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Nach Niederlage

Bei Hannover 96 ist jetzt Ruhe angesagt


Kein Grund für Hannover 96, nervös zu werden: Nach der 0:2-Niederlage in Leverkusen ist Ruhe die erste Pflicht im 96-Lager. „Es hat an Kleinigkeiten gelegen, dass wir nicht noch einen Punkt mitgenommen haben. Doch diese Kleinigkeiten sind es, die den Unterschied ausmachen. Einen Bruch in der Mannschaft sehe ich aber überhaupt nicht“, sagte 96-Trainer Mirko Slomka.
Da kann sich 96-Kapitän Steve Cherundolo (Mitte) noch so strecken, gegen die clevere Mannschaft von Bayer Leverkusen mit ihrem Torschützen Arturo Vidal (oben) waren die „Roten“ deutlich unterlegen.

Da kann sich 96-Kapitän Steve Cherundolo (Mitte) noch so strecken, gegen die clevere Mannschaft von Bayer Leverkusen mit ihrem Torschützen Arturo Vidal (oben) waren die „Roten“ deutlich unterlegen.

© Ulrich zur Nieden

Die achte Niederlage in dieser Saison von Hannover 96 war seit einer Stunde besiegelt, als 96-Trainer Mirko Slomka gefragt wurde, ob er nach dem 0:2 bei Bayer Leverkusen nun einen Bruch in der Mannschaft befürchte. „Es hat an Kleinigkeiten gelegen, dass wir nicht noch einen Punkt mitgenommen haben. Doch diese Kleinigkeiten sind es, die den Unterschied ausmachen. Einen Bruch in der Mannschaft sehe ich aber überhaupt nicht“, sagte der 43-Jährige und demonstrierte damit ein gutes Maß an Gelassenheit. Die Ruhe bewahren und konzentriert weiterarbeiten, darauf wird es beim nunmehr Tabellenfünften der Fußball-Bundesliga in den nächsten Tagen bis zum Heimspiel am Sonnabend gegen den VfL Wolfsburg ankommen.

Es gibt keinen Grund, nervös zu werden, das ist die einhellige Meinung im 96-Lager nach dem zweiten verlorenen Spiel in Folge in der Rückrunde. „Mit solchen Niederlagen müssen wir umgehen können. Wir müssen aus diesem Spiel lernen und einfach das Beste herausfiltern“, sagte Sergio Pinto. Es ist auch nicht das erste Mal, dass sich die „Roten“ in so einer Situation befinden. Nach dem furiosen Saisonstart gingen die Begegnungen gegen den FC St. Pauli und Bayern München verloren, beim 2:1 gegen Köln zeigte das 96-Team dann die erhoffte positive Reaktion. Und nach den beiden 0:4-Niederlagen in Folge gegen Borussia Dortmund und 1899 Hoffenheim starten die „Roten“ mit fünf Erfolgen in Folge sogar eine beeindruckende Siegesserie.

Auch Sportdirektor Jörg Schmadtke sieht keinen Anlass, die Lage zu dramatisieren. „Wir spielen gut mit, es sieht gut aus“, sagt Schmadtke, „es fehlt aber der entscheidende Drive, um erfolgreich zu sein.“ Doch das sei „Jammern auf hohem Niveau“, meint der 46-Jährige. Auch beim Tabellenzweiten Leverkusen konnte 96 zumindest in der 2. Halbzeit gut mithalten und sich Chancen herausspielen. Die beste Möglichkeit hatte Didier Ya Konan, der seinen Schuss gegen den herauseilenden Bayer-Torwart Rene Adler jedoch zu hoch ansetzte. Da waren erst 58 Minuten gespielt, und wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn der Toptorjäger der „Roten“ in dieser Phase den Anschlusstreffer erzielt hätte. „Ich fand nicht, dass die großartig besser waren. Uns hat einfach die Cleverness gefehlt“, sagte Pinto.

Was außer der Cleverness fehlte, war die Effizienz, die 96 schon in so vielen Partien ausgezeichnet hat. Doch eine nahezu perfekte Chancenverwertung gibt es nirgendwo zu kaufen – und trainieren lassen sich die entscheidenden Momente vor dem Tor, wenn es darum geht, die Nerven im Griff zu haben und eiskalt zuzuschlagen, nur bedingt. Es sind vielmehr die von Slomka erwähnten Kleinigkeiten, die 96 wieder besser in den Griff bekommen muss, um auch wieder erfolgreich zu sein. Etwa die konstruktive und schnelle Spieleröffnung, mit der besonders Innenverteidiger Emanuel Pogatetz in Leverkusen seine Probleme hatte. Und ab und an ein bisschen mehr Biss und Entschlossenheit könnten auch nicht schaden. Die Mannschaft müsse wieder dahinkommen, bei Torchancen „mit aller Macht reinzufliegen und das Ding über die Linie zu drücken“, sagte Schmadtke.

Die Lobgesänge vom Gegner, in die auch Bayer-Coach Jupp Heynckes einstimmte, mögen der Mannschaft von Hannover 96 schmeicheln. Punkte gibt es dafür aber nicht.

Christian Purbs und Jörg Grußendorf

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