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Ärger bei den "Roten"

96-Führung kritisiert Trainer und Team

Von Volker Wiedersheim

Es rappelt bei den „Roten“ nach der Niederlage gegen Union Berlin: 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke wird laut und der Klubchef Martin Kind kritisiert Trainer und Team.
Ein ungleiches Paar: 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke (rechts) und 96-Trainer Andreas Bergmann.

Ein ungleiches Paar: 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke (rechts) und 96-Trainer Andreas Bergmann.

© Ulrich zur Nieden

Berlin träumt. Von einer ganz besonderen Relegation. Die Hertha gegen „Eisern Union“. Das wäre ein Ding. Die Köpenicker, die am Dienstagabend Hannover 96 in einem Testspiel mit 2:1 besiegten, könnten das schaffen. Sie stehen in der 2. Liga auf dem 7. Platz mit gerade mal vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz.

Bei der Hertha wird das schon schwieriger. Die steht in der 1. Liga auf Rang 18 mit sechs Zählern, und um den Relegationsplatz zu erreichen, müssten das Team von Friedhelm Funkel zwei Mannschaften hinter sich lassen. Beim Blick in den Tabellenkeller bietet sich da der 1. FC Nürnberg als ein Kandidat an. Und beim Blick auf das Testspiel bei Union: Hannover 96. Besonders deshalb, weil das Ergebnis kein Ausrutscher war, sondern einen Abwärtstrend fortsetzt. Die nächsten Wochen werden deshalb ungemütlich, wenn nicht gar turbulent bei den „Roten“.

Sportdirektor Jörg Schmadtke hat den Anfang gemacht und unmittelbar nach der Partie in Berlin den Erregungs- und Geräuschpegel drastisch erhöht. Wie bereits in einem Teil der gestrigen Ausgabe berichtet, rief der Sportliche Leiter die Spieler im Stadion an der Alten Försterei direkt nach dem Abpfiff in der Gästekabine zusammen, die wegen eines Umbaus zurzeit behelfsmäßig in einem Container untergebracht ist. Durch die hellhörigen Pressspanwände war dabei nach außen gedrungen, wie sich Schmadtke in Rage redete. „Jeder hat eine Idee, aber es läuft nichts zusammen. Das hat kein Niveau. Das ist Betriebssport“ keifte der 45-Jährige, um dann etwas leiser, aber grollend fortzufahren: „Ich bin für Ruhe, aber irgendwann muss es mal raus. Ich hole mir kein Magengeschwür.“

Klubchef Martin Kind begrüßte am Mittwoch die Reaktion seines Mannes fürs Sportliche und forderte Trainer Andreas Bergmann auf, ebenfalls energischer im Tonfall und bei der Führung der Mannschaft zu werden: „Ich finde es gut, dass jetzt mal Hochdeutsch geredet wird. Bergmann muss sich in die Linie von Schmadtke hineinentwickeln“, sagte Kind.

Eine kurze Nachbetrachtung der Leitung der 96er erklärt, warum die drei Führungsfiguren sich nun für die härtere Tour entschieden haben. Erstmals seit dem Abgang des früheren Trainers Dieter Hecking spielte 96 wieder in dessen weniger angriffslustigen Aufstellung mit zwei defensiven Mittelfeldspielern und nur einem Stürmer. An guten Tagen können die „Roten“ aus jedem System heraus in der Offensive Druck machen. Im eiskalten Berlin blieben die Impulse nach vorn indes dürftig.

Der Überblick über die wichtigsten Probleme vor dem Rückrundenstart:

Leon Andreasen: Der Däne sollte nach achtmonatiger Verletzungspause durch einen 90-Minuten-Einsatz gegen einen vermuteten Aufbaugegner Selbstvertrauen tanken. Allerdings musste der bisherige Mittelfeldakteur als Innenverteidiger auflaufen und legte eine Fehlerserie hin, die zur Berliner Führung durch John-Jairo Mosquera (8. Minute) führte, damit aber noch lange nicht endete.

Christian Schulz: Der etatmäßige Innenverteidiger spielte neben „Mr. Unsichtbar“, Sofian Chahed, vor der Viererkette als Abräumer. Der Einsatzwille war passabel, das Stellungsspiel nicht. Solange Karim Haggui beim Afrika-Cup für Tunesien spielt, gehört Schulz in die Viererkette; und an seine Seite Mario Eggimann, der in Berlin nicht glänzte, aber solider als die meisten arbeitete.

Die „Sechser“-Position: Als Ersatz für den gesperrten Hanno Balitsch drängt sich gegen Hertha BSC keiner auf. Chahed und Andreasen ist die Position allein nicht zuzutrauen. Steve Cherundolo und Sergio Pinto sind die ersten Alternativen. Warum in Berlin trotzdem Balitsch eine Halbzeit spielte, statt den Vertretern Einarbeitungszeit zu geben, bleibt ein Geheimnis von Bergmann –oder Schmadtke.

