Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
„Führungsspieler? Das war ich schon“

Interview mit Manuel Schmiedebach „Führungsspieler? Das war ich schon“

Zur Zeit schwitzten die Spieler von Hannover 96 im Traingslager im österreichischen Saalfelden. Der Mittelfeldspieler der "Roten", Manuel Schmiedebach, spricht im Interview mit Jörg Grußendorf über neue Mitspieler und seine eigene Rolle im Team.

Voriger Artikel
Mit der HAZ kicken lernen wie die Profis
Nächster Artikel
Kapitän Schulz muss aussetzen

 Manuel Schmiedebach.

Quelle: Treblin

Hannover . Herr Schmiedebach, erlebt man gerade einen ganz neuen Manuel Schmiedebach?
Inwiefern?

Sie vermitteln den Eindruck, als würden Sie in den Spielen mehr den Ball fordern, Sie bringen sich mehr ein, dazu treten Sie die Eckbälle – und auch in der Kabine sollen Sie jetzt öfter mal das Wort ergreifen.
Man muss das Ganze ein wenig differenzierter sehen. Was in der Kabine passiert, soll nicht an die Öffentlichkeit getragen werden. Da habe ich auch schon vorher was gesagt, und ich konnte dort auch lauter werden.

Sie wirken nicht wie jemand, der das große Wort schwingt.
Manche sagen innerhalb der Mannschaft was, manche außerhalb. Und ich bin nicht der Typ, der sich außerhalb hinstellen muss. Ich bin lange genug bei 96 und weiß, wie man intern etwas in die richtigen Wege und Bahnen führen kann.

Nach dem Wochenende trainieren die "Roten" im Trainingscamp in Saalfelden fleißig weiter. Überraschung: Miiko Albornoz hat entgegen erster Meldungen das Training bei den "Roten" bereits am Montag aufgenommen.

Zur Bildergalerie

Sind Sie auf dem Weg zum Führungsspieler?
Das war ich davor schon.

Ihr Team hat Sie gerade erstmals in den Mannschaftsrat gewählt, aber auch einen neuen Kapitän bestimmt. Wäre dieses Amt auch etwas für Sie gewesen?
Es gab relativ viele bei uns, die es werden wollten. Natürlich hätte ich dieses Amt angenommen. Es ist wirklich eine Ehre, noch dazu, wenn die Mannschaft einen gewählt hat. Ich brauche aber keine Kapitänsbinde, um innerhalb der Mannschaft etwas zu sagen.

Das Amt bringt aber mit sich, dass Sie mehr in die Öffentlichkeit gehen und auch mehr Interviews geben müssten. Wären Sie denn bereit dazu?
Ich denke, das geht auch ohne. Es gab auch genügend größere Beispiele, die das dann auch so gehandhabt haben. Man muss sich doch selbst nicht so wichtig nehmen.

Für Sie vor Ort

Unser Reporter Jörg Grußendorf ist mit 96 nach Österreich gereist und berichtet laufend aktuell vom Geschehen auf und neben dem Platz.

Wie würden Sie selbst Ihre Rolle im Team auf dem Platz beschreiben?
Das ist jetzt am Anfang der Saison schwierig zu sagen. Wir haben eine neue Mannschaft, da müssen wir sehen, wie die Abläufe miteinander funktionieren, wer welche Stärken hat. Ich muss auch meine Stärken so anpassen, dass sie im Mannschaftsgefüge passend sind.

Meinen Sie nicht, dass Sie einen Bonus haben aufgrund Ihrer Leistungen besonders in der Schlussphase der vergangenen Saison?
Wenn man immer davon ausgeht, dass man einen Vorsprung hat, dann würde ja jedes Jahr dieselbe Mannschaft spielen. Man muss sich immer neu beweisen.

Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking hat gesagt: „Der ,Manu’ tut 96 gut, er wird eine große Zukunft in Hannover haben.“ Was bedeutet Ihnen ein solches Lob?
Er war der Trainer, der mir bei 96 die Chance gegeben hat, die ich in Berlin nie bekommen habe. Er hat mich herausgebracht, darum bedeutet mir das definitiv etwas.

Sie haben öfters betont, wie wohl Sie sich bei 96 fühlen. Dennoch haben Sie im Frühjahr Ihre Vertragsverlängerung immer wieder hinausgezögert. Das hat doch keine Eile gehabt. Ich hatte doch noch einen Vertrag bis 2016. Es war aber alles abgesprochen mit Herrn Dufner (der 96-Sportdirektor, d. Red.). Wir wussten ja nicht, wo es sportlich hingeht mit 96.

