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Wolfenbüttel

Landkreis lässt Krebsfälle in der Asse genauer auswerten


Ursachen von Krebserkrankungen werden genauer untersucht: Der Landkreis Wolfenbüttel lässt Fragebögen auswerten - und erhofft sich einen Aufschluss über Risikofaktoren der Krebspatienten.
Ein Asse-Mitarbeiter überprüft die Kontamination des Bodens.

Ein Asse-Mitarbeiter überprüft die Kontamination des Bodens.

© dpa

Der Landkreis Wolfenbüttel nimmt nach einer Fragebogen-Aktion nun die Erkrankungen von Krebspatienten in der Umgebung des maroden Atommülllagers Asse genauer unter die Lupe. Die Arbeitsgruppe werde bei ihrer Sitzung am 9. März über weitere Schritte beraten, teilte der Landrat des Kreises Wolfenbüttel, Jörg Röhmann (SPD), am Dienstag mit. Nach Angaben des Gesundheitsamtes wurden von 164 verschickten Fragebögen 143 beantwortet zurückgeschickt. Dabei geht es um 39 erkrankte Bürger aus der Samtgemeinde Asse.

Experten sollen erforschen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Atommülllagerung in der Asse und gehäuften Krebsfällen gibt. Im vergangenen Jahr war bekanntgeworden, dass in der Samtgemeinde Asse doppelt so viel Leukämie- und dreimal so viele Schilddrüsenkrebs-Fälle wie im statistischen Mittel aufgetreten sind.

Die Fragebögen sollen Aufschluss über Arbeitsstellen und Wohnorte sowie Risikofaktoren der Krebspatienten geben. Zudem können die Behörden mit behandelnden Ärzten Kontakt aufnehmen. Mit den Fragebögen wurden allerdings nicht nur Leukämie und Schilddrüsenkrebs erfasst, allerdings werden diese Erkrankungen bei der Erforschung der Ursachen vordringlich behandelt.

dpa

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Asse

In der Schachtanlage bei Wolfenbüttel sind zwischen 1967 und 1978 insgesamt 125.000 Fässer mit schwach und mittel radioaktiven Abfällen eingelagert worden. Seit Jahren fließt kontaminierte Salzlauge aus dem maroden Bergwerk. Nach langwierigen Debatten sollen die Fässer jetzt zurückgeholt werden.

Gorleben

1977 fiel der Entschluss: Das ehemalige Salzbergwerk Gorleben soll atomares Endlager werden. Die Lage Gorlebens im Zonenrandgebiet sowie die dünne Besiedlung der Gegend gaben mit den Ausschlag - obwohl von Anfang an vor dem instabilen Deckgebirge über dem Lagerort sowie eindringendem Grundwasser gewarnt wurde.

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