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Im Zentrum der ältesten Partei

Die HAZ-Wahlreporter in Cloppenburg Im Zentrum der ältesten Partei

Die Zentrumspartei? Das ist 2013 eine kleine politische Nischenpartei, die nicht landesweit antritt. Doch sie blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. In Cloppenburg treffen die HAZ-Wahlreporter Anne Grüneberg und Gerd Schild einen, der mit der Partei einen Achtungserfolg landen will.

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Hofft auf einen Achtungserfolg für das Zentrum: Dieter Beuse aus Cloppenburg.

Quelle: Schild

Cloppenburg. Dieter Beuse hat einen festen Händedruck. Er sei einer, der anpackt, sagt er. Der Handwerksmeister ist nach der letzten Kommunalwahl aus der CDU in Cloppenburg ausgetreten. In der Partei habe er sich nicht mehr wiedergefunden. „Mir sind christliche Werte wichtig“, sagt er. Eine Familie müsse mit ausreichend Geld ausgestattet sein, müsse leben können. Nach dem Austritt suchte er eine neue politische Heimat. Die hat er bei der Zentrumspartei gefunden, sitzt für die 1870 gegründete Partei im Stadtrat. Eigentlich hätte er auch bei den Grünen landen können: „Aber die fassen viel an, bringen aber nichts zu Ende.“

Die Zentrumspartei? Das ist 2013 eine kleine politische Nischenpartei, die nicht landesweit antritt. Doch sie blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Im 19. Jahrhundert als katholisch geprägte Partei gegründet, war das Zentrum in der Weimarer Republik von besonderer Bedeutung. In den bewegten Jahren vor der NS-Zeit stellte die Partei mehrfach den Reichskanzler. Wilhelm Brüning verschärfte durch rigorose Sparpolitik Armut und Arbeitslosigkeit, Franz von Papen gilt als „Steigbügelhalter“ Hitlers. In der NS-Zeit war die Partei verboten, nach dem Krieg wählte das christlich-konservative Lager CDU.

„Natürlich weiß man um die lange Geschichte“, sagt Beuse. „Aber wir fassen auch die Neuzeit an.“ Ihm liegt die Energiepolitik am Herzen. „Die hiesige CDU hatte gar keine Lust, sich mit dem Thema zu beschäftigen.“ Der Heizungsbaumeister und Gas/Wasser-Installateur sitzt in seinem Büro im Erdgeschoss des Hauses, in dem Familie Beuse wohnt. Im Regal stehen Aktenordner, auf dem Computerbildschirm kann man Zahlen eines Kostenvoranschlags für ein Blockheizkraftwerk lesen. Die lokale  dezentrale Energieversorgung ist Beuses Thema.

„Man kann so viel machen“, sagt er. Stattdessen käme ein Offshore-Park nach dem nächsten und die Leitungen zu den Unternehmen im Süden fehlten. Beuse hat einen Zehn-Punkte-Plan entworfen, ein Zusammenspiel von vielen Energiequellen und Einsparungen durch moderne Bauweise. Den Plan wollte er mit den anderen Parteien in einem Neubaugebiet in Cloppenburg umsetzen. Doch die anderen hätten geblockt. „Ich habe keine Berührungsängste“, sagt er mit Blick auf die politische Konkurrenz. Es müsse doch um die Sache gehen.
Für Beuse steht die Familie im Mittelpunkt. Er hat zwei Töchter. „Bei uns gab es die Regel: Eine Mahlzeit am Tag nehmen wir gemeinsam ein.“ Das war der Raum für Probleme, für Austausch. „Ein Fundament“, wie er sagt.

Am Wahltag hofft er auf einen Achtungserfolg in Cloppenburg. „Fünf Prozent wären gut.“ Dann wolle er mit den neuen Parteikollegen schauen, wie es in Zukunft weitergeht mit der ältesten Partei Deutschlands.

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Geboren 1971 in Berlin Geboren 1958 in Hamburg
1989 bis 1991: Zeitsoldat bei der Bundeswehr im Panzerbataillon 74 in Cuxhaven 1978 bis 1986: Jurastudium in Göttingen
1991 bis 1996: Studium der Rechtswissenschaften in Hannover 1987 bis 1989: Anwalt in Hannover
  1989 bis 1994: Staatsanwalt und Richter in Hannover
Politische Stationen
Seit 1998: Mitglied des Niedersächsischen Landtags 1994 bis 1997: Ministerialrat im Niedersächsischen Justizministerium
2002 bis 2003: Generalsekretär der CDU in Niedersachsen 1997 bis 2006: Stadtkämmerer in Hannover
1996 bis 2010: Abgeordneter im Cuxhavener Kreistag Seit 2006: Oberbürgermeister von Hannover
Seit 2010: Niedersächsischer Ministerpräsident