Mike Hanke: Der bessere Mike Hanke in Berlin war der bewegliche und durchsetzungsfähige Mosquera. Eine weitere Chance für Werbung in eigener Sache ließ Hanke aus. Didier Ya Konan bleibt erste Wahl – an der Seite von Jiri Stajner oder Jan Schlaudraff im Zweiersturm.

Es sind allerdings nicht nur Positions- und Personalfragen, die in Berlin offenblieben, weil in der 58. Minute Björn Brunnemann auf 2:0 erhöhte und Jiri Stajner kurz vor dem Abpfiff der unbedeutende Anschlusstreffer gelang. Die gesamte Elf, die 96 auf den Platz schickt, muss eine deutlich verbesserte Leistungsbereitschaft zeigen. Klubchef Kind drohte jetzt erstmals an, bequeme Spieler in die Regionalligamannschaft zu verbannen. Und die schnelle Begnadigung, wie einst nach der Trainerschelte von Balitsch, dürfte es dann nicht mehr geben. Kind: „Wenn man so eine Entscheidung trifft, muss man sie auch knallhart durchziehen.“

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  • Erstligareif? Portishead – 09.01.10
    Die Erstligatauglichkeit des Vereins oder seiner Spieler wird hier immer wieder in Frage gestellt.Wie sieht es mit der Erstligatauglichkeit vieler sogenannter Fans von 96 aus?Sicher ist die sportliche Situation besorgniserregend!Berechtigte Kritik müssen Verantwortliche sich ankreiden lassen,daß falsche Transferentscheidungen viel Geld verschlungen haben und eine Weiterentwicklung der Mannschaftund des Vereins zu einem stabilen GEbilde verhindert haben.Vereine wie Eintracht Frankfurt mit ähnlichen Vorraussetzungen sind uns da ein Stück voraus.Nirgendwo ist aber die Häme und Lust am Untergang so ausgeprägt wie am BL_Standort Hannover.96 spielt jetzt 8 Jahre BL ohne Unterbrechung.Keine Selbstverständlichkeit,wie die Vergangenheit lehrt.96 wird auch in Zukunft um Mittelmaß ringen oder gegen den Abstieg kämpfen.Mehr lassen die Strukturen und finanziellen Möglichkeiten nicht zu.Es ist die Realität,der sich 96er stellen müssen und gelegentlich werden wir vielleicht auch mal wieder den bitteren Weg in die Zweitklassigkeit gehen müssen.Doch was 96 von anderen Standorten wie Köln,BMG, Frankfurt unterscheidet ist die Form der Unterstützung die der Verein trotz ähnlicher sportlicher Lage von seinen Fans erfährt.Ich bin seit über 40J.96Fan,wohne aber seit rund 30J.In NRW und nehme den Unterschied in der Fankultur wahr.Dort wird auch überzogene Kritik geübt,doch spätestens auf dem Spielfeld erfahren Verein und Mannschaft Unterstützung.In Hannover wissen einige,wo Ahlen liegt,sehen werden wir diese sogenannten Fans dort nicht.Die kommen dann,wenn 96 Achter ist und sehen es als Versagen an,wenn 96 keinen europäischen Startplatz erreicht.Kritik sollte immer konstruktiv und loyal sein,doch in Hannover führen die Schönwetterfans das Wort,die Ahlen von der Landkarte kennen und die Spiele in der 3.Liga aus Erzählungen,die Spieler und Verein bei Niederlagen nicht kritsieren,sondern niedermachen.Sicherlich ist es nicht immer vergnügungspflichtig 96 Fan zu sein,doch ob der Spass so gross ist,wenn 96 da spielt,wo sie nach Meinung einiger hingehören,eine Stadt wie Hannover ohne Bl Verein oder die Perspektive ähnlich wie in Essen.Ich glaube,einige ,die hier diese Meinung predigen,werden sehr schnell BL vermissen und sei es auch nur als13.der Tabelle.Freunde,dann fahrt nach Wolfsburg oder nach Hamburg,Bremen.Der Fussball dort ist besser,aber Vorsicht,auch dort werden nicht immer alle Ziele erreicht und 96 ist immer noch ein Stück sportliche Identität.Was hat Hannover sonst sportlich noch zu bieten ausser Eishockey(auf wackligen Beinen),Handball(wie lange).Trotz mancher Irrungen und Wirrungen ist 96 immer noch ein Aushängeschild der Stadt Hannover!Etwas mehr Wertschätzung haben sie schon verdient.
  • Trainer Moi – 07.01.10
    Man muss sich nur anschauen, ab welchem Zeitpunkt 96 nicht mehr gewonnen und somit eine sportliche Talfahrt hingelegt hat.

    Dies ist keine Ausrede, sondern für mich menschlich nachvollziehbar, zumal es allen Vereinen weltweit nach einer solchen Tragödie ähnlich ging.

