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Ereignisse im Überblick

Die Chronik der RAF


Sie haben Deutschland den Krieg erklärt. Und sie haben ihn verloren – aber viele Menschen mussten dafür sterben. Vor 30 Jahren erreichte der Terror der Roten-Armee-Fraktion seinen Höhepunkt. Im Folgenden finden Sie eine Chronik der Ereignisse.
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© Michael Latz/ ddp
1968

Andreas Baader und Gudrun Ensslin legen am 2. April in Frankfurter Kaufhäusern Brände. Sie werden zu drei Jahren Haft verurteilt und tauchen einige Zeit später unter.

1970
Gründung der „Roten Armee Fraktion“. Am 4. April wird Baader verhaftet. Er darf sich mit der Journalistin Ulrike Meinhof treffen, die sich an seiner Befreiung beteiligt. Die „Baader Meinhof Gruppe“ verübt Banküberfälle, beschafft sich Waffen, Wohnungen und Autos.

1972
Am 11. Mai Rohrbombenanschlag auf das Hauptquartier des V. US-Korps in Frankfurt, ein Toter. Am 19. Mai explodieren Bomben im Hamburger Axel-Springer-Haus. Am 24. Mai Anschlag auf das europäische Hauptquartier der US-Armee, drei Tote. Am 1. Juni werden Baader und Holger Meins, am 7. Juni Gudrun Ensslin, am 15. Juni Ulrike Meinhof verhaftet.

1974
Beim dritten Hungerstreik der RAF stirbt am 9. November Holger Meins an Unterernährung. Einen Tag später wird Berlins oberster Richter Günter von Drenkmann erschossen.

1975
Eine andere Untergrundgruppe, die „Bewegung 2. Juni“ entführt am 27. Februar den Berliner CDU-Politiker Peter Lorenz. Sie fordert die Freilassung von Gefangenen. Der Staat gibt nach. Am 25. April stürmen sechs Terroristen die deutsche Botschaft in Stockholm. Zwei Botschaftsangehörige und ein RAF-Mitglied kommen ums Leben. Am 21. Mai beginnt in Stuttgart-Stammheim der Prozess gegen Baader, Ensslin, Meinhof und Jan-Carl Raspe.

1976
Meinhof begeht am 9. Mai Selbstmord.

1977
Generalbundesanwalt Siegfried Buback wird am 7. April ermordet. Am 28. April bekommen alle Stammheim-Angeklagten lebenslang. Am 30. Juli wird der Bankier Jürgen Ponto getötet. Am 5. September entführt die RAF Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer, vier Begleiter werden erschossen. Am 13. Oktober kapern Palästinenser die Lufthansamaschine „Landshut“ zur Unterstützung der RAF. Der Pilot Jürgen Schumann wird umgebracht, am 17. Oktober erstürmt die Spezialtruppe GSG 9 die Maschine. Bald nach Mitternacht begehen Baader, Ensslin und Raspe Selbstmord. Einen Tag später wird der Tod Schleyers gemeldet.

1985 bis 1991
Anschläge in Wiesbaden (ein US-Soldat ermordet), auf die US-Airbase Frankfurt (zwei Tote). Das Siemens-Vorstandsmitglied Karl Heinz Beckurts und Gerold von Braunmühl, ein Beamter des Auswärtigen Amtes, werden getötet. Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, wird Opfer einer Sprengladung. Der Vorstandsvorsitzende der Treuhandgesellschaft, Detlev Karsten Rohwedder, wird in Düsseldorf erschossen.

1993
Zwischen Januar und September gewährt der Staat neun RAF-Mitgliedern die vorzeitige Entlassung. Am 27. Juni wird beim Versuch der Festnahme von Wolfgang Grams ein Polizist erschossen, Grams begeht Selbstmord.

1998
Am 20. April wird in einem Fernschreiben die Auflösung der RAF mitgeteilt: „Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte.“

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