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24. August 2008

Auch Gorleben könnte „absaufen“

Der Kieler Geologe Ulrich Schneider bestreitet die Langzeitsicherheit für das geplante atomare Endlager im Salzstock Gorleben. „Es stellt sich die Frage, wann Gorleben absaufen wird“, sagte Schneider am Montag in Hannover bei der Vorstellung einer Studie im Auftrag der niedersächsischen Linksfraktion.
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Im Atomlager Gorleben könnte langfristig gesehen radioaktives Material in die Biosphäre gelangen.

© Joerg Koch/ ddp (Archiv)

Im Fall des Atommülllagers Asse II habe die Natur diese Frage „in wenigen Jahrhunderten beantwortet“, sagte Schneider. Er arbeitete von 1979 bis 1981 für die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) an einem Gutachten über den Salzstock in Gorleben.

Schneider verglich den Salzstock mit einem hohlen Zahn, in den Wasser wie Karies eindringe. Frühere Untersuchungen über Wasserläufe in dem Gestein kritisierte er als zu wenig differenziert. Er warnte, Wasser dringe in die das Steinsalz des geplanten Endlagers umgebenden Kalisalzschichten ein und weiche diese auf. Durch höhere Temperaturen, die radioaktiver Müll verursache, werde das Salz zudem „fließfähiger und leichter“. Langfristig gesehen könne so radioaktives Material in die Biosphäre gelangen.

Schneider forderte, das Moratorium für Gorleben müsse verlängert werden, um die Suche nach alternativen Endlagerstätten für Atommüll fortzusetzen. Der umweltpolitische Sprecher der Linken, Kurt Herzog, sagte, Gorleben sei als Standort für ein Endlager fahrlässig ausgewählt worden. Er kritisierte mit Blick auf 2015 auslaufende Verträge des Bundesamtes für Strahlenschutz mit Grundbesitzern die „dünne Rechtsbasis“, auf der Gorleben weitererkundet werden solle.

ddp

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Asse

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Gorleben

1977 fiel der Entschluss: Das ehemalige Salzbergwerk Gorleben soll atomares Endlager werden. Die Lage Gorlebens im Zonenrandgebiet sowie die dünne Besiedlung der Gegend gaben mit den Ausschlag - obwohl von Anfang an vor dem instabilen Deckgebirge über dem Lagerort sowie eindringendem Grundwasser gewarnt wurde.

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