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Wulff will ins Schloss Bellevue wechseln

Bundespräsidentenamt Wulff will ins Schloss Bellevue wechseln

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff will als künftiger Bundespräsident die Menschen in Krisenzeiten zusammenführen und ihnen Mut machen. Diese Ziele nannte der 50-Jährige am Donnerstagabend nach seiner offiziellen Präsentation als Kandidat der schwarz-gelben Koalition in Berlin.

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„Ich will den Menschen und diesem Land dienen“: Wulff am Donnerstag vor Journalisten in Berlin.

Quelle: dpa

Er scheide mit Wehmut aus dem Amt des Regierungschefs in Hannover, sagte Wulff im Berliner Reichstagsgebäude, zugleich aber freue er sich auf die neue Herausforderung. Er sei gerüstet für „die große Aufgabe mit großer Verantwortung“ und wolle „den Menschen und diesem Land dienen“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte den niedersächsischen Ministerpräsidenten als jemanden, der auf die Menschen zugehe, der kreativ sei und Neues ausprobiere. Insofern halte sie ihn für einen „wunderbaren zukünftigen Bundespräsidenten“.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff soll Nachfolger Horst Köhlers im Amt des Bundespräsidenten werden. Bild: Köhler 2004 bei seinem Antrittsbesuch als Bundespräsident in Niedersachsen.

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Noch am Tag zuvor galt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen als aussichtsreichste Kandidatin. Jedoch wollte offenbar die Riege der CDU-Ministerpräsidenten deutlich machen, dass es in der Union auch Kraftzentren außerhalb Berlins gibt. Hinzu kam, nicht zuletzt aus Süddeutschland, die Erwägung, dass es nicht ideal sei, wenn mit Merkel und von der Leyen zwei protestantische Frauen die höchsten Ämter besetzten.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Olaf Scholz wertet die Nominierung Wulffs als Zeichen von Führungsschwäche der Kanzlerin „Merkel hat offensichtlich auf Frau von der Leyen gesetzt und ist in der eigenen Partei auf harten Widerstand gestoßen. Sie hat sich nicht durchgesetzt“, sagte Scholz dieser Zeitung. Scholz bedauerte, dass die Kanzlerin auf das Angebot der Opposition nicht reagiert habe, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu verständigen. „Dieser Schulterschluss über Parteigrenzen hinweg wäre klug und gut gewesen. Unsere Bedingung war, dass der Kandidat nicht aus der aktiven Politik kommt.“

In Unionskreisen hieß es, eine Vorentscheidung zu Gunsten von der Leyens habe es nie gegeben. Kritisch wurde jedoch angemerkt, die Kanzlerin habe die Debatte zeitweilig in Richtung von der Leyen treiben lassen. Dies sei jedoch kein Schaden für von der Leyen. Der FDP-Vorsitzende, Außenminister Guido Westerwelle, bescheinigte Wulff einen „klaren inneren Kompass“. Die FDP arbeite seit vielen Jahren in Niedersachsen und im Bund vorzüglich mit Wulff zusammen. „Wir bekommen einen sehr guten Bundespräsidenten“, sagte Westerwelle, der schon seit Jahren ein gutes Verhältnis zu Wulff pflegt.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sagte, seine Partei sei „überzeugt, dass Wulff für alle Bürgerinnen und Bürger dieses Landes Hervorragendes leisten wird“.

 Reinhard Urschel
 und Gabi Stief

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