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23. September 2009

BfS: Zeit drängt nach Wasserzufluss in die Asse

Bei der Schließung der einsturzgefährdeten Asse ist offenbar Eile geboten. Nachdem kurzfristig mehr Wasser in den Schacht geflossen ist, drängt nach Ansicht des Bundesamtes für Strahlenschutz die Zeit zum Handeln.

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, sagte am Mittwoch: „Es hat uns allen deutlich gemacht, dass wir keine Zeit verlieren dürfen.“ König war zu einer Sondersitzung des Landtags-Umweltausschusses nach Hannover gekommen. Am 2. Oktober werden die Studien zu drei Varianten für eine Schließung der Asse öffentlich vorgestellt.

In der vergangenen Woche war der Wasserzutritt in die Asse, wo 126 000 Fässer mit Atommüll liegen, über Nacht unerwartet gestiegen, hatte sich dann aber wieder auf das bisherige Niveau eingependelt. Das einsickernde Wasser aus dem Deckgebirge ist eine Gefahr für die Standsicherheit der Grube. Eine Erklärung für den kurzfristigen Wasseranstieg gebe es nicht, sagte BfS-Chef König.

Die Sitzung des Umweltausschusses am Mittwoch hatte keine Klarheit darüber gebracht, warum es zu widersprüchlichen Angaben für die Plutoniummengen in der Asse gekommen war. In der Schachtanlage sollen 28 Kilogramm des hoch gefährlichen Plutoniums liegen - dreimal soviel wie ursprünglich angenommen. BfS-Präsident König sagte, eine Arbeitsgruppe beschäftige sich mit der Aufarbeitung der Inhalte in der Asse. Mitte November solle ein Zwischenbericht vorliegen, kündigte König an.

In der Debatte um die Asse waren außerdem Vermutungen laut geworden, es könnte auch Asche von menschlichen Leichenteilen unter Tage liegen. Die verbrannten Gewebeteile sollen von zwei Arbeitern stammen, die 1975 im Atomkraftwerk Gundremmingen in Bayern tödlich verunglückt waren. Dafür gebe es bislang aber nach wie vor keine eindeutigen Belege, sagten die Abgeordneten von SPD und Grünen im Umweltausschuss.

lni

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Asse

In der Schachtanlage bei Wolfenbüttel sind zwischen 1967 und 1978 insgesamt 125.000 Fässer mit schwach und mittel radioaktiven Abfällen eingelagert worden. Seit Jahren fließt kontaminierte Salzlauge aus dem maroden Bergwerk. Nach langwierigen Debatten sollen die Fässer jetzt zurückgeholt werden.

Gorleben

1977 fiel der Entschluss: Das ehemalige Salzbergwerk Gorleben soll atomares Endlager werden. Die Lage Gorlebens im Zonenrandgebiet sowie die dünne Besiedlung der Gegend gaben mit den Ausschlag - obwohl von Anfang an vor dem instabilen Deckgebirge über dem Lagerort sowie eindringendem Grundwasser gewarnt wurde.

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