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„Ich traue meinen Jungs schon einiges zu“

DFB-Pokal „Ich traue meinen Jungs schon einiges zu“

Von wegen Klein gegen Groß: Wenn Germania Egestorf/Langreder am Sonnabend die TSG Hoffenheim im DFB-Pokal empfängt, dann ist Egestorf mit seinen 8000 Einwohnern deutlich größer als Hoffenheim. Und sportlich will das Team vom Deister seine Chance suchen. Ein Interview mit Trainer Jan Zimmermann.

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Will seine Mannschaft geggen die TSG Hoffenheim zu Höchstleistungen bringen: Jan Hoffmann, Trainer von Germania Egestorf/Langreder.

Quelle: Archiv

Herr Zimmermann, wie ist das Gefühl, wenn man im DFB-Pokal plötzlich der Große ist gegen einen Bundesligisten?

Wie?

Nun, Egestorf hat allein schon rund 8000 Einwohner, Hoffenheim lediglich 3200.

Oh, dann sind wir ja Favorit (lacht). Und ich dachte, wir sind der kleinste Regionalliga-Standort. Aber das sind wir ja auch, die TSG spielt ja Bundesliga.

Die Anspannung vor solch einem Spiel ist sicherlich sehr groß. Sie waren selbst Profi, ist sie größer als sonst?

Es ist eine andere Situation, ob man Trainer oder Spieler ist. Als Trainer hast du ganz andere Baustellen. Bei mir liegt die Hauptlast in der Vorbereitung. Wenn das Spiel losgeht, kann ich nicht mehr ganz groß eingreifen. Als Spieler kommst du zum Treffpunkt, und dann musst du es auf dem Platz entscheiden. Eine emotionale Anspannung habe ich keine. Ich freue mich einfach für die Jungs, für den Verein, dass sie solch ein Highlight haben. Darum hoffe ich, dass wir in der Vorbereitung alles richtig gemacht haben.

Haben Sie in der Vorbereitung etwas anders gemacht als sonst?

Nein, wir bereiten uns genauso vor, wie wir das auf ein Punktspiel machen. Mit Videoanalyse, was der Gegner gut und schlecht macht. Was anders ist: Der Gegner macht im Gegensatz zu den Regionalligisten natürlich sehr viel gut.

Haben Sie sich im Vorfeld selbst ein Spiel von der TSG 1899 im Stadion angesehen?

Hoffenheim hat fast nur zu Hause gespielt, wir haben aber jede Menge Videomaterial. Eine Analyse ist allerdings sehr schwer, weil der Club noch kein Pflichtspiel hatte (die Bundesligasaison beginnt für Hoffenheim erst am 28. August gegen Leipzig, d. Red.). Die Hoffenheimer haben immer viel probiert und gewechselt, darum kann man schwer vorhersagen, mit welcher Formation sie hier auflaufen werden. Es ist aber egal, wen sie aufbieten, das ändert nichts daran, dass sie uns in der individuellen Qualität haushoch überlegen sind.

Ist es für Sie ein kleiner Vorteil, dass Ihre Mannschaft bereits mitten im Punktspielbetrieb steckt?

Das hoffe ich so ein bisschen. Wir hatten zwar jetzt zwei englische Wochen, haben auch leider dreimal verloren. Aber zum Glück hatten wir das kleine Erfolgserlebnis gegen den Mitfavoriten VfL Wolfsburg II. Ich hoffe darum schon, dass wir einen Rhythmus haben, und Hoffenheim diesen am Anfang noch nicht hat.

Was ist denn drin für Ihre Mannschaft?

Ich bin kein Freund davon zu sagen: ,Wir wollen das Ergebnis in Grenzen halten.’ Wir gehen in jedes Spiel hinein und glauben an unsere Chance. Ob wir am Ende eine Chance haben, das entscheidet in erster Linie der Gegner. Und wenn der Spielverlauf günstig für uns ist, dann traue ich meinen Jungs in solch einem Pokalspiel schon einiges zu. Wir wollen mutig an die Sache rangehen und nicht in Ehrfurcht erstarren. Wir wollen es Hoffenheim so schwer wie möglich machen. Es gibt ja immer mal diese Überraschungen.

Sie haben mit Christoph Beißmann auch einen besonderen Spieler im Team. Er weiß, wie es geht, Bundesligisten zu ärgern. Er hat mit dem TSV Havelse den 1. FC Nürnberg ausgeschaltet. Hilft so einer?

