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„Wenn das alles ist, dann ist es erschütternd“

96-Geschäftsführer Martin Bader „Wenn das alles ist, dann ist es erschütternd“

96-Geschäftsführer Martin Bader fand nach der Niederlage gegen den 1. FC Köln deutliche Worte - und kritisierte die Einstellung der Spieler: "Ich habe den Eindruck, da geht mehr. Wenn das alles ist, dann ist es erschütternd."

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„Ich habe schon den Eindruck, da geht mehr“: 96-Geschäftsführer Martin Bader rückt von der Mannschaft ab.

Quelle: Nigel Treblin

Hannover. Herr Bader, jetzt ist auch das letzte Fünkchen Hoffnung erloschen. Wars das?
Wir werden den Teufel tun und sagen, dass wir uns auf eine Abschiedstournee begeben. Jeder Fan hat die Berechtigung zu sehen, dass unsere Mannschaft alles dafür gibt, um Spiele zu gewinnen.

Kreiden Sie sich selbst und den sportlich Verantwortlichen an, dass es nicht gelungen ist, die Mannschaft so aufzustellen, dass sie vernünftig durch diese Rückrunde gehen kann?
Natürlich nehmen wir gern, wenn es hilft, alles auf uns. Dass wir es bisher nicht hinbekommen habe.

Hannover 96 gegen den 1. FC Köln - die besten Bilder des Spiels.

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Sie sehen die Probleme aber woanders?
Ich glaube, dass man die Mannschaft mehr in die Verantwortung nehmen muss. Sie haben die Gabe, Bundesliga zu spielen. Sie haben alle Bundesligaverträge. Da möchte ich das, was ich habe, auch gerne verteidigen - und zwar mit Händen und Klauen. Ich habe schon den Eindruck, da geht mehr. Wenn das alles ist, dann ist es erschütternd.

Aufgrund der aussichtslosen Lage muss es doch jetzt schon um die Zukunft gehen. Mit wem kann man weitermachen, mit welchem Trainer arbeiten?
Wir können doch jetzt nicht anfangen, mit den Talenten Waldemar Anton und Niklas Feierabend zu spielen. Das hat etwas mit Anstand zu tun. Dass die Jungs, die aus unserer Sicht die Qualität und auch die Berechtigung haben, in der Bundesliga zu spielen, es auch zeigen. Natürlich schauen wir darauf, wie die Spieler mit der Situation umgehen, denn Stresssituationen wirst du in jeder Liga bekommen. Ich habe das Gefühl, dass einige bei uns noch gar nicht erkannt haben, was Abstiegskampf bedeutet. Man muss Spiele auch gewinnen wollen.

Sie haben es versucht, doch genutzt hat es ihnen (wieder) wenig: Hannover 96 muss sich am Samstagnachmittag in der HDI-Arena dem 1. FC Köln mit 0:2 geschlagen geben. Es ist die fünfte Heimpleite in Folge. So bewertet HAZ-Sportreporter Christian Purbs die Einzelleistung der "Roten".

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Wie lange werden Sie noch auf eine Entscheidung von Trainer Thomas Schaaf über seine Zukunft warten?
Die Vertragssituation ist geklärt, wenn wir die Bundesliga halten. Und wenn es anders kommt: Für uns ist es etwas Besonderes, mit Thomas zusammenzuarbeiten, weil er von morgens bis abends das bringt, was du dir von einem Trainer erwünscht. Wir sind in Gesprächen, haben auch über das Thema 2. Liga geredet. Das ist doch Grundvoraussetzung, wenn es um die Beurteilung der Spieler geht. Aber wir reden nicht konkret darüber, zu welchem Zeitpunkt er sich entscheidet.

Sie könnten die Entscheidung auch treffen, ob Sie mit ihm in die 2. Liga gehen wollen. Acht Niederlagen in neuen Spielen sprechen ja nicht für den Trainer.
Das stimmt. Ich kann auf der einen Seite Ergebnisse beurteilen, auf der anderen Seite die Arbeitsweise. Da müsste ich bei ganz vielen Spielern, die auch Erst- oder Zweitligaverträge haben, fragen, ob sie die Berechtigung haben oder nicht? Und: Thomas tut uns gut.

Die 96-Anhänger waren nach der Niederlage gegen den 1. FC Köln wütend, ließen ihren Frust mit Versager-Rufen und bösen Worten an den Profis aus.

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Es klingt, als wenn Schaaf die alleinige Entscheidungsgewalt hätte?
Ich arbeite sehr gern mit dem Thomas zusammen. Aber: Es gibt viele Parameter, die seine, aber auch unsere Entscheidung beeinflussen.

Aber eine Entscheidung muss doch schnellstmöglich her. Und es besteht die Gefahr, dass die Niederlagenserie anhält.
Das ändert nichts in der Bewertung. Vom Grundsatz her ist Thomas ein Trainer, bei dem sich jeder, der hier mit ihm arbeiten kann, sehr, sehr glücklich schätzen kann.

Wird mit den Spielern auch schon über die nächste Saison gesprochen?
90 Prozent der Spieler haben Zweitligaverträge. Ich habe allen deutlich gemacht, dass der Verein wirtschaftlich in der Lage ist, diese Zweitligaverträge von jedem einzelnen Spieler zu erfüllen. Dann wird die Suppe ausgelöffelt, die man sich selbst eingebrockt hat. Und das tut weh.

Aufgezeichnet von Jörg Grußendorf

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