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Schwachpunkte erkannt

Bilanz gegen Bayer kann 96-Trainer Slomka nicht schocken

Von Jörg Grußendorf

Undankbarer hätte die Aufgabe zum Jahresausklang vor heimischer Kulisse für die „Roten“ kaum sein können. Zum letzten Bundesliga-Heimspiel vor der Winterpause (Sonnabend, 18.30 Uhr, AWD-Arena) kommt Bayer Leverkusen. Ausgerechnet Bayer Leverkusen, müsste man eigentlich sagen. Denn der Werksklub liegt den Profis von Hannover 96 überhaupt nicht.
Lars Stindl probiert die TV-Kamera aus, die beim Abschlusstraining der "Roten" bereits im Stadion aufgebaut war.

Lars Stindl probiert die TV-Kamera aus, die beim Abschlusstraining der "Roten" bereits im Stadion aufgebaut war.

© Ulrich zur Nieden

Hannover. Die Heimbilanz ist gegen keinen einzigen aktuellen Bundesligisten nach dem Wiederaufstieg 2002 so schlecht wie gegen Bayer. Und trotz des Aufschwungs der „Roten“ in letzter Zeit: Auch in keiner der jüngsten vier Partien gegen die Westdeutschen gelang 96 ein Sieg. Zu allem Überfluss ist Bayer auch noch das beste Auswärtsteam der Liga – sowohl in dieser als auch in der vergangenen Saison.

Schlechte Voraussetzungen, aber längst kein Grund, die Punkte mit der Post zu verschicken. Die Hannoveraner sind schließlich daheim eine Macht und haben bisher kein Bundesligaspiel in der AWD-Arena verloren. Dazu hat ihr Trainer, der Bayer über alle Maßen lobt, den Gegner genauestens unter die Lupe genommen. „Wir haben herausgefunden, was Leverkusen nicht auszeichnet“, sagt Mirko Slomka. Und das spielt den „Roten“, die das schnelle Umkehrspiel geradezu lieben, komplett in die Karten: Die Leverkusener sind sehr konteranfällig. Der 96-Coach wartet da schnell mit der nächsten Statistik auf: „Leverkusen hat so schon sieben Gegentore kassiert“, sagt der 44-Jährige.

Dass es bei 96 zuletzt nicht so rund lief – gerade beim schnellen Umschalten –, bringt Slomka nicht aus der Ruhe. „Wir haben hart daran gearbeitet“, sagt er, „in Freiburg haben wir in der 1. Halbzeit auch ordentlich gespielt.“ Entscheidend aber sei es, die Leistung über 90 Minuten zu bringen, das Erarbeitete über die gesamte Spielzeit umzusetzen. Um gegen das spielstarke Leverkusen zu gewinnen, sei das unumgänglich.

Unumgänglich ist aber auch das bessere Ausnutzen der Torchancen. Die ganz große Stärke der „Roten“ der vergangenen Saison ist zuletzt etwas verkümmert. Auch deshalb haben die großen drei des Vereins, Klubchef Martin Kind, Sportdirektor Jörg Schmadtke und Trainer Slomka, am Freitagmittag beschlossen, „personelle Optionen für die Zukunft“ zu prüfen, wie es in einem Vereinsschreiben heißt. Meint: 96 will sich in der Winterpause verstärken. Dem Vernehmen nach vorrangig mit einem Stürmer. „Wir gehen das äußerst konzentriert an und werden genau gucken, ob ein Transfer Sinn macht oder nicht“, sagt Schmadtke. Namen wie Srdjan Lakic (Wolfsburg) oder Gilberto Macena (Horsens/Dänemark), über die spekuliert wurde, wollte er nicht kommentieren.

Der neue Stürmer kann den „Roten“ ohnehin frühestens im Januar helfen. Darum muss man für die Partie gegen Bayer eine weitere Statistik bemühen: Leverkusens Trainer hat all seine vier Bundesligaspiele (alle mit Freiburg) gegen 96 verloren. Warum also nicht auch sein fünftes?

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