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Bei 96 fehlen die echten Typen

Nach dem Abschied von Lars Stindl Bei 96 fehlen die echten Typen

In der Bundesliga gibt es kaum noch echte Typen. Spieler, die Ausstrahlung und wirklich etwas zu sagen haben. Hannover 96 macht da keine Ausnahme. Nach dem Abgang von Kapitän Lars Stindl fehlt eine außergewöhnliche Persönlichkeit.

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Mit Lars Stindl verliert Hannover 96 eine echte Persönlichkeit auf und neben dem Platz.

Quelle: firo Sportphoto

Hannover. Für den Abschied von den Fans nahm sich Lars Stindl noch einmal viel Zeit. Leicht fiel er ihm nicht, der 26-Jährige hatte nach seinem letzten Spiel für Hannover 96 sichtlich Mühe, seine Gefühle nach dem 2:1-Sieg gegen des SC Freiburg am letzten Spieltag unter Kontrolle zu halten. Auf der Anzeigetafel liefen noch einmal die schönsten Szenen aus seinen fünf Jahren bei den „Roten“, die der Verein in einem kurzen Film zusammengestellt hatte. Die Zuschauer im Stadion verabschiedeten den Mittelfeldspieler mit Plakaten, guten Wünschen und Sprechchören. Niemand nahm es Stindl übel, dass er 96 verlässt und in der kommenden Saison für Borussia Mönchengladbach spielt. Mit Stindl verliert 96 nicht nur einen außergewöhnlichen Fußballer, sondern auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Er war Sympathieträger – und in seiner letzten Saison bei den „Roten“ das Gesicht der Mannschaft.

Bei Hannover 96 fehlen herausragende Persönlichkeiten. Wir erinnern an echte Typen, die das Trikot der "Roten" getragen haben.

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Typen wie Stindl gibt es in der Bundesliga kaum noch. In diesem schnelllebigen Geschäft sind Spieler, die den Fans das Gefühl geben, nicht nur für einen Verein zu kicken, sondern sich auch mit dem Club und der Stadt zu identifizieren, selten geworden. Auch die aktuelle 96-Mannschaft macht da keine Ausnahme. Bereits während der Hinrunde der vergangenen Saison, als die Ergebnisse noch stimmten, erzählten viele Anhänger der „Roten“ von dem Gefühl, sich nicht hundertprozentig mit dem Team identifizieren zu können. Irgendetwas fehlte, der Funke sprang einfach nicht über vom Platz auf die Tribüne. Und das lag nicht nur an der schlechten Stimmung in der Arena.

Zu den Typen, die der Mannschaft der „Roten“ seit dem Wiederaufstieg 2002 ein Gesicht gaben, gehörte mit dem im November 2009 verstorbenen Torwart Robert Enke einer, der Ausstrahlung besaß und nicht nur redete, sondern auch etwas zu sagen hatte. Sprachlos war Enke ab und an, wenn Jiri Stajner wieder einmal eine Großchance versiebte. Und doch war der Tscheche ein Typ, der mit seiner unorthodoxen Art Fußball zu spielen dem 96-Team den Anstrich des Besonderen gab.

Lieblinge müssen keine begnadeten Kicker sein

Um sich in die Herzen der Anhänger zu spielen, muss man nicht unbedingt ein begnadeter Kicker sein. 96-Rekordspieler Steven Cherundolo, der in der 1. und 2. Bundesliga 302 Partien für die „Roten“ absolvierte, setzte mit seiner Vereinstreue ein Zeichen und sammelte bei den Fans mit seiner smarten Art Pluspunkte. Sein Kumpel Altin Lala brachte es mit anderen Qualitäten zum Publikumsliebling. Der „albanische Kampfzwerg“, wie Lala liebevoll von den Anhängern genannt wurde, gab immer alles für Mannschaft und Verein. Nie bequem, einer mit Ecken und Kanten, aber immer authentisch.

„Wir werden bei den Transfers künftig mehr auf den Charakter der Spieler achten“, sagte 96-Clubchef Martin Kind vor einigen Wochen. Das könnte helfen, wenn die Lage in der Liga mal wieder ernst wird. Und vielleicht ist ja auch einer dabei, der die Eigenschaften hat, um das neue Gesicht bei 96 zu werden.

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