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Geheimtraining

96 versteckt sich vor dem Neustart

Von Volker Wiedersheim

Unser Team, so ist von den Profis des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 immer mal wieder zu hören, muss sich vor keinem Gegner verstecken. Stimmt im Normalfall. Aber jetzt plötzlich nicht mehr.
„Es hat wenig Sinn, alles aufzudecken“: Bei Hannover 96 rücken Spieler aus der 2. Reihe wie Daniel Royer (links) und Artur Sobiech verstärkt in den Mittelpunkt.

„Es hat wenig Sinn, alles aufzudecken“: Bei Hannover 96 rücken Spieler aus der 2. Reihe wie Daniel Royer (links) und Artur Sobiech verstärkt in den Mittelpunkt.

© Ulrich zur Nieden

Hannover. Die „Roten“ spielen vor dem Rückrundenauftakt bei 1899 Hoffenheim am Sonnabend (Anpfiff um 15.30 Uhr) Verstecken. Am Donnerstag verlegte 96-Coach Mirko Slomka die Übungseinheit von der Mehrkampfanlage in die AWD-Arena. Er nahm dort sogar den schlechten Zustand des Rasens in Kauf, um vor neugierigen Blicken zu verbergen, wie er die wohl größte Personalnot seit seinem Amtsantritt bei 96 löst.

Beim Angriff aufs obere Tabellendrittel fehlen Slomka gleich sieben Spieler: Karim Haggui und Didier Ya Konan sind beim Afrika-Cup, die Stammkräfte Christian Schulz und Sergio Pinto fallen aus, Jan Schlaudraff (Grippe) und Manuel Schmiedebach (Oberschenkelzerrung) müssen hoffen, noch rechtzeitig fit zu werden. Abgerundet heißt das: Slomka muss schlimmstenfalls die halbe Stammelf durch Nachrücker ersetzen. Und wie er das genau bewerkstelligt, will er vor den Hoffenheimern und ihrem Trainer Holger Stanislawski verbergen, die bei den Testspielen der „Roten“ in Portugal den früheren Düsseldorfer Bundesligaprofi Ben Manga als Spion vorbeigeschickt hatten.

„Es hat wenig Sinn, alles aufzudecken“, erklärte Slomka sein Geheimtraining. „Stanislawski ist immer für besondere Taktiken und besondere Standards gut“, meinte der 96-Trainer. Offenbar will er den Gegner diesmal gleichermaßen überraschen, also mehr bieten als nur die sattsam bekannte und daher zuletzt seltener erfolgreiche Zehn-Sekunden-Überfall-Methode.

Was kann das sein? „An der Grundtaktik entlanghangeln und in den 90 Minuten schauen, wo sich beim Gegner Schwächen auftun“, so viel immerhin verriet Slomka. Aber schon bei der Aufstellung blieb es bei vagen Antworten. Stürmen wird sicher Mohammed Abdellaoue, den das medizinische Team nach seiner Adduktorenzerrung rechtzeitig wieder auf die Beine stellen konnte. Wenn’s irgend geht, wird auch Schlaudraff auflaufen, um die ebenfalls unter Ausfällen leidende Hoffenheimer Defensive zu bearbeiten: „Zu Fehlern zwingen“ will Slomka den Gegner, „und wenn das in der Innenverteidigung ist: umso besser. Dann ist der Abstand zum Tor kurz“, meinte der 96-Chef-Geheimrat Slomka.

Dass 96 auch beim heutigen Training, wenn möglich wieder hinter verschlossenen Türen, einen Plan mit Artur Sobiech, Daniel Royer und Moritz Stoppelkamp ausarbeitet, scheint indessen unwahrscheinlicher. Eher könnten die „Roten“ auf die Defensiv-Routiniers Altin Lala, Steve Cherundolo, Sofian Chahed und Mario Eggimann setzen, um die Lücken im Team zu schließen. Oder hat Christopher Avevor doch noch eine kleine Chance,
Eggimann in der Innenverteidigung zu verdrängen? Aufklärung der Rätsel spätestens morgen um 15.30 Uhr.“

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