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Daniel Stendel kann auch laut werden

Neuer Cheftrainer Daniel Stendel kann auch laut werden

Daniel Stendel ist seit Montag neuer Chefcoach vonn Hannover 96. Am Mittag gab er seine erste Pressekonferenz, am Nachmittag leitete er dann die erste Trainingseinheit. Und dort wurde sichtbar, dass er sich einiges vorgenommen hat.

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Der neue Coach Daniel Stendel sprach viel mit den Spielern.

Quelle: Sielski

Hannover. Es gab keine Sprüche. Weder aufmunternde noch ironische. Als Daniel Stendel, im schwarzen Trainingsanzug gekleidet, durch die wartenden etwa 200 Zuschauer zu seinem ersten eigenverantwortlichen Training der Profis von Hannover 96 spazierte, da schien es so, als sei der 42-Jährige schon immer dabei gewesen. Ein Gruß hier, ein Gruß da, das war’s.

Für seine erste Trainingseinheit als Nachfolger von Thomas Schaaf hatte Stendel überraschend nur ein Mini-Aufgebot auf die Mehrkampfanlage bestellt. Zehn Ersatzspieler, der Rest musste je nach Wunsch laufen oder Rad fahren - und anschließend eine Reha-Einheit im Stadion absolvieren. Darunter waren auch die angeschlagenen Salif Sané und Manuel Schmiedebach. Für alle war es eine regenerative Einheit an einem eigentlich trainingsfreien Tag.

Hannover 96 steht mit neuem Trainer Daniel Stendel wieder auf dem Rasen.

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Auch sonst war das Aufgebot erheblich übersichtlicher als gewohnt. Stendel hatte lediglich Torwarttrainer Jörg Sievers und seinen Assistenten Christoph Dabrowski im Schlepptau. Steven Cherundolo hätte er gern mit dabei gehabt. Er war von 96-Geschäftsführer Martin Bader gefragt worden. Doch der 96-Bundesliga-Rekordspieler winkte ab und möchte als U17-Coach weitermachen. Aber: Selbst wenn Cherundolo dabei gewesen wäre, der Trainerstab hätte nicht annähernd die Anzahl von Assistenten erreicht wie in der Schaaf-Ära üblich.

Auf dem Platz angekommen, versammelte Stendel die Spieler um sich und sprach auf sie ein. Nur Sievers beorderte er mit Philipp Tschauner und Timo Königsmann zum Torwarttraining. Der Rest war dann Chefsache. Und spätestens da merkten die acht in seiner Gruppe, dass ein anderer Wind weht bei den „Roten“. Eine ruhige Einheit abseits der Stammspieler wurde es beileibe nicht. Stendel ordnete kleine Spielformen (1:1, 2:2, 4:4) mit Torabschluss an. Und auch ohne anfänglich seine Anweisungen hinter der Bande akustisch verstehen zu können, wurde schnell klar, was er forderte: mehr Zug zum Tor, mehr Druck auf den Gegenspieler, schnelleres Umschalten.

„Miiko, mehr Körpersprache, mehr Körpersprache“

Lief etwas nicht nach seinen Vorstellungen, dann war er plötzlich auch am Rande des Platzes sehr gut zu verstehen. Stendel hob seine Stimme, machte klare Ansagen, unterbrach viel. „Geh hin, du hast doch nichts zu verlieren“, forderte er etwa Marius Wolf auf, als der sich in einem Zweikampf zögerlich verhielt. Und Miiko Albornoz fuhr er energisch an: „Miiko, mehr Körpersprache, mehr Körpersprache.“ Das „verdammt“, das man als Ergänzung erwartetet hatte, verkniff er sich. Der Neue feuerte aber auch viel an, lobte auffallend laut und oft.

Nach einer guten Stunde beendete Stendel schließlich seine erste Einheit als Chef - und hinterher musste er viel mehr Fragen beantworten und Hände schütteln und bekam manch guten Wunsch für die nächsten sechs 96-Erstliga-Spiele, die für ihn wie für den Club vorerst die letzten sein werden, mit auf den Weg.

Am Dienstag werden dann auch die sogenannten Stammspieler Stendel erstmals als Cheftrainer erleben - und das gleich zweimal (10 und 15 Uhr, Mehrkampfanlage). Sie können sich auf kräftezehrende zwei Einheiten gefasst machen und darauf, dass der 42-Jährige sehr genau hinsehen wird. Denn bei Stendel ist richtig Zug drin im Training - so war zumindest der erste Eindruck.

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Neuer 96-Cheftrainer: Daniel Stendel.

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Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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