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Simone Laudehr ist die heimliche Anführerin

DFB-Frauen Simone Laudehr ist die heimliche Anführerin

Simone Laudehr zieht in der Nationalelf die Fäden. Gemeinsam mit Kim Kulig bildet sie im defensiven Mittelfeld den Motor der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.

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Simone Laudehr ist gemeinsam mit Kim Kulig der Motor der Frauen-Nationalmannschaft.

Laufen, laufen, laufen. Für Simone Laudehr geht es 90 Minuten lang den Fußballplatz rauf und runter. Gemeinsam mit Kim Kulig bildet sie im defensiven Mittelfeld den Motor der deutschen Frauen-Nationalmannschaft – aber was heißt hier eigentlich defensiv? Laudehr ist auch die Frau für die wichtigen Tore: nicht nur beim zweiten WM-Vorrundenspiel der deutschen Elf gegen Nigeria am vergangenen Donnerstag, als sie das erlösende 1:0 erzielte. Schon bei der Weltmeisterschaft 2007 hatte sie das Finale gegen Brasilien durch ihren Treffer zum 2:0 entschieden. Ist es also ein Wunder, wenn sich vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Frankreich am Dienstag, dem Duell um den Gruppensieg, alle Augen auf Laudehr richten?

Ihr selbst ist das immer ein bisschen unangenehm; Laudehr sieht sich nicht gerne im Vordergrund, sie ist eine Mannschaftsspielerin. Wenn ihr ein wichtiges Tor gelingt wie zuletzt gegen Nigeria, schön, aber die Hauptsache sei doch das Ergebnis: „Ich habe mich sehr über das Tor gefreut, aber das hätte ich auch getan, wenn es jemand anderes geschossen hätte“, sagt sie.

Eine andere Spielerin hätte vielleicht nur nicht so auffällig gejubelt wie Laudehr, die sich dafür Anregungen bei Bastian Schweinsteiger geholt hat, der die gleiche Position in der Männer-Nationalmannschaft spielt. „Ich schaue mir viel von ihm ab und versuche, es mit meinen Ideen zu kombinieren. Ich mag ihn, er ist ein toller Typ“, sagt Laudehr.

Wie Schweinsteiger bei den Männern, so ist auch Laudehr im Frauenteam eine Schlüsselfigur und ein Vorbild. Bei ihr und Kulig laufen die Fäden zusammen: In der Defensive sind die beiden die letzte Bastion vor der Viererkette; ihre Zweikampfstärke ist genauso gefordert wie das schnelle Umschalten, wenn es darum geht, schnell den nächsten Angriff einzuleiten.

Ganz schön viel Verantwortung für die 24-jährige Laudehr und ihre 21-jährige Nebenspielerin. „Das kann nicht jede“, sagt Bundestrainerin Silvia Neid. Viele sehen das junge Duo deshalb auch als heimliche Anführerinnen der Mannschaft.

Dass Laudehr und Kulig bereits mit Gelben Karten vorbelastet sind, macht ihre Aufgabe am Dienstag Abend gegen Frankreich nicht leichter; erst nach dem Viertelfinale werden die Strafen gelöscht, und eine weitere Verwarnung würde eine Sperre bedeuten. Doch Laudehr will sich davon nicht stoppen lassen. Während des Spiels, wenn die Gegnerinnen mit dem Ball am Fuß auf sie zulaufen, „dann denkt man da eh nicht dran“, sagt sie. Auch vom überharten Einsatz Nigerias hatte sie sich nicht provozieren lassen, sondern begegnete den Afrikanerinnen konsequent, aber fair und setzte auch damit ein Zeichen für die Mitspielerinnen. „Wenn der Gegner einem immer nur in die Füße tritt, will man selbst auch mal dagegenhalten. Ich möchte auch weiterhin aggressive Zweikämpfe führen“, sagt Laudehr.

Halbe Sachen gibt es für die gebürtige Bayerin nicht, und Disziplin hat sie schon früh gelernt. Zwei Jahre besuchte sie eine Klosterschule – das prägt. Mit eisernem Willen bereitete sie sich auf die WM vor, schob Sonderschichten im Training – alles für das große Ziel, die Titelverteidigung im eigenen Land. Dass dieses Ziel nach den nicht berauschenden Leistungen ihres Teams in den ersten beiden Gruppenspielen in Gefahr ist, glaubt die selbstbewusste Mittelfeldspielerin nicht und verspricht schon für die heutige Partie Besserung. „Das wird ein anderes Spiel. Wir können besser Fußball spielen, und wir werden das gegen Frankreich zeigen.“ Eines dieser wichtigen Laudehr-Tore würde dabei sicher helfen.

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