18°/ 8° wolkig

Navigation:
Hinweis nicht mehr anzeigen
Grüne verlangen das Agrarressort in Niedersachsen
Mehr aus Landtagswahl

Künftige Landesregierung Grüne verlangen das Agrarressort in Niedersachsen

Die Grünen beanspruchen in der künftigen rot-grünen Landesregierung von Niedersachsen das Landwirtschaftsressort. Bundestagsfraktions-Chefin Renate Künast kündigte im Gespräch mit der HAZ an, ihre Partei wolle in Hannover den Landwirtschaftsminister stellen.

Voriger Artikel
SPD und Grüne suchen nach Gemeinsamkeiten
Nächster Artikel
Grüne wollen „Agrarwende" in Niedersachsen herbeiführen

Bundestagsfraktions-Chefin Renate Künast fordert für ihre Partei das Agrarressort in Hannover.

Quelle: dpa

Hannover. „Wir haben das Thema artgerechte Tierhaltung in den Mittelpunkt des Wahlkampfes gestellt. Und nun möchte ich auch gerne sehen, dass wir dieses Ressort dort übernehmen und damit dem Wunsch unserer Wähler entsprechen“, sagte Künast. Die Grünen-Politikerin und frühere Bundeslandwirtschaftsministerin forderte außerdem, für Ställe mit Massentierhaltung dürfe es keine staatlichen Zuschüsse mehr geben. Auch müssten die Privilegien für Anlagen der Massentierhaltung im Baurecht abgeschafft werden. Dass Künast von Berlin aus das Agrarressort in Hannover verlangt, überrascht. In Hannover teilten die Verhandlungspartner am Mittwoch mit: „SPD und Grüne legten fest, dass zunächst über Inhalte, dann über Ressorts und zum Schluss über Personalien gesprochen werden soll.“

Viele Bauern, aber auch große Firmen aus der Agrarbranche befürchten nach dem Regierungswechsel Auflagen und wirtschaftliche Einbußen. „Uns wird angst und bange, wenn wir das Programm der Grünen betrachten“, sagte Wilhelm Hoffrogge vom Geflügelwirtschaftsverband der HAZ. „Wir sehen außerordentlich große Herausforderungen auf uns zukommen.“ Konkret befürchten die niedersächsischen Geflügelhalter, dass sie ihre führende Marktposition in Europa verlieren, weil die Landesregierung durch Auflagen für den Tierschutz und den Stallbau die Eiererzeugung und Geflügelfleischproduktion verteuert.

Hoffrogge betonte, sein Verband sei bereit, mehr für den Tierschutz zu tun. Das müsse auch vom Handel nachvollzogen werden, indem er die Nachfrage der Verbraucher entsprechend in eine neue Richtung lenke. Landvolk-Präsident Werner Hilse bot allen Abgeordneten des neuen Landtags die Zusammenarbeit an und legte zugleich „der Politik und den handelnden Personen nahe, sich an Fakten und Realitäten zu orientieren“.

Den weltweit tätigen Konzern KWS SAAT AG in Einbeck plagt eine andere Sorge: Was wird die neue Landesregierung unternehmen, um die Region Südniedersachsen attraktiver zu machen? Schon heute sei es wegen des Bevölkerungsrückgangs sehr schwer, dort qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. Experten von außerhalb seien oft nicht dazu zu bewegen, eine Stelle fernab der Großstädte anzutreten, sagt KWS-Sprecher Henning von der Ohe.

Von Reinhard Zweigler und Klaus von der Brelie

Voriger Artikel Voriger Artikel
Nächster Artikel Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Regierungsbildung Niedersachsen
Stephan Weil (r.) und Anja Piel bei den Koalitionsverhandlung von SPD und Grünen in Hannover.

Anfang Februar sollen die Koalitionsverhandlungen beginnen: SPD und Grüne schaffen nach ihren Wahlsieg nun Grundlagen für ihre gemeinsame Regierung.

mehr
Anzeige

Ergebnisse zur Landtagswahl Niedersachsen

Niedersachsen hat gewählt. Wir zeigen Ihnen alle Ergebnisse zur Landtagswahl übersichtlich aufbereitet – vom Land bis zu jedem einzelnen Wahlkreis.mehr

Stephan Weils Schattenkabinett

Werfen Sie hier einen Blick auf das Schattenkabinett von Stephan Weil (SPD), dem designierten Ministerpräsidenten in Niedersachsen.mehr

Ergebnisse in den Wahlkreisen

 

Koalitionsrechner

 

Die HAZ-Wahlreporter

Die HAZ-Wahlreporter Anne Grüneberg und Gerd Schild sind zwei Wochen vor der Wahl durch Niedersachsen gereist und haben Kurioses und Spannendes aufgeschrieben.mehr

Die Spitzenkandidaten

                
David McAllister Stephan Weil
Berufliche Stationen
Geboren 1971 in Berlin Geboren 1958 in Hamburg
1989 bis 1991: Zeitsoldat bei der Bundeswehr im Panzerbataillon 74 in Cuxhaven 1978 bis 1986: Jurastudium in Göttingen
1991 bis 1996: Studium der Rechtswissenschaften in Hannover 1987 bis 1989: Anwalt in Hannover
  1989 bis 1994: Staatsanwalt und Richter in Hannover
Politische Stationen
Seit 1998: Mitglied des Niedersächsischen Landtags 1994 bis 1997: Ministerialrat im Niedersächsischen Justizministerium
2002 bis 2003: Generalsekretär der CDU in Niedersachsen 1997 bis 2006: Stadtkämmerer in Hannover
1996 bis 2010: Abgeordneter im Cuxhavener Kreistag Seit 2006: Oberbürgermeister von Hannover
Seit 2010: Niedersächsischer Ministerpräsident  

Niedersachsens bisherige Ministerpräsidenten

Zehn verschiedene Ministerpräsidenten haben bislang in Niedersachsen regiert – ein Überblick aller Amtsinhaber.mehr