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Nachrichten Politik In Munster sind nur neun Leopard-Panzer einsatzbereit
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12:26 11.03.2018
Technische Probleme und fehlende Ersatzteile: In Munster sind nur neun Leopard-Panzer der Bundeswehr einsatzbereit. Quelle: Philipp Schulze
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Die technischen Pannen bei der Bundeswehr verursachen nun auch neue Probleme bei der Nato. Dem Heer fehlen einsatzbereite Panzer, die für eine gegen Russland gerichtete multinationale Eingreiftruppe des Bündnisses zugesagt sind. Eine besondere Rolle kommt dabei der Panzerlehrbrigade 9 in Munster im Heidekreis zu – sie ist der Leitverband der Landkräfte in der Eingreiftruppe mit dem Namen Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) und stellt eines der Kampftruppenbataillone. 

Gründe für die Ausfälle bei den Panzern sind einem Bericht der „Welt“ zufolge die mangelnde Versorgung mit Ersatzteilen und hoher Wartungsaufwand. Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) werden die Pannen in einem Entwurf für den Rüstungsbericht der Bundesregierung aufgelistet, den Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) im April vorstellen will.

In Munster stehen den Angaben zufolge derzeit nur neun von 44 vorgesehenen Kampfpanzern des Typs Leopard 2 zur Verfügung. Zudem seien von den 14 benötigten Schützenpanzern des Typs Marder nur drei einsatzfähig. Offenbar muss das Heer nun Panzer aus anderen Verbänden der 1. Panzerdivision abziehen. 

Bereits in den vergangenen Monaten waren zahlreiche Probleme bei der Bundeswehr bekannt geworden. So fuhr Ende vergangenen Jahres kein einziges deutsches U-Boot mehr, nachdem das Unterseeboot U 35 nach einer Havarie im Oktober mit einem beschädigten Ruderblatt in die Werkstatt musste. Zudem gibt es seit Jahren Ausfälle beim Transportflugzeug A400M. An manchen Tagen ist keine einzige der 14 Maschinen einsatzbereit.

Darüber hinaus soll es gegenwärtig auch zu wenige Nachtsichtgeräte, diverse Waffen, Unterstützungsfahrzeuge, Winterbekleidung und Schutzwesten geben. Auch bei der Luftwaffe herrsche Mangel. Eurofighter, Tornados und Transporthubschrauber vom Typ CH-53 seien im Schnitt nur jeweils vier Monate im Jahr einsatzbereit. Die übrige Zeit des Jahres würde für Reparaturen und Umrüstungen benötigt.

Die Bundeswehr soll Anfang des kommenden Jahres mit 5000 Soldaten die Führung der sogenannten Speerspitze der Nato für Osteuropa übernehmen. Sie soll Russland davon abschrecken, die Bündnispartner in Polen und im Baltikum anzugreifen.

 Ein Sprecher des Heeres erklärte am Donnerstag lediglich, man äußere sich grundsätzlich nicht zum Stand der Einsatzbereitschaft. Das Heer habe aber aufgrund der gestiegenen Aufträge im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung „einen höheren Materialverschleiß und dadurch bedingt einen erhöhten Bedarf an Ersatzteilen als in den Vorjahren“. Es sei „nicht zufriedenstellend, dass die materielle Ausstattung der VJTF nicht allein durch die Panzerlehrbrigade 9 erfolgen kann“.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Henning Otte aus dem Kreis Celle, räumte ein, es sei klar, „dass wir die Materiallage bei der Bundeswehr verbessern müssen“. Er forderte, den Verteidigungshaushalt weiter zu erhöhen. „Das ist Grundlage für die Sicherheit Deutschlands und des Bündnisses.“ 

Von Karl Doeleke und Jörg Köpke

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