Christoph ist bei uns der Mann der besonderen Momente, der uns mit seinem entscheidenden Elfmeter überhaupt erst in den DFB-Pokal gebracht hat. Er hat uns mit seinem entscheidenden Elfmeter in die Regionalliga geschossen. Jetzt gegen Wolfsburg hat er auch das Siegtor erzielt. Christoph hat schon sehr gute Nerven. Wenn es am Ende gegen Hoffenheim eng werden sollte, dann sollten die Kameras auf ihn gerichtet sein.

Sticht bei der TSG ein Spieler besonders heraus?

Gut oder schlecht ist für mich als Trainer relativ, ich gucke danach, wie die Hoffenheimer spielen, worauf müssen wir uns besonders einstellen. Aber sie haben mit Sandro Wagner schon einen dabei, der uns mit seiner Kopfballstärke die Abwehrarbeit nicht unbedingt erleichtert, wenn wir mal hinten drin stehen.

Ist es ein Nachteil für Sie, dass Sie in Barsinghausen im August-Wenzel-Stadion spielen und nicht im heimischen Stadion?

Nein, im Endeffekt bin ich froh, dass wir im benachbarten Barsinghausen spielen, das für unsere Zuschauer gut zu erreichen ist. Die Jungs kennen sich da bestens aus. Bei uns passen nur 1200 Leute rein, jetzt kommen immerhin 2500. Wir hätten zwar sicherlich doppelt so viele Karten verkaufen können, aber es gab keine Möglichkeit, in der Region ein geeignetes Stadion zu finden, das der DFB auch genehmigt.

Wäre die HDI-Arena in Hannover keine Alternative?

Die hätten wir nicht mal annähernd füllen können. Und für alle anderen Stadien war das Interesse zu groß. Die Resonanz ist schon überraschend gut.

Sie haben selbst einige Pokalfights hinter sich, welches war denn Ihr aufregendstes Pokalerlebnis?

Das ist in Hannover ein schwieriges Thema: Das war das 2:0 mit Eintracht Braunschweig gegen 96 (2. Runde DFB-Pokal,am 29. Oktober 2003, Braunschweig war drittklassig, 96 spielte in der 1. Liga,d. Red.). Auch wenn wir mit Eintracht nicht der krasse Außenseiter waren, wie wir es jetzt mit Germania gegen 1899 sind.

Interview: Jörg Grußendorf

Rund um das Spiel

Mehr geht nicht: Für den 1. FC Germania Egestorf/Langreder ist der DFB-Pokalschlager gegen 1899 Hoffenheim nicht nur das Spiel des Jahres, sondern das größte Spiel der Vereinsgeschichte. In der ersten Runde ist es eines von elf Duellen zwischen einem Amateurclub und einem Erstligisten. „Das Spiel übertrifft alles bisher Dagewesene“, sagt Andreas Nikolai, zweiter Vizepräsident der Germanen.

2500 Zuschauer werden im Barsinghäuser August-Wenzel-Stadion am Sonntag dabei sein. Anstoß ist um 15.30 Uhr, live berichtet der Bezahlfernsehsender Sky, in der ARD gibt es am Sonntag zwischen 18 Uhr und 19.30 Uhr eine Zusammenfassung. Einen Liveticker im Internet mit vielen Infos gibt es auf haz-sportbuzzer.de

400 Fans von 1899 Hoffenheim werden ihre Mannschaft begleiten, nicht auszuschließen, dass sich darunter auch einige der 50 als gewaltbereit eingestuften Hooligans aus dem Umfeld der TSG befinden. Ein größeres Aufgebot der Polizei und mehr als 
50 Ordner werden für die Sicherheit der Besucher sorgen. Die Hoffenheimer Fans gelangen durch einen separaten Eingang in einen eigenen Zuschauerbereich auf der vom Spielfeld aus gesehen linken Tribünenseite.

Sollte dem Viertligisten die Sensation gelingen, winkt eine Prämie von knapp 200 000 Euro. 97 000 Euro hat der 1. FC für den Einzug in die erste Runde vom Deutschen Fußball-Bund erhalten. 30 000 Euro davon leitet der Club allerdings an die Stadt weiter, die die Fußballer beim Bau neuer Tribünen unterstützt hat. Allein 6500 Euro musste Germania für den Bau von Gerüsttürmen bezahlen, damit das Fernsehen live übertragen kann. Auch wenn es mit der Sensation nicht klappen sollte, rechnet man in Egestorf trotzdem mit einem Plus in der Kasse.

Bei 1899 Hoffenheim wird Sandro Wagner, der prominenteste Neuzugang der Kraichgauer, sein Pflichtspieldebüt geben. Wagner ist von Darmstadt 98 zur TSG gewechselt und hat sich zuletzt mit überheblichen Äußerungen zur Bezahlung von Fußballprofis keine Freunde gemacht.

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