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Erstes Training mit den „Roten"

96-Neuzugang Felipe macht Eindruck

Von Norbert Fettback

Der zweite Neue steigt ins Training ein und zwar technisch versiert, frech und unberechenbar: Der neue Innenverteidiger Felipe machte bei seiner ersten Trainingseinheit mit den "Roten" klar, dass er ein "richtiger" Brasilianer ist.
Felipe (l.) hat am Mittwoch zum ersten Mal mit seinen neuen Kollegen trainiert.

Felipe (l.) hat am Mittwoch zum ersten Mal mit seinen neuen Kollegen trainiert.

© dpa

Hannover. Schau an! Nicht nur Christian Schulz guckte am Mittwochvormittag auf dem 96-Trainingsplatz überrascht aus der Wäsche, als Felipe im Duell Mann gegen Mann erst zum Übersteiger ansetzte und dann den Ball mit geschätzten 110 Stundenkilometern ins Toreck drosch. So stellt man sich Fußballer aus Brasilien vor: technisch versiert, frech, unberechenbar. Felipe, dies vermittelten die Eindrücke von seinem ersten Arbeitstag, passt in dieses Schema - oder doch nicht? Anders als so mancher Landsmann, der in Europa sein Geld verdient, war er an seinem ersten Arbeitstag in Hannover pünktlich zur Stelle und der Platz in der Kabine neben Sergio Pinto rechtzeitig eine dreiviertel Stunde vor Trainingsbeginn belegt. Punkt 10 Uhr stiefelte der 25-Jährige dann artig zusammen mit seinen neuen Teamkameraden Richtung Trainingsgelände. Seja bem-vindo, Felipe Trevizan Martins!

Nicht nur weil er am markanten Wuschelkopf unschwer zu erkennen ist und mit seinen 1,93 Metern fast alle Mitspieler überragt: Es wäre eine Überraschung, wenn sich der Innenverteidiger bei den „Roten“ nicht in den Blickpunkt rücken würde. Viele in Hannover kennen ihn noch aus den vier Spielen in der Europa League, in denen es 96 mit Standard Lüttich zu tun hatte und der Abwehrspieler derart auf sich aufmerksam machte, dass er auf die Wunschliste des hannoverschen Klubs rückte. Letztlich haben sich auf diese Weise zwei gesucht und gefunden.

Felipe sagte am Mittwoch den schönen Satz: „Ich habe schon als kleines Kind von der Bundesliga geträumt.“ Bis Mitte 2016 hat er vorige Woche bei 96 unterschrieben, nachdem er drei Jahre in Belgien in der 1. Liga spielte. Jetzt also im besten Fußballeralter der nächste Schritt auf der Karriereleiter?

Felipe scheint entschlossen, seine Chance nutzen zu wollen. „Ich will jeden Tag hart arbeiten“, sagte er, „und ich bin sehr motiviert.“ Sein Einstand fiel allerdings noch verhalten aus, was seine Gründe hatte. Erst am Vorabend war er nach einem kurzen Abstecher in seine Heimat in Frankfurt gelandet und nach Hannover weitergereist. Da ist man am nächsten Tag nicht unbedingt hellwach und topfit. Und dann die neue Umgebung mit den zu erwartenden Problemen: Felipe spricht zwar außer Portugiesisch auch fließend Französisch, eine Folge der drei Jahre in Lüttich. Mit der deutschen Sprache ist das aber noch so eine Sache; solange der geplante Kurs noch keinen Erfolg gebracht hat, muss eben einer wie Pinto (gebürtiger Portugiese) oder 96-Kotrainer Nestor El Maestro (spricht fünf Sprachen, darunter auch Portugiesisch) helfen.

Wuschelkopf Felipe und der einen Kopf kleinere El Maestro mit Kurzhaarfrisur: Das gab am Mittwoch auf dem Trainingsplatz in kurzen Trainingspausen einen besonderen Hingucker. Felipe - den Ball immer in Reichweite - hörte aufmerksam zu, wie es sich für einen Neuen gehört. Wie Fußball geht, das muss ihm zum Glück keiner mehr erklären.

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