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Sind Sie der Retter für 96, Herr Szalai?

Adam Szalai im Interview Sind Sie der Retter für 96, Herr Szalai?

Neuzugang Adam Szalai soll bei Hannover 96 für Tore sorgen. Der Ungar ist motiviert, will sich für ungarische Nationalmannschaft und die EM empfehlen. Im HAZ-Interview spricht er über das harte Training unter Thomas Schaaf, seine schwere Rolle als Stürmer und den Rückrundenstart.

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Soll für Tore bei Hannover 96 sorgen: Adam Szalai.

Quelle: Archiv

Herr Szalai, wie wär’s zu Beginn mit einem Blick in die Zukunft? Vorletztes Saisonspiel, Sie schießen den Siegtreffer für Hannover 96 gegen Ihren alten Club Hoffenheim …

Ganz schlechter Anfang. Ich schaue nicht in die Zukunft. Wir können gerne über das sprechen, was jetzt passiert. Über die Zukunft will ich nicht reden, da würde ich mich verrückt machen.

Wieso?

Wer weiß denn schon, was am vorletzten Spieltag ist? Wer weiß, ob ich dann spiele oder nicht? Die Gegenwart interessiert mich mehr.

In der sollen Sie der Retter für 96 sein.

Zu mir hat keiner gesagt, komm nach Hannover, du bist unser Retter. Ich bin hier, um der Mannschaft dabei zu helfen, den Klassenerhalt so schnell wie möglich zu sichern.

Viele 96-Fans sehen Sie schon als Retter, der Hannover mit seinen Toren zum Klassenerhalt schießt.

Jeder hofft natürlich, dass Stürmer Tore schießen. Ich habe hier in Belek Fans getroffen und mit ihnen geredet. Aber als Retter hat mich keiner von ihnen bezeichnet.

Am Montag hatten Sie im Testspiel gegen Hertha BSC Ihr 96-Debüt. War’s sehr frustrierend?

Ich habe seit langer Zeit mal wieder 90 Minuten gespielt, und darüber bin ich nach den letzten Monaten froh. Es gibt im Fußball halt solche Spiele wie gegen Berlin, in denen Stürmer kaum Chancen haben. Ich hoffe jetzt, dass ich im nächsten Spiel mehr Chancen haben werde.

Was fehlte der 96-Offensive, um erfolgreicher zu sein?

Wir trainieren jetzt seit zehn Tagen, ich bin neu in der Mannschaft. Da ist es klar, dass es an einigen Stellen noch hängt. Das war bislang bei allen Mannschaften so, für die ich gespielt habe. Es braucht Zeit, bis es richtig gut läuft. Wichtig ist, dass es in den ersten Spielen der Rückrunde gut bei uns funktioniert. Und daran arbeiten wir sehr hart, ich kann mich an kein Trainingslager erinnern, in dem wir dreimal pro Tag trainiert haben.

Trainer Thomas Schaaf hat nach dem 0:1 gegen Hertha gesagt, der Mannschaft fehlt es an Selbstbewusstsein. Wie sieht es da bei Ihnen aus?

Bei mir sicherlich auch. Ich habe schwierige Monate hinter mir. Jeder weiß, dass ein Stürmer einen Tick mehr Selbstvertrauen braucht als ein Abwehrspieler, der nicht dafür verantwortlich ist, gefährliche Situationen zu kreieren. Ich spüre aber, dass ich von der Mannschaft und dem Verein die Rückmeldung bekomme, dass sie mich brauchen und mir vertrauen. Das macht mich Tag für Tag stärker.

Ist Artur Sobiech Ihr Rivale oder Mitspieler?

Er ist mein Mitspieler. In so einer gefährlichen Situation, in der wir uns befinden, müssen wir uns gegenseitig unterstützen. Das kann Artur von mir erwarten, und das erwarte ich auch von ihm. Natürlich gibt es einen gesunden Konkurrenzkampf, aber davon profitiert letztlich die Mannschaft.

Den gab es in Hoffenheim auch, dort haben Sie ihn verloren. Warum lief es für Sie dort so schlecht?

Solche Sachen regelt man intern und nicht in der Öffentlichkeit. Es ist abgehakt, ich habe keinen Frust mehr.

Sie haben in Mainz als Teil der „Bruchweg-Boys“ zusammen mit Lewis Holtby und André Schürrle für Schlagzeilen gesorgt. Sie waren der Schlagzeuger. Welche Erinnerungen haben Sie an diese erfolgreiche Zeit?

Da hat einfach alles geklappt, wir hatten einen Lauf. Und wenn alles funktioniert, dann kommt man auch auf solche Sachen und hat viel Spaß. Ich hatte aber nicht nur in Mainz eine gute Zeit, auch das erste halbe Jahr bei Schalke war für mich eine sehr positive Phase.

Gibt es einen Punkt in Ihrer Karriere, wo Sie heute sagen, dass Sie falsch abgebogen sind?

Wenn ich irgendwann falsch abgebogen wäre, würde ich irgendwo in der Ecke sitzen und nicht mehr Fußball spielen. Natürlich kann es immer besser für einen laufen. Aber ich spiele immer noch in der Bundesliga, ich bin gesund und darf jeden Tag das tun, was mich glücklich macht.

Mit Szabolcs Huszti hat schon ein anderer Profi aus Ungarn für Hannover 96 gespielt. Kennen Sie ihn?

Klar, wir haben öfter Kontakt und kennen uns auch von der Nationalmannschaft. In dem Stadtteil in Budapest, in dem er jetzt wohnt, bin ich geboren.

Ungarn ist nach sehr langer Zeit mal wieder bei einer EM dabei. Was sind die Gründe dafür?

Da muss man zwei Namen nennen: Pal Dardai, der uns übernommen und eine richtig gute Truppe entwickelt hat. Leider musste er die Mannschaft wieder abgeben, weil diese Aufgabe nicht mehr mit seiner Arbeit als Trainer von Hertha BSC zu vereinbaren war. Bernd Storck hat übernommen - und es funktioniert immer noch. Nach 44 Jahren sind wir wieder bei einer Europameisterschaft dabei. Darauf haben die Leute in Ungarn sehr lange gewartet.

Der erste Rückrundengegner von Hannover ist in zehn Tagen Darmstadt 98. Welche Bedeutung hat diese Begegnung für 96?

Da braucht man gar nicht herumzureden: Wir wollen unbedingt gewinnen, die drei Punkte brauchen wir unbedingt. Das würde uns sicherlich auch einen Push geben für die nächsten Spiele.

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