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15 Millionen Euro für Nachwuchsleistungszentrum

96 investiert in die Nachwuchsförderung 15 Millionen Euro für Nachwuchsleistungszentrum

In diesem Jahr geht es endlich los: Hannover 96 investiert 15 Millionen Euro ins neue Nachwuchsleistungszentrum – und erwartet viel.

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So sehen das Eilenriedestadion und die Plätze für die Nachwuchsteams von Hannover 96 derzeit aus.

Quelle: Rainer Dröse (Archiv)

Hannover. Fußball ist ein Millionenspiel – längst auch im Nachwuchsbereich. Rund 2,5 Millionen Euro pro 
Saison lässt sich Hannover 96 die Talentförderung bis hin zur U23-Mannschaft kosten, und mehr als 15 Millionen hat der Bundesligist für sein neues Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) veranschlagt, mit dessen Bau in diesem Jahr endlich begonnen wird. 2017 wird es fertig sein – und wenn es gut läuft, soll das neue Jugendkonzept, das im Club derzeit auf die Beine gestellt wird, dann die ersten Volltreffer geliefert haben. Dort, wo es damit in den vergangenen Jahren nicht klappte: bei den Profis in der 
1. Liga.

Das traditionsreiche Eilenriedestadion in Hannover.

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„Wir müssen mehr dafür tun, dass bei uns Spieler so an die Bundesligamannschaft herangeführt werden, dass sie dort zum Stamm gehören“, sagt Clubchef Martin Kind. „Nur so sind die hohen Investitionen zu rechtfertigen.“ Ginge es nach den Vorstellungen des obersten 96ers, dann sollten jedes Jahr ein, zwei Spieler den Sprung schaffen.

Und das nicht nur als gelegentliche Trainingsgäste oder Einwechselspieler für ein paar Minuten, wie es in den vergangenen Jahren meist der Fall war. Das bislang letzte Talent, das nach der Ausbildung in der 96-Jugendabteilung zu einer festen Größe bei den Profis wurde, war Konstantin Rausch; er brachte es zwischen 2008 und 2013 auf 150 Einsätze in der Bundesliga. Seitdem herrscht Flaute. Für Kind ist das nicht nur eine Folge struktureller Unzulänglichkeiten. „Vielleicht gab es ja die Spieler nicht, die sich durchsetzen konnten“, sagt er.

Neue Tribünen, neues Internatgebäude: Das Modellbild zeigt, wie es im Eilenriedestadion und drumherum in zwei Jahren aussehen soll.

Neue Tribünen, neues Internatgebäude: Das Modellbild zeigt, wie es im Eilenriedestadion und drumherum in zwei Jahren aussehen soll.

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Der Clubchef hat in dieser Woche erst wieder mit Nicolas Michaty und Jens Rehhagel die Köpfe zusammengesteckt. Der eine ist seit einem Jahr Sportlicher Leiter des NLZ, der andere seit 2005 Verwaltungschef. Der im Mai vorigen Jahres beschlossene Plan, das alte NLZ im Eilenriedestadion nicht nur auf Vordermann zu bringen, sondern ihm einen erstligawürdigen Standard zu geben, wie es vom Deutschen Fußball-Bund und Deutscher Fußball-Liga grundsätzlich schon seit Langem verlangt wird, liefert viel Gesprächsbedarf. Und das nicht nur in baulicher Hinsicht. Das viele Geld ist nur dann gut angelegt, wenn es sich eines nicht allzu fernen Tages auszahlt: in der Bundesliga. Und da sind neue Überlegungen gefragt. „Wir sind dabei, da reinzuwachsen“, sagt Kind über das noch nicht fertige Talentförderprogramm.

Michaty verweist darauf, dass „schon einiges auf den Weg gebracht worden ist“. Dabei fallen Namen wie Steven Cherundolo, Christoph Dabrowski oder Mike Barten – ehemalige Profis, die ihre Erfahrungen jetzt bei den „Roten“ als hauptamtliche Jugendtrainer an unterschiedliche Jahrgänge weitergeben – von der U15 an aufwärts. Michaty spricht in diesem Fall von Professionalisierung und Verzahnung. „Wichtig ist eine enge Verbindung des Leistungszentrums zum Profibereich“, merkt er an.

3. Liga als Talentebühne?

Im modernisierten Eilenriedestadion können von 2017 an auch wieder Spiele der U23-Mannschaft angepfiffen werden. Derzeit finden sie im Beekestadion in Ricklingen statt. Die U23 der „Roten“ spielt in der Regionalliga – ob eines Tages die 3. Liga als Ziel ausgegeben wird, wird intern derzeit diskutiert. „Ich wäre dafür, wenn die Kosten vertretbar sind“, sagt Clubchef Martin Kind. Kämen pro Saison nicht mehr als 2 Millionen Euro hinzu, „könnte man darüber nachdenken“.

Der 41 Jahre alte Sportwissenschaftler hat schon in seiner Zeit beim FSV Frankfurt erfahren, dass bei der „Ausbildung von unten heraus“ vieles zusammenkommen muss, um ans Ziel zu gelangen. „Man braucht gerade bei jungen Spielern Geduld“, sagt er. Und wohl auch ein Quäntchen Glück, dass Talente, die in jungen Jahren zu großen Hoffnung Anlass geben, wirklich ihren Weg gehen.

Bei den 96-Profis trainiert derzeit ein Quintett mit, das in der Jugendabteilung des Clubs groß geworden ist. Tim Dierßen (18), Sebastian Ernst (19), Timo Königsmann (17), Fabian Pietler (21) und Valmir Sulejmani (18) werden am Sonntag auch mit ins Trainingslager in der Türkei fliegen; ein anderer, Niklas Teichgräber (18), muss aufgrund eines Kreuzbandrisses zu Hause bleiben.

Mittendrin zu sein im Kader für die 
1. Liga heißt aber noch nicht dabei zu sein, wenn es ernst wird. Auch wenn Michaty sagt, er sei zuversichtlich, dass zumindest mittelfristig der eine oder andere den Sprung schaffen werde. Doch die Perspektive stimmt. Ein Aspekt, der für Clubchef Kind nicht nebensächlich ist. „Das wirkt motivierend auf den eigenen Nachwuchs“, sagt er. „Und das macht 96 attraktiver. Nicht nur für Talente aus Hannover.“     

Bekannte Profis als NLZ-Trainer

Prominenz auf der Bank: Das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) der „Roten“ hat einen grün-weißen Anstrich. Drei der Trainer dort haben eine Fußball-Vergangenheit bei Werder Bremen. 96-Torwartkoordinator Pascal Borel hat 120 Spiele für die Werder-Amateure gemacht und 32 für die Profis. U17-Trainer Christoph Dabrowski bringt es auf 51 Einsätze für Bremens Amateure und 49 für die Profis; für 96 war er in der 1. Liga zwischen 2003 und 2006 78-mal dabei. 
U16-Trainer Mike Barten hat 207-mal für die zweite Bremer Mannschaft gespielt und 34-mal in der Bundesliga. Auch Jens Rehhagel, administrativer Leiter des NLZ, hat an der Weser gespielt, ist aber vor allem als Sohn von Trainerlegende Otto Rehhagel bekannt. Außer Dabrowski trainieren noch zwei ehemalige 96-Profis hannoversche Nachwuchsteams: Steven Cherundolo ist für die U15 zuständig, Daniel Stendel trainiert mit der U19 die wichtigste Juniorenmannschaft.

hr

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