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Doris Schröder-Köpf wird trotz Niederlage Abgeordnete im Landtag
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Landtagswahl in Niedersachsen Doris Schröder-Köpf wird trotz Niederlage Abgeordnete im Landtag

Die SPD hat die politische Landkarte in der Region, gemessen an den beiden vergangenen Landtagswahlen, wieder umgefärbt. Eine Verliererin unter den Sozialdemokraten gibt es aber: Doris Schröder-Köpf. Sie hat bei ihrer ersten Kandidatur für den niedersächsischen Landtag ein Direktmandat für die SPD in ihrem Wahlkreis 24 in Hannover-Döhren verpasst - doch in den Landtag zieht sie trotzdem ein.

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Bange Blicke auf die Wahlergebnisse: Gerhard Schröder, Doris Schröder-Köpf und Stefan Schostok.

Quelle: dpa

Hannover. Bei den Zweitstimmen löst die SPD die CDU als bisher stärkste Kraft ab – in der Stadt mit deutlichem, im Umland mit knappem Vorsprung. Die FDP gewann kräftig Zweitstimmen, die Grünen notierten vor allem in Hannover mit knapp zwanzig Prozent sehr stark.

Bei den Direktmandaten erlitten zwei prominente Politikerinnen eine Abfuhr. Doris Schröder-Köpf konnte in Hannover als einzige Sozialdemokratin ihren Wahlkreis nicht direkt gewinnen; sie unterlag deutlich Hannovers CDU-Chef Dirk ­Toepffer.

Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU), die in Hannover in den vergangenen Monaten starke Präsenz gezeigt hatte, lag im Wahlkreis Mitte um satte 17,7 Prozentpunkte hinter dem SPD-Bewerber Michael Höntsch und verfehlte ein Mandat. Im Umland holte die CDU sechs von sieben Direktmandaten, nur im Wahlkreis Laatzen setzte sich die SPD-Frau Silke Lesemann durch.

Trotz einer Niederlage im Duell um das Direktmandat in ihrem Wahlkreis Hannover-Döhren erhält die SPD-Politikerin Doris Schröder-Köpf jedoch ein Mandat im neuen niedersächsischen Landtag. Die Ehefrau von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) steht auf der Landesliste ihrer Partei an zwölfter Stelle, nach Angaben der Landeswahlleitung ziehen laut vorläufigem amtlichen Endergebnis 16 SPD-Abgeordnete über diese ins Parlament ein. Die 48-jährige Schröder-Köpf hatte sich im Nominierungsverfahren ihrer Partei gegen die langjährige SPD-Landtagabgeordnete Sigrid Leuschner durchgesetzt und diese als Direktkandidatin ausgestochen. Leuschner wechselte wenige Tage vor der Landtagswahl zur Linkspartei.

Wie überall im Land war auch in der Region die Wahlbeteiligung höher als noch vor fünf Jahren. In der Stadt lag sie bei 60,6 Prozent, im Umland bei 63,7 Prozent. Die SPD verbesserte ihr Ergebnis in der Stadt auf knapp 36 Prozent, das sind etwa vier Prozentpunkte mehr als zuletzt. Gewaltig waren die Verluste bei der CDU mit 12,7 Prozentpunkten. Das dürfte der Zweitstimmenkampagne zugunsten der FDP geschuldet sein. Sie erreichte in Hannover knapp zehn Prozent. Das liegt leicht über dem Niveau von 2008; bei den Kommunalwahlen 2012 aber hatten die Liberalen keine große Rolle gespielt

Auf jeden Fall dürfte das Stimmensplitting im schwarz-gelben Lager deutlich besser geklappt haben als bei Rot-Grün. Während es für die FDP bei den Erststimmen nichts zu holen gab, erzielten grüne Direktkandidaten teilweise sehr gute Resultate. Genau dieser Effekt dürfte Doris Schröder-Köpf ein besseres Ergebnis gekostet haben. In ihrem Wahlkreis kam die Grüne Eva-Maria Hartmann auf mehr als 16 Prozent der Erststimmen. Am späten Abend dann stellte sich heraus, dass Schröder-Köpfs Platz auf der Landesliste für einen Platz im Parlament reicht. In den anderen vier hannoverschen Wahlkreisen setzten sich Sozialdemokraten mit satten Vorsprüngen durch. Am knappsten war es noch bei Spitzenkandidat Stephan Weil, der den Konkurrenten Jens-Michael Emmelmann (CDU) im Wahlkreis Groß-Buchholz trotzdem um fünf Prozentpunkte distanzierte.

„Über Stimmensplitting muss man reden“, sagte der SPD-Regionsvorsitzende Matthias Miersch, den die guten Erststimmenergebnisse der Grünen wurmten. Der Regionsvorsitzende der Grünen, Enno Hagenah, sprach von einem „tollen Ergebnis für uns.“ Und Sylvia Bruns, künftig für die FDP im Landtag, nannte das Resultat ihrer Partei „bombastisch."

(mit: dpa)

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Geboren 1971 in Berlin Geboren 1958 in Hamburg
1989 bis 1991: Zeitsoldat bei der Bundeswehr im Panzerbataillon 74 in Cuxhaven 1978 bis 1986: Jurastudium in Göttingen
1991 bis 1996: Studium der Rechtswissenschaften in Hannover 1987 bis 1989: Anwalt in Hannover
  1989 bis 1994: Staatsanwalt und Richter in Hannover
Politische Stationen
Seit 1998: Mitglied des Niedersächsischen Landtags 1994 bis 1997: Ministerialrat im Niedersächsischen Justizministerium
2002 bis 2003: Generalsekretär der CDU in Niedersachsen 1997 bis 2006: Stadtkämmerer in Hannover
1996 bis 2010: Abgeordneter im Cuxhavener Kreistag Seit 2006: Oberbürgermeister von Hannover
Seit 2010: Niedersächsischer Ministerpräsident  

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