Auch als geologische Aufschlussbohrungen zwischen den Jahren 1979 und 1999 ernsthafte Zweifel an der Eignung des Salzstocks als Endlagerstätte für alle Arten radioaktiver Abfälle aufkommen ließen, wurde an der ursprünglichen Standortentscheidung festgehalten.
Im Salzstock selber lagert bisher kein atomarer Müll. Die jährlich stattfindenden Atommülltransporte vom nordfranzösischem La Hague ins Wendland enden im Zwischenlager Gorleben. In einer oberirdischen Betonhalle wird der hochradioaktive Müll in seinen Transportbehältern gelagert. Hier bleibt er, bis er sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte von circa 400° C auf 200° C abgekühlt hat.
Inzwischen lagern in der Halle mehr als 90 Container mit Atommüll. Und die "Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH“ (DBE mbH) betreibt im Gorlebener Salzstock weiterhin ein sogenanntes Erkundungsbergwerk – in der Hoffnung, den strahlenden Abfall hier eines Tages für die nächsten Jahrtausende sicher lagern zu können.
Die Bevölkerung nimmt diese Standortentscheidung auch nach über 30 Jahre nicht hin. Proteste der Atomkraftgegner halten seit der Verkündung Ernst Albrechts im Jahr 1977, dass Gorleben ein "Nukleares Entsorgungszentrum" erhält, bis heute ungebrochen an. Der Widerstand der örtlichen Bevölkerung wird seitdem von Atomkraftgegnern aus ganz Deutschland unterstützt.
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Kommentare
Verlogene Haltung der CDU/CSU Rubber Duck – 17.01.10
Die Entscheidung für Gorleben als Atomares Endlager zeigt die schizophrene Haltung der CDU in der Atomdebatte. Einerseits befürwortet die CDU die Kernenergie, dafür bekommt sie ja auch jede Menge Parteispenden von den Energiekonzernen. Andererseits mag sie ihren Stammwählern in Süddeutschland das dafür benötigte Endlager nicht zumuten.Das wir ein Endlager brauchen ist klar. Ebenso klar ist das dieses nur unter einen stabilen Deckgebirge entstehen kann. Die jedoch gibt es nur in den Alpen. Das zwingt die Union zu diesem verlogenen Spagat.
Gorleben - ehemaliges Satzbergwerk? frage – 13.01.10
Also, Gorleben wird doch gerade als Salzstock gepriesen, in dem _kein_ Bergbau geschehen sei. Wie kommt der Autor nun dazu, von G. als ehemaligem Salzbergwerk zu schreiben? Wenn der Rest des Artikels auch so fundiert ist, dann: bon nuit, HAZ.Erfahrungen sprechen gegen Gorleben. Ha711 – 05.12.09
Vielleicht bekommt Peter-Michael Köhler etwas mehr Durchblick, wenn er folgenden taz-Artikel liest. Ich begreife nicht, wie man an Hand der vorliegenden Erfahrungen Salz als besonders geeignet für Endlagerungen bezeichnen kann. :HANNOVER taz Weil salziges Wasser in die Schachtanlage Gorleben fließt, hat die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg eine Neubewertung des Endlagerprojekts verlangt.
Bereits seit Jahrzehnten weist die Bürgerinitiative (BI) auf Mängel des Gorlebener Salzstocks hin. Dazu gehören Salzwassereinschlüsse, potenziell wasserführende Schichten sowie die fehlende Abschirmung des Salzstocks zur Oberfläche. "Diese Risiken müssen von unabhängigen Experten neu bewertet werden", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke am Montag der taz. "Für das Gorlebener Endlagerprojekt sind zu lange Wissenschaftler zuständig gewesen, die auch das Desaster im Atommülllager Asse verschuldet haben". Es sei zwar bekannt gewesen, dass bei dem vor neun Jahren vorläufig gestoppten Endlagerbau auch Salzwassereinschlüsse angebohrt worden seien. "Die jetzt genannte Menge von 160.000 Litern Lauge hat uns aber überrascht", sagte der Sprecher der Bürgerinitiative.
Nach Angaben des Bundesamtes Strahlenschutz wurden die 160.000 Liter Lauge tatsächlich schon aufgefangen, bevor im Juni 2000 der weitere Ausbau des Endlagerbergwerks Gorleben durch ein Moratorium gestoppt wurde. Analysen der Lauge hätten ergeben, dass es sich um 240 Millionen alte Flüssigkeiten handele. Verbindungen zwischen den angebohrten Laugenblasen zum Grundwasser um den Salzstock gebe es nicht.
