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Inka Grings

Angriff Inka Grings

Nein, leicht hat es sich Inka Grings nie gemacht. Ihren Weg auf dem Rasenrechteck hat die Stürmerin meist gefunden, geradlinig und zielstrebig, aber abseits davon ging sie einige Umwege. Weil sie zu geradlinig war.

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Stürmerin Inka Grings im Testspiel gegen Italien in der Osnatel-Arena in Osnabrück.

Heute, mit 32 Jahren, fällt es Grings leicht, in fast jedem Interview zu betonen, dass sie gelernt habe, „mir auch mal auf die Zunge zu beißen“. Was sie nicht davon abhält, sympathisch und locker aus ihrem Leben zu plaudern. Über ihren vierjährigen Hund Chico, ihr Fernstudium „Sport- und Fitnesstraining“ – oder über ihre Mutter und ihren großen Bruder Lars. Er schleppte Inka mit sechs Jahren zum Kicken, und weil die Klubs im Lieblingssport Tennis damals arg elitär waren, blieb die kleine Schwester am großen Ball. Mit 16 wechselte sie nach Duisburg, mit 17 debütierte sie in der Nationalelf.

Grings’ sportliche Bilanz liest sich beachtlich; mehr als 300 Bundesligatore erzielte sie, sechsmal war sie Torschützenkönigin, ihre 38 Treffer in der Saison 1999/2000 sind unerreicht. In 87 Länderspielen traf die Stürmerin 61-mal, bei der EM 2009 wurde sie Torschützenkönigin. Doch wer denkt, Grings kann sich mit vielen Titeln schmücken – Fehlanzeige. Bei der WM 1999 schied sie früh verletzt aus, die EM 2001 und die WM 2003 verpasste sie aus gleichem Grund ganz, 2006 überwarf sie sich mit dem damaligen Duisburger Coach Dietmar Herhaus, das Verhältnis zu Bundestrainerin Silvia Neid litt, und als noch ihr Vater starb, war die Motivation endgültig hin. Erst Duisburgs neue Trainerin Martina Tecklenburg-Voss initiierte 2009 eine Versöhnung zwischen Neid und Grings. Mit Happy End: Die 32-Jährige darf die Heim-WM spielen, sie wird es auf ihre Art tun. Mit gewohnter Geradlinigkeit und neuer Lockerheit.

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