Partei organisiert war. Am Horizont erscheint die ideale demokratische und sozialistische DDR - es war eine Fata Morgana.
Es ist die Woche der Rücktritte: Am 2. November 1989 ist Schluss für den obersten Gewerkschafter der DDR, Harry Tisch. Die Vorsitzenden der Blockparteien NDPD und CDU nehmen ebenso ihren Hut wie Volksbildungsministerin Margot Honecker.
Die SED will Zeit gewinnen. Mit verschiedenen Zugeständnissen, Gesprächsangeboten und Reformüberlegungen versucht sie, die weiterhin aufgebrachten Massen zu besänftigen.
Die Entstehungsgeschichte der Städtepartnerschaft Hannover–Leipzig reicht in die Siebziger zurück.
In der DDR beginnt eine neue Ära: Einen Tag nach dem Rücktritt Erich Honeckers als Staats- und Parteichef spricht sein designierter Nachfolger Egon Krenz am 19. Oktober 1989 im Fernsehen.
Nach den massiven Protesten in Ost-Berlin, Dresden, Leipzig, Plauen und vielen anderen Städten kommt Bewegung in die SED. Am 12. Oktober ruft Politbüromitglied Kurt Hager im DDR-Fernsehen zu einer „Diskussion über die Lösung der Probleme des Landes“ auf.
Mit einem Tag Verzögerung und nach einer strapaziösen Zugfahrt sind sie endlich in Freiheit: Am 5. Oktober 1989 kommen Tausende DDR-Bürger in der Bundesrepublik an.
Nach Ost-Berlin und Budapest heißt das Sorgenkind der Bundesrepublik nun Prager Botschaft. Am 28. September 1989 halten sich auf dem Gelände rund um das Palais Lobkowitz etwa 2400 DDR-Ausreisewillige auf.
Der alte Beobachtungsturm erhebt sich immer noch über der A 2. Drohend und düster. Dahinter reiht sich wie in den finsteren Zeiten der deutschen Teilung eine Kontrollbutze an die andere.