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96-Anhänger randalieren in Berlin

Ausschreitungen in Friedrichshain 96-Anhänger randalieren in Berlin

Anhänger von Hannover 96 haben in der Nacht vor dem Spiel gegen Union Berlin im Szenekiez Friedrichshain randaliert. Dabei lieferten sie sich eine Auseinandersetzungen mit der Polizei, die mit einem Großaufgebot vor Ort war.  Im Stadion wurden Bengalos gezündet.

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Polizeieinsatz vor dem Spiel der "Roten" gegen Union Berlin.

Quelle: TNN

Berlin. Weitgehend friedlich hatte die Saison in der zweiten Liga für die Fans von Fußballbundesligist Hannover 96 begonnen – obwohl mit Sankt Pauli und Dynamo Dresden schon zwei Fangruppen in der Stadt waren, bei denen mit Reibereien gerechnet werden konnte. Doch ausgerechnet beim Auswärtsspiel gegen Union Berlin sind Anhänger der Roten an diesem Wochenende hochgradig unangenehm aufgefallen. Nach Angaben der Polizei randalierten sie in einer Kneipe, prügelten sich mit Polizisten und sorgten im Stadion mit ihrer Pyrotechnik sogar dafür, dass die Partie für mehrere Minuten unterbrochen werden musste.

Der Ärger begann schon in der Nacht vor dem Sonntagsspiel. Gegen ein Uhr Früh hatte die Besitzerin einer Kneipe in Friedrichshain die Polizei gerufen, weil ihrer Darstellung zufolge rund 120 Fußballfans der Gastmannschaft – also von Hannover 96 – in ihrer Gaststätte randalierten. Während eine Hundertschaft anrückte, verließen die Fans die Kneipe, vermummten sich und brüllten polizeifeindliche Sprechchöre. Dann flog eine Flasche und traf ein Auto.

Kiezbewohner solidarisieren sich 

Die Beamten kesselten etwa 100 Fans ein, um die Personalien festzustellen. Doch das ließen sich die Festgehaltenen nicht gefallen. Sie rannten gegen die Polizisten an, schlugen und traten auf sie ein. Einer warf einen Stuhl und verletzte einen Beamten, vier weitere wurden durch körperliche Gewalt leicht verletzt. Nur mit dem Einsatz von Schlagstöcken und Reizgas verhinderte die Polizei, dass die Fans die Absperrung durchbrachen. Derweil solidarisierten sich mehrere Dutzend Kiezbewohner auf der anderen Gehwegseite mit den Fans und griffen die Polizei ihrerseits an.

Gegen 2 Uhr beruhigte sich die Lage, als Verstärkung für die Polizei eintraf, doch die Beamten waren bis 4.30 Uhr mit der Aufnahme der Personalien beschäftigt. Sie beschlagnahmten unter anderem Vermummungsmaterial und Lederhandschuhe und leiteten Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ein. Überraschenderweise gab es jedoch weder Stadionverbote, noch wurden Fans in Gewahrsam genommen.

Bengalos um 96-Block

Auch während des Spiels fielen die 96-Fans negativ auf. Es lief die 50. Minute, als einige Anhänger der „Roten“ im Fanblock hinter dem Union-Tor mehrere Rauchtöpfe in den Vereinsfarben schwarz-weiß-grün zündeten. Kurz darauf brannten auf den Rängen auch mehrere Bengalos. Der Qualm zog auch aufs Spielfeld und wurde so dicht, dass Schiedsrichter Robert Hartmann die Begegnung unterbrechen musste. Erst nach einer Pause von dreieinhalb Minuten wurde das Spiel wieder angepfiffen.

Wie die 96-Anhänger es schaffen konnten, die vielen Rauchtöpfe und Bengalos ins Stadion zu schmuggeln, „ist mir ein Rätsel“, sagt der 96-Fanbeauftragte Johannes Seidel. „Die Union-Ordner haben sehr akribisch kontrolliert, auch die Fahnen. Das wird für den Verein auf jeden Fall teuer“, sagt Seidel. Das bestätigte auch 96-Pressesprecher Christian Bönig. „Die haben bis ins Kleinste kontrolliert und sogar die Fahnen abgeklopft. Wir werden die Vorgänge während des Spiels in den nächsten Tagen aufarbeiten und alles dafür tun, um die Verursacher zu identifizieren.“

Zu den Ausschreitungen in der Nacht vor dem Spiel gibt der Fanbeauftragte Seidel sich verhalten. Er spricht von mehreren Versionen der Ereignisse. „Soweit ich weiß, waren unsere Ultras nicht daran beteiligt.“     

Christian Purbs und Isabel Christian

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