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„Nordkorea ist ein menschenverachtendes System“

DFB-Präsident Zwanziger „Nordkorea ist ein menschenverachtendes System“

Der DFB hat sich um sportpolitische Annäherung an Nordkorea bemüht, jetzt sorgt das Team für einen Dopingskandal. Theo Zwanziger spricht von einem „menschenverachtenden System“.

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Nach dem Dopingskandal um die Nordkoreanische Frauenfußballmannschaft kritisiert DFB-Präsident Zwanziger den Staat.

Quelle: dpa

Frankfurt/Main. Der Deutsche Fußball-Bund will trotz des Doping-Skandals um Nordkoreas Team bei der Frauen-Weltmeisterschaft seine Beziehungen zu dem isolierten Land ausbauen. „Dieser Vorfall ändert nichts an der Grundhaltung des DFB, dass ein politisches System wie in Nordkorea vor allem auch durch sportliche Begegnungen Stück für Stück aufgebrochen werden kann“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. „Diesbezüglich sind wir durch unsere Bemühungen vor und während der Weltmeisterschaft sicher ein Stück weitergekommen.“

Der DFB hatte am 2. April, als eine Delegation um Zwanziger, WM-OK-Präsidentin Steffi Jones und der Grünen-Parteivorsitzenden Claudia Roth in Pjöngjang weilte, einen Kooperationsvertrag mit dem nordkoreanischen Fußball-Verband abgeschlossen. Zudem lud der DFB Nordkoreas Auswahl einige Tage vor der WM nach Leipzig ein und bezahlte teilweise deren Aufenthalt.

Nordkorea und Kolumbien spielen 0:0

Die Fußballerinnen von Nordkorea und Kolumbien konnten auch bei ihrem letzten WM-Auftritt keine Akzente setzen. Zum Abschluss der Gruppe C kamen die beiden Teams im direkten Duell am Mittwoch in Bochum nicht über ein 0:0 hinaus und beendeten die Weltmeisterschaft mit einer weiteren Enttäuschung.

Zwanziger wirft dem WM-Teilnehmer aus dem kommunistischen Staat jedoch keinen Undank vor. „Dieser Vorfall unterstreicht den Eindruck von einem menschenverachtenden System in Nordkorea, in dem versucht wird, Sportler mit allen Mitteln zu Erfolgen zu führen. Erfolge, die dann für staatliche Propaganda missbraucht werden können“, sagte er.

Unmittelbar vor dem Abschluss der Gruppe C am Mittwochabend in Bochum waren die nordkoreanischen Abwehrspielerinnen Song Jong Sun und Jong Pok Sim wegen positiver Dopingproben vom Weltverband FIFA für die Begegnung gegen Kolumbien (0:0) gesperrt worden.

Anschließend wurde gegen die gesamte Mannschaft Nordkoreas eine „zielgerichtete Fahndung“ (Jiri Dvorak, Medizinischer Direktor des Weltverbandes FIFA) eingeleitet: Alle mussten zur Dopingkontrolle. „Es ist positiv zu bewerten, dass die Aufklärungsmechanismen der FIFA im Kampf gegen Doping offenbar funktionieren“, meinte Zwanziger.

Sportpolitisch sieht sich der DFB auf einem guten Weg. „Das zeigen die humanitären Gesten der nordkoreanischen Regierung und die Einladung der US-amerikanischen Frauen-Nationalmannschaft nach Nordkorea, die der nordkoreanische Sportminister nach dem WM-Spiel in Dresden ausgesprochen hat“, erklärte Zwanziger.

Sportminister Pak Myong Chol hatte nach dem 0:2 gegen die USA eine Einladung zu einem Freundschaftsspiel gegen die Auswahl des verfeindeten US-Staates ausgesprochen. Auch ein Besuch der bislang rigoros abgeschotteten nordkoreanischen Fußballerinnen in den Vereinigten Staaten könnte danach möglich sein. Mit dem torlosen Ausscheiden in der Vorrunde und vor allem den positiven Dopingtests hat sich der Asienmeister sportlich aber ins Abseits manövriert.

dpa

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Foto: Nordkorea und Kolumbien haben 0:0 gespielt.

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