Die Bedenken der Gegner des Endlagerprojekts ergeben sich jedoch aus der Art des Gesteins, aus dem die Lauge ausgetreten ist. Die 160.000 Liter Salzwasser stammen aus verschiedenen Formationen des Minerals Anhydrit, das den Gorlebener Salzstock von oben nach unten durchzieht. Anhydrit ist ein Mineral aus Calciumsulfat, das härter und spröder ist als Salz. "Im Salzbergbau ist Anhydrit als potenziell wasserführende Schicht gefürchtet", sagte der hannoversche Geologe Detlef Appel, der sich seit drei Jahrzehnten mit dem Gorlebener Salzstock befasst. "Im Steinsalz verschließen sich Hohlräume wieder, der sprödere Anhydrit zerbricht, und es entstehen Risse und Trennfugen, in denen sich Flüssigkeiten bewegen können", erläuterte Appel. Anhydritschichten können Wasserspeicher und Wasserleiter sein. "Das ist eine Gefahr", warnte Appel. In einem späteren Endlager Gorleben würde sich die Rissbildung verstärken. Schließlich brächten die Hohlräume des Bergwerks und die Hitze des hochradioaktiven Mülls den Salzstock unmerklich in Bewegung.
Wissenschaftliche Befürworter und Gegner des Endlagerprojekts streiten seit Langem darüber, ob die Gorlebener Anhydritschichten Verbindung nach oben zum Grundwasser haben oder nur aus isolierten Schollen bestehen. Bohrungen an dem Endlager, die diese Frage klären würden, sind technisch nicht möglich. JÜRGEN VOGES
Gorleben Peter-Michael Köhler – 16.10.09
Ich empfinde die einleitenden Informationen in diesem Dossier als ungenügend. Es ist mit neu, dass das Deckgebirge instabil sei, und bisher ist von einem Wassereinbruch nichts bekannt geworden. Es wird leider zu viel ohne Sachkenntnis debattiert.Salz ist an sich ein ideales Mineral, um Müll verschiedenster Art, der aus der Biosphäre gebracht werden soll, zu deponieren. So wird giftiger oder sonst schädlicher Abfall bereits in ehemalige Kaligruben verbracht, ohne dass darüber viel zu hören oder lesen ist. Salz reagietrt unter Druck plastisch und umschließt, bzw. umfließt den Müll und schirmt ihn sicher von der Umwelt ab.
Die niedersächsischen Salzstöcke haben alle geologischen Abläufe, wie z. B. die Eiszeiten, seit 50 Millionen Jahren schadlos überstanden.
Gorleben hat in der Tat einige Probleme, vor allem in der schiefen Lagerung der Salzschichten, aber grundsätzlich sollte Salz besser geeignet sein, als, sagen wir, Granit (Beispiel Schweiz - dort gibt es aber kein Salz!).
Das Problem Endlager immer noch halbherzig verfolgt Ha711 – 10.10.09
Dass noch immer kein Endlager erkundet wurde und dass in einem Moratorium die Erkundung Gorlebens für 9 Jahre ausgesetzt wurde, ist für mich politische Schlamperei. Da wird die Verlängerung von Laufzeiten der AKWs diskutiert, aber niemand kann nach mehr als einem halben Jahrhundert Atomenergiegewinnung erklären, wo der tückische Müll endgelagert wird. Der Vergleich mit einem Blindflug, bei dem kein sicherer Landeplatz gegeben ist, erscheint mir nicht abwegig.Man hätte die Union auf dieses lebenswichtige Problem im Wahlkampf immer wieder stoßen umüssen. Doch ob das Wahlvolk darauf reagiert hätte, bleibt ungewiss. Die popolistische Ankündigung von Steuersenkungen, um die sich die Koalitionäre nun wahrschein herumdrücken werden, zog mehr.
Die weitere Erkundung des Salzstocks von Gorleben nach Probebohrungen mit unguten Ergebnissen ist im Grunde auch Unfug. Warum will die Kanzlerin (selbst Fachfrau)keine vernünftige Entscheidung treffen?
Der plausibelste Weg wäre, auch andere Standorte mit Ton- oder Gesteinsformationen so schnell wie möglich zu untersuchen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.
Doch die süddeutschen Länder haben gute Ausreden. Sie fordern wie Öttinger ein Weiter mit den AKWs, aber sie nehmen ihre Musterländle von der Endlagerung aus und finden auch Begründungen.