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96 verzichtet auf drei Stammspieler

Abstiegsduell gegen Frankfurt 96 verzichtet auf drei Stammspieler

Trainer Thomas Schaaf hat mit einer ungewöhnlichen Personalentscheidung für Diskussionsstoff bei Hannover 96 gesorgt. Der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga verzichtet in der Partie bei Eintracht Frankfurt auf die drei erfahrenen Profis Salif Sané, Manuel Schmiedebach und Andre Hoffmann.

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Überraschende Personalie: Salif Sané (links) und Manuel Schmiedebach haben von Trainer Thomas Schaaf einen Denkzettel erhalten.

Quelle: Team zur Nieden

Hannover. Es regt mitunter zum Schmunzeln an. Wenn Thomas Schaaf nicht lockerlässt zu betonen, dass er weiter an diese klitzekleine Rettungschance glaubt. Wenn er beharrlich darauf pocht, dass noch etwas möglich sei für Hannover 96. Ach, er ist das! Auch vor dem Kellerduell der beiden schlechtesten Rückrundenteams am heutigen Sonnabend bei Eintracht Frankfurt (Beginn ist um 18.30 Uhr) greift er wieder tief in die Tasche der Durchhalteparolen. „Das ist ein Gegner, der im Moment noch in der Nähe ist“, sagt er, „und danach hoffentlich noch näher.“

So weit, so gut. So etwas hat man schon oft gehört von Schaaf. Genauso wie: „Man muss nicht immer sagen, was man macht.“ Passiert ist danach selten etwas, zumindest nichts Gravierendes. Der Trainer hat mal eine oder zwei Umstellungen im Team vorgenommen, mal einen aus dem Kader geworfen. Aber ein wirkliches Ausrufezeichen, das für Erstaunen sorgte, setzte er nicht. Bis jetzt zumindest.
Diesmal ist nämlich einiges anders. Schaaf dokumentierte auf andere Art und Weise, dass er es noch einmal wissen will und seine katastrophale Bilanz (acht Niederlagen, nur ein Sieg) endlich verbessern will. Er hat überraschende Maßnahmen getroffen und will damit die volle Konzentration auf die allerletzte Chance im Abstiegskampf.

Zum einen reiste 96 im Gegensatz zu sonst bereits zwei Tage vor dem Spiel in Richtung Frankfurt. Zum anderen, und das sorgt für erheblich größeres Aufsehen, warf er einige sogenannte Stammspieler kurzerhand aus dem Kader für diese Partie. Salif Sané, Manuel Schmiedebach und Andre Hoffmann mussten dem Mannschaftsbus am Donnerstagmorgen hinterhergucken. Ebenso wie Marius Wolf und Felix Klaus. Und dieses Quintett ist nicht aus disziplinarischen Gründen in Hannover geblieben.

Vielmehr dürfte Schaaf bei dem einen oder anderen endlich mit seiner Geduld am Ende sein. Wolf und Klaus sind bei dieser bemerkenswerten Personalie eher eine Randnotiz, da sie beide ihr Talent in ihrer Zeit bei 96 noch nicht einmal unter Beweis gestellt haben. Sané hat dagegen in dieser Saison bisher nur ein Spiel verpasst – und das wegen einer Gelbsperre. Allerdings zeigt die Formkurve des Senegalesen seit Wochen steil nach unten; in der gesamten Rückrunde ist er nicht mehr als ein Mitläufer. Er spielt fahrig, unkonzentriert und zu kompliziert. Hoffmann hatte nach eineinhalbjähriger Verletzungspause im Januar ein verheißungsvolles Comeback gefeiert, doch er baute aus verständlichen Gründen nach und nach ab und verlor seinen Stammplatz wieder. Schmiedebach wiederum hatte vor einer Woche gegen Köln endlich mal wieder in der ersten Elf gestanden und spielte auch ordentlich. Seine Degradierung überrascht daher am meisten.

Schaaf geht ein hohes Risiko ein. Er ist darauf angewiesen, dass seine Maßnahmen greifen. Wenn nicht, dann droht die neunte Niederlage im zehnten Spiel. Und damit würden auch die Argumente schwinden, die dafür sprechen, mit dem Trainer in die nächste Saison zu gehen.

dpa

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