Wohin mit dem Atommüll? Die Geschichte der Schachtanlage Asse und die des Salzstocks Gorleben zeigen, dass die optimale Lösung noch nicht gefunden wurde. Alles zum Thema.
Dialog vor Ort: Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will sich in der nächsten Woche in Gorleben der Kritik gegen die Erkundung des möglichen Atommüll-Endlagers stellen. An einer Prüfung des Standortes Gorleben hält er allerdings weiterhin fest.
Gorleben polarisiert. Kritiker sagen, der Salzstock ist nicht als Endlager für Atommüll geeignet. Die niedersächsischen Grünen fordern daher die Suche nach Alternativen. Das klare Nein zur Weitererkundung ist vor dem Grünen-Bundesparteitag in Freiburg noch nicht sicher.
Der Lüneburger Polizeipräsident hatte den Einsatz einer Überwachungsdrohne beim Castor-Transport nach Gorleben noch verneint - nun musste das Innenministerium den Einsatz doch einräumen. Die Opposition bezweifelt die rechtliche Grundlage für die Nutzung.
Obwohl die unbemannte Aufklärungsdrohne der Polizei leise und klein ist, sorgt das rund 47.000 Euro teure Fluggerät derzeit für viel Lärm. Denn die Polizei hat den Mini-Flieger mit Kamera erstmals auch beim Castortransport eingesetzt. Atomgegner kritisieren dies scharf.
Demonstranten sollen zur Begleichung der Polizeieinsatzkosten herangezogen werden, forderte Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann nach den Castorprotesten. Atomkraftgegner und Politiker sind empört und verweisen auf die im Grundgesetz verankerte Rechtmäßigkeit friedlicher Blockaden.
Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU) will die Anti-Castor-Demonstranten an den Kosten des Polizeieinsatzes beteiligen. „Wer durch eine Sitzblockade einen hoheitlich genehmigten Transport behindert und dadurch einen Schaden verursacht, wie etwa Mehrkosten für den Polizeieinsatz, der darf nicht von vornherein straffrei bleiben.“
Diskussion um Endlagerstandorte: Die Suche nach einer Alternative zum Atommüllendlager Gorleben könnte erneut nach Niedersachsen führen.
Nach dem Castor ist vor dem Castor: Obwohl der Atommüllkonvoi das Zwischenlager in Gorleben längst erreicht hat, ebbt der Streit um den Polizeieinsatz nicht ab. Anlass für die neuerliche Empörung ist der handgreifliche Einsatz eines französischen Polizisten.
In der Schachtanlage bei Wolfenbüttel sind zwischen 1967 und 1978 insgesamt 125.000 Fässer mit schwach und mittel radioaktiven Abfällen eingelagert worden. Seit Jahren fließt kontaminierte Salzlauge aus dem maroden Bergwerk. Nach langwierigen Debatten sollen die Fässer jetzt zurückgeholt werden.
1977 fiel der Entschluss: Das ehemalige Salzbergwerk Gorleben soll atomares Endlager werden. Die Lage Gorlebens im Zonenrandgebiet sowie die dünne Besiedlung der Gegend gaben mit den Ausschlag - obwohl von Anfang an vor dem instabilen Deckgebirge über dem Lagerort sowie eindringendem Grundwasser gewarnt wurde.