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Linda Bresonik

Abwehr Linda Bresonik

Keine Nationalspielerin hängt so an ihrer Heimatstadt wie Linda Bresonik. Und keine braucht ihre Heimat so sehr wie sie. „Mein Ruhrpottmädchen“ hat Deutschlands oberster Frauenfußballfan, DFB-Präsident Theo Zwanziger, sie einmal genannt – Bresonik kam es einem Ritterschlag gleich.

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Melanie Behringer

Linda Bresonik (l.) freut sich zusammen mit Kerstin Garefrekes über das 1:0 im Eröffnungsspiel der WM 2011 gegen Kanada.

Quelle: dpa

Essen. In Essen ist die 27-Jährige zu Hause, im Stadtteil Rüttenscheid liegen ihre Wurzeln, hier lebt ihre Familie, hier schöpft sie Kraft für den Leistungssport. Mit fünf Jahren ging sie zur TuS 84/10 Essen, mit zwölf ins Mädchenteam von Grün-Weiß Schönebeck, das damals alle Spiele gewann. „Langweilig“, sagt Bresonik heute, dabei dürfte dies ihrem Ehrgeiz und ihrem Siegeswillen sehr entsprochen haben.

Die Erfolgsserie, auch ihre persönliche, riss erst, nachdem sie mit 16 zum FCR 2001 Duisburg gewechselt und im Jahr darauf Nationalspielerin und Europameisterin geworden war. Bresonik, die mit feiner Technik in Abwehr wie Mittelfeld besticht, verletzte sich während der WM 2003 in den USA und flog heim – was ihr die damalige Bundestrainerin Tina Theune-Meyer und die Mitspielerinnen verübelten. Das Kapitel Nationalteam war beendet, der Tiefpunkt jedoch nicht erreicht: 2004 starb Bresoniks Mutter, es kursierten Schlagzeilen über ihr Privatleben mit Inka Grings, Duisburg trennte sich von ihr. „Die schwerste Zeit meines Lebens“, sagt die 27-Jährige.

In Bad Neuenahr wagte sie den Neuanfang, doch erst in Essen – wo sonst! – fand sie zu alter Stärke zurück. Fast logisch, dass Bundestrainerin Silvia Neid sie 2006 zurück in die Auswahl holte, rechtzeitig zum WM-Titel 2007 und EM-Titel 2009. Den maximalen Erfolg strebt „Lin“, die mit ihrer Offenheit gerne mal aneckt, auch jetzt an.

Was die gelernte Kauffrau nach dem Fußball machen will? „Vielleicht einen Hundesalon eröffnen“, hat Bresonik mal gesagt. Emma und Frieda, ihre Hovawarthunde, würde es freuen.

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