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Birgit Prinz bleibt trotz Kritik auch gegen Nigeria gesetzt

Schlüsselfigur der deutschen Elf Birgit Prinz bleibt trotz Kritik auch gegen Nigeria gesetzt

Trotz anhaltender Torflaute und öffentlicher Kritik vertraut Bundestrainerin Silvia Neid weiter auf Stürmerin Birgit Prinz.

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Bundestrainerin Silvia Neid setzt weiterhin auf Birgit Prinz.

Quelle: dpa

Frankfurt. Fast zwei Jahrzehnte lang war sie das Gesicht des deutschen Frauenfußballs. Doch ausgerechnet bevor Birgit Prinz heute in der zweiten Vorrundenpartie gegen Nigeria (20.45 Uhr, live in der ARD) ihr erstes WM-Spiel in ihrer Heimatstadt Frankfurt bestreitet, gerät die Rekordnationalspielerin mehr und mehr in die Kritik. Beeindruckt von der Dynamik und Effizienz der jungen Duisburgerin Alexandra Popp, die in vier WM-Vorbereitungsspielen fünfmal traf, und angesichts der Torflaute von Prinz fordern viele den Generationswechsel im deutschen Angriff. Sogar von einem „Prinz-Problem“ für Silvia Neid war bereits die Rede. Doch für die Bundestrainerin wie auch für den Rest der Mannschaft bleibt die 33-Jährige auch bei ihrer fünften und letzten WM-Endrunde unverzichtbar.

„Wir wissen, wie wichtig Birgit für uns ist, da gibt es in der Mannschaft keine große Diskussion“, sagt Torfrau Nadine Angerer über ihre Spielführerin, die in ihrer Karriere mehr als 30 Titel gesammelt hat. In Neids Mixtur aus „jung und erfahren“ erfüllte Prinz ihre Rolle im Eröffnungsspiel gegen Kanada (2:1) im Zusammenspiel mit Celia Okoyino da Mbabi so, wie es sich das Trainergespann vorgestellt hatte. „Die Entscheidung mit Birgit und Celia in der Startelf hat sich bewährt“, stellt Kotrainerin Ulrike Ballweg fest, zumal Prinz an der Entstehung des 1:0 durch Kerstin Garefrekes beteiligt gewesen sei. „Meine Rolle ist es längst nicht mehr, ständig die Dinger reinzumachen“, betont auch Prinz, die vielfach nur an der Torausbeute gemessen wird. „Mein Anspruch war schon immer, auch Tore vorzubereiten und mitzuspielen, statt vorne drinzustehen.“

Anders als die zunächst auf die Bank verbannte Bundesliga-Rekordtorschützin Inka Grings, die nach ihrem Kurzeinsatz gegen Kanada genervt schien und kämpferisch ankündigte, den Trainingseinsatz erhöhen zu wollen, stellte sich Prinz nach der Partie trotz ihrer frühen Auswechselung für Popp nach knapp einer Stunde locker und gelöst den Medien. Komisch sei es gewesen, rauszumüssen. „Aber Alex hat definitiv frischen Wind reingebracht“, sagte Prinz und beantwortete den Dank für das Pressegespräch – Unterhaltungen, die sie nicht besonders liebt – mit einem freundlichen „sehr gerne“. Anspannung hört sich anders an.

Prinz weiß, was sie kann – und sie kennt ihren Stellenwert nicht zuletzt als Integrationsfigur im Team. Vieles deutet darauf hin, dass es bei der WM dabei bleiben wird, zumal Popp feststellte, dass sie mit ihrer „Rolle zufrieden“ sei und Neid keine neuen Baustellen brauchen kann.

Die Bundestrainerin kümmert sich vor dem Spiel gegen Nigeria lieber um andere sportliche Dinge: Gegen Kanada fehlte es beispielsweise aus dem Mittelfeld an Unterstützung für die Viererkette. „Wir müssen besser agieren als gegen Kanada. Wir müssen als Mannschaft kompakter stehen und die Zweikämpfe besser annehmen“, sagte Abwehrchefin Annika Krahn gestern Abend. Auch das Aufbauspiel soll dadurch an Sicherheit gewinnen. Mit klugem Flachpassspiel soll die noch nicht optimal eingespielte Defensive der Afrikanerinnen ausgehebelt werden. „Wir wollen besser Fußball spielen und unsere Torchancen konsequent nutzen“, sagte Neid. Letztlich könnte ein Erfolg gegen Nigeria bereits die vorzeitige Qualifikation für das Viertelfinale bedeuten.

Änderungen in der Startelf im Vergleich zum Eröffnungsspiel sind kaum zu erwarten, auch wenn Stürmerin Martina Müller nach überstandener Oberschenkelzerrung auf einen Einsatz hofft. Auch mit Prinz ist also wieder zu rechnen. Die Diskussionen um ihren Platz in der Startaufstellung kann sie aber wohl nur dadurch beenden, dass sie ihren bislang 154 Länderspieltoren den nächsten Treffer folgen lässt. Möglichst schnell. Am besten schon heute, in ihrem ersten WM-Heimspiel.

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