Stand denn Ihr Bleiben auch mal auf der Kippe?
Ich hatte einen Vertrag. Aber am Ende habe ich schon gezögert, als nicht klar war, mit welchem Trainer es weitergeht. Und es wurden ein oder zwei Namen gehandelt, über die ich nicht wirklich glücklich gewesen wäre.

Manuel Schmiedebach über..

Interviews: Recht informativ, wenn man sie selber liest. Überflüssig, wenn man sie gibt.
 Berlin: Familie, Freunde.
Hannover: zu Hause.
seinen Marktwert von 3,5 Millionen Euro: Dirk Dufner fragen. Für 3,5 Millionen würde er mich nicht mal ansatzweise gehen lassen.
Führungsspieler: Der Spieler, an dem sich andere hochziehen sollen, die mal einen schlechten Tag erwischen.
… Drecksarbeit: Job. Ein „Sechser“ soll und muss im Spiel Lücken schließen.
Martin Kind: Chef. Ohne ihn würde es 96 in dieser Form gar nicht geben, was der hier alles aufgebaut hat …
das Leben nach seiner Karriere: Haus, Kinder, Frau. Jobmäßig weiß ich es noch nicht. Am besten jetzt so wirtschaften, dass ich hinterher nicht auf eine bestimmte Arbeit angewiesen bin.
den Führerscheinerwerb : vor meinem ersten Kind. Ja, dann werde ich ihn machen.

Und dann ist es Michael Frontzeck geblieben.
Genau, und sobald seine Unterschrift trocken war, bin ich direkt nach Hannover gekommen und habe meinen Vertrag verlängert.

Hat es Angebote von anderen Vereinen gegeben?
Lockere Anfragen, aber nichts Konkretes. Aber für meinen Berater und mich war eigentlich von Anfang an klar, dass ich in Hannover bleibe, wenn wir die Klasse halten.

96 hat viele erfahrene Spieler abgegeben, viele junge und neue geholt, die Mannschaft sozusagen runderneuert. Wie ist Ihr Eindruck vom „neuen“ Team?
Ich will jetzt keine einzelnen Spieler benennen, aber es passt einfach, auch von den Charakteren. Ich sehe alle als Verstärkung an. Auf dem Platz sieht man es ja: Sie haben in den Testspielen sofort die Vorgaben des Trainers umgesetzt.

Sie sind jetzt sieben Jahre bei den „Roten“ und können gut Vergleiche anstellen: Wo würden Sie diese Mannschaft in Ihrem persönlichen Ranking einordnen?
Das kann man noch gar nicht einordnen, man muss erst sehen, wie es in der Bundesliga läuft. Klar habe ich Favoriten in meiner Rangliste, mit denen ich gern vergleiche, aber solche Vergleiche hinken.

In der vergangenen Saison steckte 96 bis zur letzten Sekunde im Abstiegskampf, wo wird Ihr Club in diesem Jahr landen?
Ich gehe mit den Zielen der Clubführung konform, also Platz 8 bis 12.

Also kein kleines Schielen auf die internationalen Plätze?
Das verbietet sich nach dem gerade Erlebten ja wohl von selbst.

Lust mal wieder gegen Weltstars zu spielen wie in den famosen Europa-League-Jahren hätten Sie aber schon …
Na, klar. Die Zeit war einfach geil. Nicht nur andere Länder und Kulturen zu erleben, sondern auch die Stimmung in Hannover selbst. Man hat schon eine Gänsehaut bekommen, wenn man durch die Stadt gegangen ist. Natürlich wäre es sensationell, dort mit Hannover 96 noch einmal hinzukommen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Bilanz des Trainingslagers
Foto: Eine Frage der Richtung: Die Profis von Hannover 96 sind zwar guten Mutes, geben den Beobachtern aber bisher manches Rätsel auf.

Die Stimmung innerhalb des 96-Teams ist gut, der Leistungsstand der Mannschaft zwei Wochen vor dem Bundesligastart hinterlässt jedoch Fragezeichen. Die Bilanz des Trainingslagers fällt zwiespältig aus – vor allem in den Testspielen zeigte sich, dass noch bis zum Saisonstart einiges zu tun bleibt.

mehr
Mehr aus Hannover 96
Einzelkritik: 96 gegen Heidenheim

Hannover 96 gegen 1. FC Heidenheim: So waren die Spieler der "Roten" in Form.

Anzeige
Die HAZ-Sportexperten schreiben gemeinsam den RotenBlog
27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

mehr