    Jetzt wieder einfach nur den Kopf des Trainers zu fordern ist zu viel zu plump.
  • Werner Biskup Kultfigur Herzlakefahrer – 07.01.10
    Alles was zu Werner geschrieben wurde, kann ich als damaliger "Allesfahrer" nur bestätigen.
    Trotz seiner bekannten, oft belächelten und vom Boulevard aus- geschlachteten Schwächen gelang ihm der Spagat aus Kumpeltyp und Autorität.
    Die Fans verehren ihn bis heute, womit:mit Recht, schaffte er es doch mit einer aus Resten der Portokasse zusammen gestellten Elf aus U21ern und Mitläufern einen sensationellen Aufsteiger zu formen.

    Jetzt allerdings nach einem Testspiel den Trainer, der der Mannschaft zweifelsohne zu selbstbewußterem (offensiverem) Auftritt verholfen hat, in Frage zu stellen, heißt im Umkehrschluß sich solche peinlichen, selbstdarstellenden und megateuren Bankrotterklärungen wie Cordes oder gar Neururer zurück zu wünschen!

    Niemals!
    Biskup bleibt Kult,aber ab dem 16.01. muß es 17 Spieltage lang heissen: 96-jetzt erst recht, und zwar mit Andreas Bergmann!
  • Werner Biskup HAZ-Leser – 07.01.10
    Mensch Werner, gib Dir einen Ruck - Du hast immer noch eine sehr große Fangemeinde.

    Und im Grunde weiß jeder - auch Herr Kind -, dass nur Du es kannst.

    Hannover liebt Dich noch immer !
  • @schnelle Werner Biskup – 07.01.10
    Nee, danke. Hab keine Lust auf 96.
  • werner biskup schnelle – 07.01.10
    recht hat er
  • Trainer Schnelle – 07.01.10
    Es gab nur einen Trainer der in den letzten 30 Jahren von den Fans volkommen anerkannt wurde.

    WERNER BISKUP. Holt diesen Mann zurück und es wird der Erfolg kommen.
  • @snow1896 Buschi Blümel – 07.01.10
    @snow1896
    Odonkor? Würde passen. Maßlos überschätzter Balltreter, mehr Leichtathlet denn Fußballer, die beste Zeit hinter sich, lange verletzt, saß bei einem Zweitligisten auf der Bank, möchte nochmal ordentlich verdienen.
    Aber trotz all dieser für unsere Scoutingabteilung verlockenden Parameter wird er nicht kommen.
    Odonkor hat einen Knorpelschaden und fällt mind. bis Saisonende aus.
    Aber vielleicht wird er ja trotzdem als Winterneuzugang präsentiert. Wundern würde mich das nichgt sonderlich....
  • Abstieg Ex-Fan – 07.01.10
    2. Bundesliga Hannover ist dabei. Hertha schafft den zweiten Saisonsieg ,wieder gegen Hannover. SChuld ist im Zweifel das Wetter oder immernoch der Enketod
  • Es gilt mal wieder: CC – 07.01.10
    Der Trainer ist tot - es lebe der Trainer!
  • Neuzugang snow1896 – 07.01.10
    ..mal bisschen schwarzen Humor, es wird gemunkelt, David Odonkor ist im Gespräch. Würde ja passen, gerade wieder frisch verletzt, kann den Ball nicht unter Kontrolle halten, ist teuer, sitzt in Spanien immer auf der Bank....würde doch passen, oder? Im Ernst, Herr Schmadtke, es besteht Handlungsbedarf....
  • habt ihr irgendwas gelernt Schu – 07.01.10
    man merkt, wie schnell die zeit ereignisse vergessen lässt. habt eigentlich überhaupt wer aus dem tod von robert enke gelernt. anscheinend ja nicht, denn drei monate später wird sofort die entlassung vom trainer gefordert. vielleicht sollte einfach mal die sportliche führung handeln und die mannschaft mit starken spielern verstärken. aber nein das tun ja nur unsere konkurrenten gegen den abstieg. für diese 96 fans wird es nie einen passenden trainer geben. heute hüh morgen hot. man kann es euch einfach nicht recht machen. ihr hobby-trainer...
  • Handeln - nicht reden! losse – 07.01.10
    Vor fast genau 3 Jahren erkannte der Regionalligist FC St. Pauli, dass BERGMANN kein erfolgreicher Trainer ist oder jemals sein wird und entließ ihn. Danach betreute Bergmann Jugend– und Nachwuchsspieler. Ein paar Jahre darauf spielt nun Sankt Pauli als Zweiter der 2.BL um den Aufstieg in die Erstklassigkeit. Basis war: Konsequent gehandelt und Erfolg gehabt. Noch kann 96 den Fehler, nach dem Rausschmiss von Hecking, korrigieren und eine Autorität mit Fachkompetenz zum sportlichen Leiter der Profimannschaft von Hannover 96 berufen. Nur, es bleibt nicht mehr viel Zeit!
    Handelt!
    JETZT!
  • Kritik richtig, aber an falscher Stelle nn – 07.01.10
    Die letzten 5 Saisonspiele von H96 waren eine reine Katastrophe. Fraglich ist, ob die immer wiederaufkommende Kritik der Spieler gerechtfertigt ist. Die Leistung der Spieler ist nur das Spiegelbid der Fähigkeit des Trainers. Raus mit ihm.

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