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96 und die Individualpatzer

Fußball-Bundesliga 96 und die Individualpatzer

Individualfehler können ein Fußballspiel entscheiden und sie gehören dazu. Doch in der aktuellen Saison muss Michael Frontzeck sich schon häufiger gefragt haben, was möglich gewesen wäre, wenn die „Roten“ mal ein Spiel ohne kapitalen Bock abgeliefert hätten.

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Der Innenverteidiger Felipe erwischte gegen Dortmund einen rabenschwarzen Tag und war an drei der vier Gegentore beteiligt.

Quelle: Nigel Treblin

Hannover. Ein Fußballspiel ohne Fehler? Das gibt es zum Glück nicht, das wäre auch furchtbar langweilig. Da sind die genialen Momente von Spielern wie Marco Reus, Mario Götze, Thomas Müller und Ilkay Gündogan, die aufgrund ihrer Klasse in der Lage sind, auch ohne Unterstützung des Gegners Tore zu schießen.

Doch in den meisten Fällen lebt der Fußball von den Unachtsamkeiten und Patzern seiner Protagonisten. Je ungeschickter sich eine Mannschaft anstellt, desto mehr Tore gibt es zu sehen, desto unterhaltsamer ist das Spiel. Insofern zeigte die Mannschaft von Hannover 96 in den bisherigen Bundesligaspielen beste Entertainer-Qualitäten.

Ist es nur Pech?

Während die anderen Teams die von den 96-Profis verteilten Geschenke gerne annahmen, erlebte 96-Trainer Michael Frontzeck zuletzt beim 2:4 gegen Borussia Dortmund an der Seitenlinie ein Déjà-vu der übelsten Art. Drei der vier Treffer erzielte der BVB unter freundlicher Mithilfe von Felipe. Die Frage, was möglich gewesen wäre, wenn die „Roten“ mal ein Spiel ohne kapitalen Bock abliefern, dürfte sich Frontzeck nicht zum ersten Mal in dieser Saison gestellt haben.

Es mag zwar nicht allzu gewagt sein, wenn sich der 96-Coach darauf verlässt, dass der Innenverteidiger nicht so schnell noch einmal so einen rabenschwarzen Tag erwischt wie gegen Dortmund. Doch wenn am Sonntag im Spiel beim FC Augsburg (17.30 Uhr) endlich der ersehnte erste Sieg gelingen soll, dann darf sich sein Team nicht noch mehr dieser schlimmen Schnitzer erlauben. Mit Pech alleine ist lediglich das Eigentor von Felipe zu erklären, das Problem der Spieler scheint eher ein mentales zu sein: eine böse Mischung aus Verunsicherung, mangelnder Konzentration und fehlendem Selbstvertrauen.

Defensive unter Druck

Schon im ersten Spiel bei Darmstadt 98 standen sich die „Roten“ selbst im Weg. Die Führung des Aufsteigers leitete Manuel Schmiedebach mit einem Ballverlust nach einem Eckball für 96 am gegnerischen Strafraum ein. Und auch das zweite Erfolgserlebnis für die Hessen präsentierte 96 dem Gastgeber auf dem Silbertablett. Miiko Albornoz ließ einen langen Ball zu weit von der Brust abtropfen, Darmstadts Marcel Heller hatte keine Mühe, seinen zweiten Treffer zu erzielen. Das nächste Spiel gegen Bayer Leverkusen entschied ein unnötiger Freistoß, den Schmiedebach verursacht hatte und damit Hakan Calhanoglu die Chance gab, seine Qualitäten als Freistoßschütze zu zeigen.

Beim 0:3 in Mainz geriet 96 nach einem verunglückten Rückpass von Marcelo durch das Tor von Yoshinori Muto in Rückstand und schaffte es dann nicht mehr, sich von diesem Rückschlag zu erholen. Und die beiden Elfmeter, die Felipe am vergangenen Wochenende verursachte, brachten die „Roten“ um den Lohn für eine ordentliche Leistung gegen das Spitzenteam aus Dortmund.

Bedenklich ist, dass bislang ausgerechnet auf die Defensive der „Roten“ kein Verlass ist. Sie war vor Saisonbeginn der Mannschaftsteil, um den sich die Fans am wenigsten Sorgen machten. „Angst frisst Hirn“, sagte Frontzeck vor ein paar Tagen im HAZ-Interview. Bleibt zu hoffen, dass es Frontzeck gelingt, seinen Spielern die Angst vor dem nächsten Versagen zu nehmen.

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Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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